Olten
Massnahmenkritiker rufen zu Coronademo auf – auch eine Gegendemo ist bereits geplant

Für kommenden Samstag ist eine Demonstration der corona- und impfkritischen Gruppe Freiheitstrychler in Olten angekündigt. Eine Bewilligung dafür gibt es jedoch nicht. Eine Gegendemonstration wird ebenfalls organisiert.

Felix Ott
Drucken
Teilen
Die Demonstration soll ab 14 Uhr auf dem Ildefonsplatz beim Stadtturm gestartet werden. Was danach geplant ist, ist nicht klar.

Die Demonstration soll ab 14 Uhr auf dem Ildefonsplatz beim Stadtturm gestartet werden. Was danach geplant ist, ist nicht klar.

Patrick Lüthy

«Olten freut sich». So wurde auf der Oltner Facebookgruppe eine Zusammenkunft am kommenden Wochenende angekündigt. Unterzeichnet wurde die Meldung mit dem Motto der «Freiheitstrychler»: «Fride! Frejheit! S Volk isch Souverän!». Mit ihren Trychlen - den traditionellen Kuh- und Viehglocken - will die corona- und impfkritische Gruppe für die ihre Freiheit kämpfen. Die Mitglieder fühlen sich durch die Coronamassnahmen und die laufende Impfkampagne in ihren Grundrechten beschränkt.

Deshalb wurde für den Samstag, 21. August, ab 14 Uhr eine Zusammenkunft beim Stadtturm angekündigt. In der Oltner Facebook-Gruppe wurde der Post von den Administratoren gelöscht, da es für die Veranstaltung keine Bewilligung gebe. Dies bestätigt Franco Giori, Abteilungsleiter Ordnung und Sicherheit der Stadt Olten. Die Gruppe habe gar kein Gesuch eingereicht. Es sei sehr schwierig abzuschätzen, was passieren werde. Denn ohne Bewilligungsgesuch sei nicht klar, wer der Veranstalter sei, was geplant sei und wie viele Personen erwartet werden müssten.

«Es ist schwierig zu reagieren, wenn eine Demonstration nicht angekündigt ist. Man kann nicht einschätzen wer und wie viele mitmachen»,

sagt Giori. Stadtpräsident Thomas Marbet weiss ebenfalls von den Versammlungen. Er hoffe, dass sich alle beteiligten Personen and die Anweisungen der Ordnungskräfte vor Ort halten, sich respektvoll und friedfertig verhalten. Zum Einsatzdispositiv könne er keine Angaben machen, schreibt er auf Anfrage.

Die Kantonspolizei Solothurn hat Kenntnis vom Anlass genommen und steht in Kontakt mit der Stadt Olten. Weiter Stellung nehmen dazu wollte die Medienstelle nicht.

Gegendemonstration angekündigt

Die antifaschistische Gruppe «Olten hält Abstand» hat bereits zur Gegendemonstration aufgerufen. Dies ebenfalls ohne Bewilligung. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt den «Schwurblis den Tag zu vermiesen». Mit «dezentralen, lauten und kreativen Aktionen» will die Gruppe den Trychlern die Show stehlen.

Unter dem Motto «Welcome to Hell» soll in kleinen Gruppen die Stadt aufgemischt werden. Grund dafür sei, dass «auf die Polizei kein Verlass ist». Die Aktion wird auf den Sozialen Medien bereits heftig diskutiert und erntet sowohl Zustimmung als auch Ablehnung. Auch bei der Gegendemonstration ist nicht klar, wie viele Personen erwartet werden.

Zentrale Lage und gutes Wetter

Die zentrale Lage Oltens und die gute Bahnanbindung biete eine Chance für ein hohes Personenaufkommen. Aber auch das gute Wetter könne einige Demonstranten und Gegendemonstranten in die Altstadt locken, sagt Giori weiter. Die Lage werde beobachtet und dann direkt vor Ort entschieden, wie reagiert werde.

Im Mai fand eine kleine Corona-Demonstration in Solothurn statt. Dies hatte jedoch ein Grossaufgebot der Polizei und hohe Kosten zur Folge. Aber auch die Beispiele aus Aarau oder Liestal erregten viel Aufmerksamkeit. Wie die Demonstration in Olten ablaufen wird, lässt sich momentan noch nicht sagen.

Aktuelle Nachrichten