Es wird wärmer. Die Tage werden länger. Zeit, endlich wieder öfter vor die Tür zu gehen und den Frühling in vollen Zügen zu geniessen. Blöd nur: Besonders einladend kommt das von Baustellen geprägte Oltner Stadtzentrum momentan nicht daher. Doch unweit von Baugrube und Bagger befindet sich ein vergessener Park. Man muss nur etwas höher schauen, um die erhöhte Grünfläche inklusive zahlreichen Sitzgelegenheiten und kleinem Tümpel zu finden.

Zwei Treppen führen hinauf zum Dachgarten des Oltner Stadthauses. Doch oben angekommen schreckt die Besucher ein Warnschild ab. Betreten Verboten. Es wäre ein Leichtes das nicht mal einen Meter hohe Gitter-Törchen zu überschreiten. Doch das Schild wird seinen Grund haben.

Thomas Marbet, Vize-Stadtpräsident und Baudirektor sagt: «Aus Sicherheitsgründen darf die Terrasse nicht für die Öffentlichkeit freigegeben werden.» Dazu kommt, dass sich auf dem Dachgarten ein kleines Mikrobiotop entwickelt. «Dieses sollte auch einen gewissen Schutz geniessen», so Marbet.

Warum stehen dann aber mehrere Bänke und Tische einladend in der Sonne bereit? Der Grund ist, dass die Dachterrasse des Stadthauses teilweise durch Besucherinnen und Mitarbeitende der Stadt Olten genutzt wird. Diese nutzen auch den «legalen Eingang» durch das Stadthaus, wenn sie ihre Raucher- oder Mittagspause im Garten verbringen wollen.

Keine Nutzung, kein Umbau

Der Oltner Stadtplaner Lorenz Schmid hat nicht vor, den Dachgarten mittles kleiner Umbaumassnahmen zu einem Verweilpunkt für die Öffentlichkeit zu machen. «Man müsste den Dachgarten sehr stark aktivieren, damit er genutzt wird», sagt Schmid. Im Widerspruch zu Baudirektor Marbet sagt der Stadtplaner aber auch: «Wenn das Stadthaus geöffnet ist, kann jeder da hin.» Das Angebot würde aber nicht genutzt. Deshalb bestünde auch keinerlei Bedürfnis, irgendetwas zu ändern.»

Ohne eine Cafeteria oder Ähnliches in der Nähe sieht Schmid keinen Handlungsbedarf. «Es bräuchte schon einen Spielplatz auf dem Dach. Doch das ist aus architektonischen und ökologischen Gründen nicht möglich», sagt Schmid. Die Terrasse wird wohl auch in Zukunft ein Dachgarten für Auserwählte bleiben. Da hilft es auch nicht, dass die Verwendung des Dachgartens ursprünglich anders geplant war.