Olten
Badehose aus roter Wolle liess Vandalen keine Ruhe

In Olten wurde Otto Charles Bänningers Skulptur «Remonte!» mutwillig von Marion Strunks Badehoseninstallation «befreit». Nun ist das Kunstmuseum Olten auf der Suche nach Hinweisen zum Tathergang.

Urs Huber
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Der Badeanzug aus Wolle ist weg. Das Kunstmuseum Olten sucht nach Zeugenschaft.

Der Badeanzug aus Wolle ist weg. Das Kunstmuseum Olten sucht nach Zeugenschaft.

zvg

Vielleicht hat jemand den textlichen Inhalt des seinerzeitigen Schlagers «Pack die Badehose ein» aus den frühen 1950er-Jahren wörtlich zu nehmen versucht. Zu wörtlich. Die altmodische Badehose, ein temporäres Kunstwerk von Marion Strunk an der Reiterfigur zur Skulptur «Remonte!» wurde in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai so beschädigt, dass die Wollwicklung entfernt werden musste.

Ab nächster Woche wird das Kunstwerk aber wieder an der Bronzeplastik von Otto Charles Bänninger zu sehen sein, wie die Leiterin des Oltner Kunstmuseums, Dorothee Messmer, auf Anfrage erklärt. «Wir haben dies mit der Künstlerin so besprochen.»

Aufruf nach Vandalenakt blieb ungehört

Der Vandalenakt muss zwischen dem 28. und 29. Mai passiert sein, weil Dorothee Messmer noch am 28. abends die textile Installation zurechtzupfte. Grund: «Wird Wolle nass, so dehnt sie sich und verzieht sich beim Trocknen.» Der Aufruf nach möglichen Zeugen des Vandalenaktes ist bislang ohne Resultat geblieben.

«Wer im öffentlichen Raum ausstellt, muss immer von gewissen Gefahren oder äusseren Einflüssen ausgehen»,

gibt die Museumsleiterin zu verstehen.

Schaden ist mehr ein ideeller

Von einem materiellen Schaden, der dadurch entstanden ist, will Messmer nicht reden, eher von einem ideellen. Die Künstlerin habe dabei doch eine Menge Energie aufgewendet. Das Kunstwerk am westlichen Kopf der Bahnhofbrücke ist nicht unbestritten. Leserbriefe an diese Zeitung und Reaktionen in den sozialen Medien weisen darauf hin.

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