Olten
Der Stadtrat sieht keine Begegnungszone im Schöngrund

Der Volksauftrag, der mehr Verkehrssicherheit verlangte, scheitert auch am ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Urs Huber
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Schöngrund Olten: Grossflächige Kreuzungen fordern zu mehr Tempo heraus.

Schöngrund Olten: Grossflächige Kreuzungen fordern zu mehr Tempo heraus.

Bruno Kissling

Es ist spürbar geworden: Die Interessen nach mehr Verkehrssicherheit zwischen Strassen- und Fussgängerverkehr nimmt spürbar zu. Die Forderung nach Begegnungszonen, wo dem Fussgänger explizit Vortrittsrechte zugestanden werden, sind zusehends häufiger zu vernehmen. Im September 2021 hatte der Vorschlag der Erstunterzeichnenden Yolanda Stampfli und Stefan Hagmann den Stadtrat erreicht.

Begegnungszone dank umfassender Verkehrsberuhigung

Der Vorschlag wollte das Schöngrundquartier via umfassender Verkehrsberuhigung in eine Begegnungszone umgewandelt wissen (wir berichteten). Die Initianten räumten zwar ein, im Quartier sei vor Jahren schon flächendeckend Tempo 30 eingeführt worden, doch sei speziell für auswärtige Besucher wenig ersichtlich, sich in einer speziellen Zone zu befinden. Es würden leicht ersichtliche Verkehrsmassnahmen fehlen. Weiträumige Kreuzungsareale würden zum Schnellfahren geradezu einladen. Bislang habe die Stadt es versäumt, durch bauliche Massnahmen und flächendeckende Markierungen Klarheit über das geltende Verkehrsregime zu schaffen.

Weiter hielten die Initianten fest, viele der Haus- und Garteneingänge würden direkt in die Quartierstrasse münden. Eine zusätzliche Gefahrenquelle, insbesondere für Kinder. Eine Trennung vom Strassenverkehr, «etwa durch angrenzende Trottoirs, besteht nicht und ist technisch auch nicht realisierbar», so eine Textpassage aus der Begründung des Vorschlags.

Prüfung kann nicht auf Schöngrund beschränkt bleiben

Der Stadtrat hält in seiner Beantwortung fest, der Entscheid über eine so weitreichende Massnahme, ein ganzes Quartier in eine Begegnungszone umzuwandeln nämlich, müsse gesamtstädtisch abgestützt sein. Die Prüfung einer Begegnungszone könne nicht auf das Schöngrundquartier beschränkt bleiben, sondern habe auch andere Stadtteile zu umfassen. «Als Alternative könnte im Rahmen von Strassen- respektive Werkbauprojekten in den Quartieren die Einführung einer Begegnungszone jeweils fallweise geprüft werden», so der Stadtrat weiter.

Denkbar: Die Festlegung von Kriterien für die Beantragung von lokal begrenzten Begegnungszonen durch eine Mehrheit der Anrainer, «wie dies beispielsweise in Basel und Aarau gehandhabt wird. In jedem Fall sind für die Umsetzung Detailgutachten und ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für die baulichen Massnahmen erforderlich, was eine entsprechende Budgetierung bedingt.» Aber: Die im Schöngrund flächendeckend einzuführende Begegnungszone ist dem Stadtrat angesichts des erwarteten Nutzens doch zu teuer. Er empfiehlt dem Parlament daher, den Vorschlag nicht erheblich zu erklären.