Die Schichtmannschaft des AKW Gösgen führte am 20. April um 13.22 Uhr eine periodische Reaktorschutzprüfung mit Start eines Notstromdiesels durch den Reaktorschutz durch, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) am Dienstag auf einer Website schreibt.

Beim Prüfschritt zum Start des Notstromdiesels durch den Reaktorschutz sei anstelle der in der Prüfvorschrift verlangten die benachbarte Prüftaste eines anderen Auslösestrangs gedrückt worden.

Die Folge: Das Drücken dieser Prüftaste unterbrach die Versorgung der zugeordneten Notstromschiene ab der Normalnetzschiene.

Wie für solche Fälle vorgesehen, startete gemäss ENSI automatisch der zugeordnete Notstromdiesel und versorgte die Notstromschiene wieder mit Spannung. Letztlich wurde die Reaktorschutzprüfung wiederholt und erfolgreich abgeschlossen.

Das Vorkommnis hatte gemäss Aufsichtsbehörde insgesamt eine geringe Bedeutung für die nukleare Sicherheit.

Bessere Kennzeichnung mit Farben

Um zukünftig Verwechslungen zu vermeiden, wird die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (KKG) die entsprechenden Auslösestränge mit gut sichtbaren, farblich markierten römischen Zahlen versehen. Die Prüftasten für die vier Auslösestränge sind auf der Reaktorschutzprüftafel nebeneinander angeordnet.

Die AKW-Betreiberin prüft zudem den Einsatz einer mechanischen Blockierung, um eine ungewollte Betätigung zu verhindern. Weil es im Juli 2013 im AKW Gösgen zu einem ähnlichen Vorkommnis gekommen war, fordert das ENSI, dass die beiden Vorkommnisse am Simulator nachgestellt werden. Die Aufsichtsbehörde will bei dieser Nachstellung dabei sein.(sda)