Im Frühling dieses Jahres erhielt der Samariterverein die Hiobsbotschaft: Die Stadt Olten hat ihm per Ende Juni das Kurs- und Vereinslokal im Soussol der Bifangturnhalle gekündigt. Aus dem Samariterkurslokal soll ein Bastelraum für den Kindergarten entstehen. «Diese Nachricht kam für uns völlig unerwartet», sagt Serge Viel, Co-Leiter des betroffenen Samaritervereins.

Man habe vonseiten des Vereins noch versucht, im Gespräch mit den Stadtverantwortlichen eine andere Lösung zu finden – jedoch ohne Erfolg. Über 50 Jahre lang hatten die Oltner Samariter zuvor den Raum zu einem sehr günstigen Preis mieten und sich darin einrichten können. Die Inneneinrichtung des Lokals hatten sie vor einigen Jahren auf eigene Rechnung aufwendig renoviert. Ende des vergangenen Monats nun mussten die Samariter das Lokal räumen und ihr Material zwischenlagern.

Zukunft des Vereins gefährdet

Die Suche nach einem neuen Lokal hat längst begonnen. «Die Chance, einen Kursraum zu ähnlich attraktiven Konditionen zu finden, ist sehr gering», sagt Co-Leiter Viel. Die Vorstellungen der Samariter zielen auf Lokalitäten ab, die mindestens 70 Quadratmeter gross sind und über einen zusätzlichen Materialraum verfügen. Zudem sollte es möglich sein, in weiteren Räumen und im Aussenbereich realistische Unfallsituationen nachzustellen. «Die Räume werden im Durchschnitt zwei- bis dreimal pro Woche benutzt, mehrheitlich am Abend», schildert Viel. Hinweise zu möglichen Räumlichkeiten nehme er gerne entgegen.

Im Moment behilft sich der Samariterverein damit, für seine Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen Lokalitäten an einzelnen Abenden zu mieten. Zudem konnte er für seinen Reanimations-Grundkurs und -Repetitionskurs auch schon ins grosse Sitzungszimmer des Schweizerischen Samariterbundes, der seinen Sitz in Olten hat, ausweichen. Schliesslich wollen die Oltner Samariter ihr Kursjahresprogramm durchziehen. Diese Notlösungen seien aber mühsam. «Wir müssen das Kursmaterial für jede Veranstaltung in unserem Zwischenlager auf dem Hauenstein holen und wieder zurückbringen», so Viel. Auf Dauer ist das keine Lösung. Für Co-Leiter Viel ist deshalb klar: «Sollte es uns nicht gelingen, ein finanzierbares Kurslokal zu finden, ist der Fortbestand unseres Vereins sehr stark infrage gestellt.»

Zu den finanziellen Möglichkeiten des Samaritervereins Region Olten macht Viel klar: «Wir sind nicht auf Rosen gebettet. Wir schreiben in unserem Jahresabschluss eigentlich immer rote Zahlen, wenn auch im tiefen Bereich.» Für den Samariterverein ist es daher unumgänglich, die Tarife zu erhöhen. «Wir leisten einige Sanitätsdienste für die Stadt, nun müssen wir dafür mehr verlangen», sagt Viel. Zudem werde man in Bälde mittels einer nationalen Sammelaktion die Bevölkerung auf die aktuelle Situation aufmerksam machen. Die Samariter erhoffen sich dadurch einige Spenden. Vorsorglich wurden zudem schon mal die geplanten Investitionen in eine neue Vereins-Homepage und in ein neues Zelt auf Eis gelegt, damit mehr Geld für Mietkosten übrig bleibt.