Am Mittwoch, 19. Oktober feiert die Theatergruppe Hägendorf-Rickenbach Premiere mit dem Mundartstück «… und alles uf Chrankeschiin!». Der Schwank in drei Akten des englischen Autors Ray Cooney wird in der Mehrzweckhalle Rickenbach aufgeführt. Regie führt dabei Nieves Gámez.

Ray Cooney wird auch «master of farce» (Meister der Farcen) genannt. Im Original heisst das Stück mehrdeutig «It runs in the family» (es liegt in der Familie). Wie es sich für eine Komödie gehört, ist schon die Ausgangslage doppelbödig.

Der aufstrebende Arzt Werner Gschwind (Marcel Borner) bereitet sich auf den Neurologenkongress vor, der in wenigen Minuten im lokalen Spital beginnen wird. Seine Rede soll seine Karriere befeuern. Das allein würde ihn schon genügend stressen, doch nicht genug: Seine Chefin, Professorin Amalia Hofstetter (Ruth Bader), setzt ihn zusätzlich unter Druck.

Theaterprobe stört

Zur gleichen Zeit sind Mitarbeitende des Spitals dabei, unter der Leitung der Assistenzärztin (Sarah Bachmann) für eine hauseigene Theateraufführung zu proben und stören Doktor Gschwind. Doch dann geht es im Ärztezimmer endgültig drunter und drüber. Unerwartet taucht nämlich Jeannette Walder (Nicole Studer), eine ehemalige Krankenschwester auf. Sie überrascht Doktor Gschwind mit der Nachricht, die damalige Affäre sei nicht ohne Folgen geblieben und er sei der Vater ihres Sohnes Walter. Und zu dessen achtzehnten Geburtstag habe sie ihm die Wahrheit gestanden. Nun sei Walter Walder (Alexander Senn) auf dem Weg, seinen wahren Vater zu finden.

Voll in Panik versucht Werner Gschwind seinen Fehltritt vor seiner Frau Rosmarie (Rita Nussbauch) und seinen Kollegen zu verheimlichen. Dabei verwickelt er sich immer mehr in einem Lügengespinst. Die Lage wird zusätzlich verkompliziert durch einen Polizisten (Pius Hügli), der Fragen stellt. Als Gschwind in der Not die Vaterschaft seinem Arztkollegen Hubert Böhni (Beat Gutzwiller) anhängt, läuft alles endgültig aus dem Ruder.

An Turbulenzen auf der Bühne wird es also ebenso wenig fehlen wie an Strapazen für die Lachmuskeln des Publikums. Die parallele Theaterprobe des Spitalpersonals bringt zusätzliche Verkleidungskomik ins Spiel.

Die Hauptrolle des windigen Arztes und Vaters in Nöten ist mit Marcel Borner ideal besetzt. Für Borner ist dies bereits die siebzehnte Aufführung, seit er 2000 mit der «Männerwirtschaft» in Hägendorf zu schauspielern begann. In der aktuellen Aufführung steht er fast pausenlos im Einsatz und liefert eine hervorragende Leistung. Auch die übrigen Chargen sind optimal besetzt und agieren mit viel Spielfreude.

«Zweitling» von Nieves Gámez

Nach «Schöni Ferie» im letzten Herbst ist das Lustspiel «… und alles uf Chrankeschiin!» bereits die zweite Produktion, bei welcher die Theatergruppe Hägendorf-Rickenbach mit Regisseurin Nieves Gámez zusammenarbeitet. Gámez studierte an der Theaterschule Madrid Schauspiel und Regie. Anschliessend erhielt sie in Spanien verschiedene Engagements, vor allem in Komödien. Sie kam der Liebe wegen in die Schweiz, wohnt in Balsthal und arbeitet als Spanischlehrerin. Bevor sie beim Rickenbacher Ensemble einstieg, führte sie Regie bei den Theaterleuten des Jodelclubs Wolfwil. 

Was macht Nieves Gámez anders als die früheren Regisseurinnen, mit denen die Gäuer Theatergruppe zusammenarbeitete. «Man merkt schon, dass sie eine professionelle Spielleiterin ist», stellt Hauptakteur und Vereinspräsident Marcel Borner fest. «Unter anderem verlangte sie, dass wir unsern Text schon auswendig können, sobald wir mit proben beginnen. Dadurch können wir uns auf den Schliff an Betonung, Mimik und Gestik konzentrieren.» Gámez selbst lässt den Akteuren viel Raum, ermuntert sie, ihr Spiel zu variieren und auch einmal etwas anderes auszuprobieren. Gemeinsam entscheiden sie sich dann für die definitive Version. Und Nieves Gámez ist voll überzeugt: «Wenn wir das alles immer mit viel Spass machen, erreichen wir die besten Resultate».

Für die Vorstellung am Samstagnachmittag sind die Seniorinnen und Senioren von der Höckeler-Zunft zu Hägendorf in Zusammenarbeit mit der Betagten-Stiftung Ludwina Giger zu einem Gratiseintritt samt Kaffee eingeladen.