Coronajahr
Passagierzahlen des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu stürzen in den Keller

Im Coronajahr 2020 transportierte der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu über 1,5 Mio Fahrgäste weniger als im Jahr zuvor.

Urs Huber
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Die Passagierzahlen im 2020 waren stark rückläufig. (Archiv)

Die Passagierzahlen im 2020 waren stark rückläufig. (Archiv)

Bruno Kissling

Die Zahlen kamen nicht überraschend. Zahlen, die Peter Schafer als Verwaltungsratspräsident der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG (BOGG) an deren Generalversammlung zu vermelden hatte. Stand die AG im Vorjahr bezüglich Passagierzahlen noch bei einem Allzeithoch von 7,236 Mio. Fahrgästen, so sackte deren Zahl im Coronajahr 2020 auf 5,425 Mio. ab. Letztmals wies die BOGG im Jahr 2009 so tiefe Passagierzahlen auf. Dieser Passagierrückgang führte auch zu Ertragsausfällen von gut 1,7 Mio. Franken.

Der Gewinn, ein echter Lichtblick

Und dennoch: Bei aller Tristesse gab’s auch einen doch eher überraschenden Lichtblick. Das Betriebsjahr schloss mit einem Gewinn von gut 32'000 Franken (im Vorjahr 366500 Franken) ab.

«Ich kenne wenig öffentliche Transportunternehmen, die 2020 schwarze Zahlen schreiben können»,

notierte Schafer nicht ohne Stolz an die Adresse des Aktionariats. Er führte dies zum einen auf den vollzogenen Ausbau digitaler Infrastruktur zurück. Sie ermöglichte einen optimalen Ressourceneinsatz beim reduzierten Angebot im letzten Betriebsjahr.

Auch kam die BOGG AG zu vermehrten Einsätzen im Bereich Bahnersatzfahrten, so etwa auf der Strecke Olten–Läufelfingen–Sissach. Und schliesslich lobte der Verwaltungsratspräsident auch den Einsatz des Personals, welches sich «vorbildlich für das Unternehmen engagiert». Qualitätskontrollen des Bundesamtes für Verkehr haben auch im Jahr 2020 für überdurchschnittlich gute Resultate gesorgt.

Der Verwaltungsrat geht davon aus, dass die Zahlen des Jahres 2019 erst wieder im Jahr 2023 erreicht werden. Fürs aktuell laufende Jahr jedenfalls rechnen die Verantwortlichen mit einem Aufwandüberschuss. Kein Wunder, kam Peter Schafer zum Schluss: «Unter Berücksichtigung der besonderen Umstände darf die BOGG mit dem erzielten Resultat im Rechnungsjahr 2020 zufrieden sein.»

Der Verwaltungsrat (von links): Marco Dätwyler, Paul Stöckli (Vizepräsident), Christian Althaus (GL/Leiter Technik/Werkstatt), Stefan Berchtold, Max Zülli, Dieter Leu, VR-Präsident Peter Schafer, Andreas Studer (GL/Stv. Direktor/Finanzen & Administration) und Thomas A. Müller. Auf dem Bild fehlen Verwaltungsrat Rolf Walser (Aarburg), Markus von Arx und BOGG-Direktor Toni von Arx.

Der Verwaltungsrat (von links): Marco Dätwyler, Paul Stöckli (Vizepräsident), Christian Althaus (GL/Leiter Technik/Werkstatt), Stefan Berchtold, Max Zülli, Dieter Leu, VR-Präsident Peter Schafer, Andreas Studer (GL/Stv. Direktor/Finanzen & Administration) und Thomas A. Müller. Auf dem Bild fehlen Verwaltungsrat Rolf Walser (Aarburg), Markus von Arx und BOGG-Direktor Toni von Arx.

Bruno Kissling

Depoterweiterung ist in vollem Gang

Bei allen coronabedingten Einschnitten: Die BOGG AG denkt an die Zukunft. In vollem Gange etwa sind die Bauarbeiten zur Depoterweiterung in Wangen bei Olten, die ihre Grundsteinlegung Mitte Mai erfuhr (wir berichteten). Gemäss Schafer dürften die Arbeiten Anfang 2023 angeschlossen sein. «Die übernächste, die 25. Generalversammlung wird dann erstmals im grossen Mehrzweckraum im Depot Wangen bei Olten stattfinden können. Er wird damit zur festen Bleibe für die Aktionärsversammlung werden», führte der Verwaltungsratspräsident weiter aus.

Vergabe von fünf Elektrobussen steht an

In den kommenden Tagen wird die BOGG AG auch die Auftragsvergabe für vorerst fünf Elektrobusse bekannt geben. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember kommenden Jahres sollen die Fahrzeuge in Dienst gestellt sein. Damit mache die BOGG AG «einen ersten Schritt Richtung Dekarbonisierung ihrer Flotte», hielt das Unternehmen in einer Medienmitteilung dazu fest. An dieser Strategie wolle man grundsätzlich festhalten, hatte Peter Schafer zu verstehen gegeben. Die Elektrobusse werden vornehmlich auf den städtischen Linien zum Einsatz kommen.

Im Übrigen verlief die Generalversammlung ohne Wortmeldungen. Sämtliche Traktanden wurden gemäss Antrag des Verwaltungsrates einstimmig gutgeheissen.