Olten
147 Kandidierende steigen ins Rennen um einen Parlamentssitz

Noch nie drängte es so viele Personen wie heuer in die Oltner Legislative; vor vier Jahren waren’s noch 125 Kandidierende.

Urs Huber
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Wer von den 147 Kandidierenden schafft's ins Gemeindeparlament?

Wer von den 147 Kandidierenden schafft's ins Gemeindeparlament?

Bruno Kissling

Also, wie war’s vor vier Jahren, als der Anmeldungstermin zu den Oltner Parlamentswahlen abgelaufen war? 125 Personen aus 9 Parteien, davon 47 Frauen und 78 Männer, bewarben sich bei den Wahlen vom 23. April 2017 um einen Sitz im Oltner Gemeindeparlament. Dieses war damals um 10 Sitze auf deren 40 reduziert worden.

43 Prozent der Kandidierenden sind Frauen

Seit gestern ist klar: Für die Wahlen vom 25. April 2021 bewerben sich 147 Personen ebenfalls aus 9 Parteien für ein Mandat in der Legislative. Unter den 147 Kandidierenden finden sich 63 Frauen und 84 Männer. Damit liegt die Frauenquote bei rund 43 Prozent und erfährt gegenüber der Vorperiode doch eine deutliche Steigerung.

Vor vier Jahren lag die Frauenquote noch bei knapp 38 Prozent. Erwartungsgemäss liegen bei den grossen Parteien die Frauen auf den vorderen Plätzen: Bei den Grünen und Jungen Grünen (20 Kandidierende) figurieren 9 Frauen, bei Olten jetzt! (20 Kandidierende) deren 10, bei der Jungen SP (19 Kandidierende) sind deren 11 auf der Liste aufgeführt; bei der Mutterpartei, der SP (26 Kandidierende) finden sich 14 Frauen. Dort kommt die Strategie, Frauen derzeit in den Vordergrund zu stellen, klar zum Ausdruck.

Von den grossen Parteien schert bezüglich Frauenbesetzung eigentlich nur die FDP aus. Unter den 20 Kandidierenden finden sich lediglich 6 Frauen. Auf noch 33 Prozent Frauenanteil bringt’s die CVP Die Mitte. Bei der glp ist der Frauenanteil am geringsten. Von 14 Kandidierenden sind lediglich 2 Frauen dabei.

Unter den 147 Kandidierenden befinden sich noch 33 Bisherige. Das heisst: 7 Personen aus der auslaufenden Legislatur treten nicht mehr zur Wahl an. Unter anderem fehlt da der Parteilose Ernst Eggmann, bei der SP scheiden Dieter Ulrich (19 Jahre), Eugen Kiener (8 Jahre) und Huguette Meyer Derungs (12 Jahre) aus, bei den Grünen Felix Wettstein, der seit 14 Jahren im Parlament Einsitz hatte. Noch einmal mit dabei dagegen ist Parlamentsmethusalem Arnold Uebelhart, der seit 1993, also 28 Jahren im Gemeindeparlament mitwirkt.

Die jetzige Zusammensetzung

In der auslaufenden Legislatur waren die beiden Fraktionen der SP und der FDP die grössten. Beide halten sie je 9 Sitze. Zusammen mit der Jungen SP (3 Sitze) sind die Sozialdemokraten aber klar die grösste Macht in der Legislative.

Bezeichnenderweise mit deutlichem Abstand folgen die drei Parteien CVP Die Mitte, die Grünen, Olten jetzt! und die SVP mit je vier Mandaten. Je ein Sitz halten EVP und GLP sowie die Parteilosen. Der Sitz des bereist erwähnten Ernst Eggmann ist also zur Eroberung frei.

Bekannt geworden sind auch Listenverbindungen und Unterlistenverbindungen: Die CVP Die Mitte spannt mit der EVP zusammen, auf der linken Seite gehen Grüne und Junge Grüne mit der SP und deren Unterlistenverbindung mit der Jungen SP Region Olten. Es ist also nichts geworden aus dem einst beabsichtigten bürgerlichen Schulterschluss, einer Listenverbindung. Von der war noch im Oktober letzten Jahres die Rede. Sie hätte einer bürgerlichen Politik zu mehr Durchschlagskraft im Parlament verhelfen sollen.