Kurz vor den Sommerferien hat der Oltner Stadtrat beschlossen, dass es in Olten ab dem nächsten Schuljahr eine zweite Klasse für Fremdsprachige gibt. Das heisst: Es muss kurzfristig eine Lehrperson und ein geeigneter Schulraum gefunden werden. Laut Gesamtschulleiter Ueli Kleiner ist man in beiden Belangen auf guten Wegen: Im Oberstufenschulhaus Frohheim kann ein bisheriger Gruppenraum in ein Schulzimmer umfunktioniert werden. Auch bei der Klassenlehrperson geht Kleiner davon aus, dass sie bis zum Schulstart Mitte August gefunden ist.

Doch warum eigentlich diese kurze Frist? Ende Mai hat der Kanton der Stadt per Mail mitgeteilt, dass Olten per Anfang Juli drei syrische Familien mit zehn schulpflichtigen Kindern zugeteilt werden. Diese müssen zu Beginn des neuen Schuljahres 2016/17 eingeschult werden. Weil für nächstes Schuljahr bereits 8 Schulkinder für die bestehende Integrationsklasse im Bifangschulhaus angemeldet sind, gäbe es eine Klasse mit neu 18 Schülern, was die Höchstgrenze von 12 Schülern pro Integrationsklasse klar übersteigt. Zudem gehen die Verantwortlichen davon aus, dass zu Beginn des Schuljahres weitere Zuzüge dazukommen.

Daher hat der Stadtrat an seiner Sitzung vom 27. Juni entschieden, eine weitere Integrationsklasse zu schaffen, wie auf der Homepage der Stadt Olten ersichtlich ist. Für Olten ergeben sich dadurch «keine ausserordentlichen Mehrkosten», wie Kleiner erklärt. Insgesamt werden vom Kanton 20 Lektionen für den Sprachunterricht und eine Klassenleitungsstunde subventioniert. Fächer wie Sport-, Werk- oder Hauswirtschaftsunterricht werden die Flüchtlinge in den Regelklassen besuchen.

Mit zwei Integrationsklassen ergibt sich zudem der Vorteil, dass die altersmässig unterschiedlich aufgestellte Schülerschaft in eine Primarklasse im Bifang und eine Sek-I-Klasse im Frohheim aufgeteilt werden kann. Die Schüler besuchen die Integrationsklasse normalerweise höchstens ein Jahr und kommen dann in die Regelklasse. Je nach Lernfortschritt ist ein Übertritt in die normale Klasse jederzeit möglich.