Kam es in den vergangenen Jahren lediglich zu Glimmbränden auf der Oltner Alten Brücke, «sind die Schäden nach dem Brand von Mittwoch enorm, wie die ersten Abklärungen ergeben haben.» So umschreibt die Stadtkanzlei in ihrer Medienmitteilung von Donnerstag die Situation am Tag danach.

Brandursache des Oltner Holzbrückenbrandes geklärt

Brandursache des Oltner Holzbrückenbrandes geklärt

Eine Zigarette verursachte den Brand der Oltner Holzbrücke. In den letzten 6 Jahren ist es schon das 5. Mal, dass die Brücke wegen Rauchern brennt.

Die Fachleute gehen nach dem Brand davon aus, dass insgesamt mehrere hunderttausend Franken für die Reparatur der Holzbrücke aufzubringen sind. Dafür besteht glücklicherweise eine Versicherung, wie die Stadtkanzlei bestätigt.

Nicht einsturzgefährdet

Die Brücke ist zwar nicht einsturzgefährdet; die Tragfähigkeit ist indessen durch die Brandfolgen reduziert und die Schäden an der «Fahrbahn» und an den Werkleitungen sind gross. Weil die Joche nicht mehr genügend Tragkraft besitzen, muss auf der Holzbrücke eine aus zwei Stücken bestehende, insgesamt 40 Meter lange und zwei Meter breite Notbrücke erstellt werden.

Brand Holzbrücke in Olten – die Feuerwehr löscht vom Land und von Booten auf der Aare aus

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Wegen der dafür notwendigen Vorbereitungsarbeiten und dem Einbau selber bleibt die Holzbrücke voraussichtlich bis kommenden Mittwoch, 4. April, nachmittags total gesperrt. Die erforderlichen Stahlträger werden am kommenden Dienstag von der Seite des Postplatzes her möglichst frühmorgens eingebracht, um den Verkehr im Umfeld nicht übermässig zu beeinträchtigen. Zudem werden die durch den Brand beziehungsweise die Löscharbeiten entstandenen Löcher im Belag vorerst provisorisch gedeckt.

Flammen am  28. März an der Oltner Holzbrücke – die Videos unserer Leser

Flammen an der Oltner Holzbrücke – die Videos unserer Leser

Kurz vor Mittag des 28. März meldeten Anwohner, dass sich über der Oltner Holzbrücke starker Rauch gebildet hat. Die Polizei Kanton Solothurn bestätigt die Meldung, kann jedoch noch keine Angaben zur Ursache machen. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.

Die Notbrücke ist für den Veloverkehr (ausser gestossene Velos) gesperrt und wegen des Höhenunterschieds von 50 bis 60 Zentimetern (2 bis 3 Treppenstufen) nicht behindertengerecht. Sie bleibt nach Auskunft der Stadtkanzlei für voraussichtlich rund ein halbes Jahr bestehen.

Vier Monate davon werden detaillierte Untersuchung, Vorbereitungsarbeiten und die Beschaffung des Holzes in der benötigten Qualität benötigen; rund zwei Monate sind eingerechnet für die effektive Bauzeit. Für die Brücke, die denkmalgeschützt ist, wird vornehmlich das Holz der Weisstanne genutzt.

«Das ist nicht unbedingt in ausreichender Menge beziehungsweise Kompaktheit auf dem Markt und muss je nachdem sogar speziell geschlagen, getrocknet und aufbereitet werden», sagt Marcel Dirlam vom städtischen Tiefbauamt, welches in den letzten beiden Jahren dafür besorgt war, dass Fugen an der Konstruktion der Alten Brücke verschlossen wurden, um nach der Häufung vom Glimmbränden dieser Gefahr zu begegnen.

Brandursache geklärt

Bezüglich Brandursache konnte die Polizei Kanton Solothurn am Donnerstagnachmittag konkrete Angaben machen. «Unvorsichtiger Umgang mit Raucherwaren wurde als Brandursache ermittelt», erklärte Polizeisprecherin Astrid Bucher auf Anfrage. Es gebe aber keine tatverdächtige Person, so die Polizei weiter. Weitere Abklärung würden laufen.

Damit sind all jene Stimmen relativiert, die seit Mittwoch nicht müde wurden, von einer Brandstiftung auszugehen. Dabei stützten sich Meinungen auf bewegte Bilder aus den sozialen Medien. Diese hatten auf eine schon fast explosionsartige Entfachung und Verbreitung des Feuers hingedeutet; an sich eher ungewöhnlich.

Ohne Personenschaden

Der Tag danach zeigt: Die Rettungskräfte sind mit ihrem Einsatz zufrieden. Dies jedenfalls gibt Rolf Friedli von der städtischen Feuerwehr zu verstehen. «Wir haben zügig und sehr kooperativ handeln können, und zwar in den unterschiedlichsten Bereichen», so Friedli.

Neben den Feuerwehren Untergäu und Unterer Hauenstein und andern Blaulichtorganisationen war auch der örtliche Pontoniersportverein im Einsatz. Der stellte einen Ponton bereit, welcher im Verlauf der Brandbekämpfung als zweites Löschboot zum Einsatz kam.

«Was auf unserer Prioritätenliste halt stets zuoberst auftaucht, ist der Umstand, dass weder Zivilpersonen noch Rettungskräfte persönlich zu Schaden kommen», hält Friedli fest. «Das haben wir umsetzen können. Gepaart mit der reibungslosen und ergänzenden Zusammenarbeit aller Beteiligten.»

Der Brand auf der Oltner Holzbrücke war auch Thema in der Sendung «Fokus» auf Tele M1:

Der Oltner Brückenbrand wühlt auf

Der Oltner Brückenbrand wühlt auf

Die Oltner Brücke brannte wegen einer Zigarette. Stadtpräsident Martin Wey meint aber, ein Rauchverbot würde weitere Brände nicht verhindern.