Olten
Brandstiftung oder nicht? Aus diesem Grund wirft ein Hausbrand Fragen auf

Vergangene Woche brannte zweimal dasselbe Haus an der Oltner Ziegelfeldstrasse. Gerüchte kamen auf, es handelte sich um Brandstiftung, was bisher nicht bestätigt ist. Das könnte der Grund sein für diese Mutmassung.

Fabian Muster
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Gleich zweimal brannte letzte Woche ein Haus an der Ziegelfeldstrasse in Olten.

Gleich zweimal brannte letzte Woche ein Haus an der Ziegelfeldstrasse in Olten.

Bild: Polizei Kanton Solothurn

Am Donnerstagmittag vergangener Woche brennt es an der Ziegelfeldstrasse das erste Mal: Eine Polizeipatrouille stellt den Brand im leerstehenden Einfamilienhaus fest. Rasch kann das Feuer, das nach Feuerwehrangaben nur punktuell im Keller gelodert hat, gelöscht werden.

Einen Tag später brennt dieselbe Liegenschaft nochmals: Diesmal steht das Haus aber laut Mitteilung der Kantonspolizei bereits in Vollbrand, als die Feuerwehr eintrifft. Damit das Feuer vollständig gelöscht werden kann, muss ein Kran aufgeboten werden und den Dachstock abreissen. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere 10'000 Franken.

Es kamen Gerüchte auf, es handelte sich um Brandstiftung, wie der regionale TV-Sender Tele M1 berichtet. Die Brandursache sei bis dato noch unklar, sagte die Kantonspolizei am Montag auf Anfrage. Die derzeit leerstehenden Einfamilienhäuser sollen einer Überbauung mit 60 Wohnungen samt Gewerberäumen weichen.

Präzisierung

Eigentümerschaft distanziert sich von Brandstiftung

Diese Zeitung berichtete, dass es sich bei den beiden Bränden vom 11. und 12. März im selben Gebäude an der Oltner Ziegelfeldstrasse um Brandstiftung handeln könnte, durch welche der Eigentümerschaft allenfalls ein Vorteil im hängigen Verfahren erwachse. Dabei war in der Onlineausgabe auch von «warmer Sanierung» die Rede. Die Eigentümerschaft lässt in einem Schreiben via einer Oltner Anwaltskanzlei an die Redaktion ausrichten, dass sie «in keinster Weise mit dem Brand etwas zu tun» habe und distanziert sich von solchen Gerüchten. Die Anwaltskanzlei prüft gegenwärtig, ob gegen die Verbreitung solcher Mutmassungen Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht werden soll. (otr)

TeleM1

Gegen den Teilzonen- und Gestaltungsplan gibt es aber eine Beschwerde, die vor dem Solothurner Verwaltungsgericht hängig ist. Just in dieser Woche findet nun ein Augenschein statt, ob die Einfamilienhäuser, die bereits im Bundesinventar Isos der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung verzeichnet sind, noch stärker geschützt werden sollen.

Das Verwaltungsgericht hat dazu ein Gutachten bei der eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege angefordert, wie es beim Verwaltungsgericht auf Anfrage heisst. Vor diesem Hintergrund lassen die beiden Brände aufhorchen, und es stellt sich die Frage, ob durch das Feuer schützenswerte Güter vernichtet wurden, die dann nicht mehr unter Schutz gestellt werden können.

Die Gebäude, die der neuen Überbauung weichen sollen, stehen bisher weder unter kantonalem noch kommunalem Schutz. Vom vorhin erwähnten Bundesinventar schützenswerter nationaler Ortsbilder gehe zudem keine direkte Schutzwirkung aus, wie Stadtbaumeister Kurt Schneider auf Anfrage schreibt. Es verpflichtet im Rahmen eines Ortsplanungs- oder Gestaltungsplanverfahrens nur, «eine allfällig vorhandene Qualität in die Abwägungen einzubeziehen».

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