Olten
Nomen est omen: Elias Koch kennt sein Handwerk

Mit seinem selbst kreierten Drei-Gänge Menü mit Vorspeise «Herbst Sediment», Hauptspeise «Entenjagt» und Dessert «Roter Tümpel» triumphiert Elias Koch (22), Sous-Chef der Oltner Patoro AG, am Swiss Culinary Cup (SCC) und holt sich den ersten Platz.

Liliane Manzanedo
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Konzentriert am Werk
6 Bilder
Eine der Vorspeisen von Elias Koch
Hauptgang
Nachspeise
Elias Koch von der Event- und Laborküche La Cocina in Olten gewinnt Swiss Culinary Cup 2015
Pascal Schwarz (l.), Elias Koch (M.) und Patoro-Inhaber Patrick Jonas Martin (r.).

Konzentriert am Werk

zvg

Jungkoch Elias Koch (22) gewinnt den wichtigsten Kochnachwuchswettbewerb der Schweiz. Gegen sechs weitere Finalisten setzte er sich beim Finalkochen, in der Berufsfachschule Baden, durch und durfte einen Pokal und den Hauptgewinn von 4000 Franken mit nach Hause nehmen: «Es ist eine weitere Referenz mehr, die mir neue Wege eröffnet. Ich bin sehr froh, gewonnen zu haben, ich habe es mir mit viel erarbeitet. »

Der Gewinner kocht in Olten

Seit August arbeitet Elias Koch für die Patoro AG in Olten, welche im Jahre 2001 von Patrick Jonas Martin gegründet wurde. Patoro ist eine Zigarrenmarke, dessen Herzstück, der gleichnamige Patoro Privat Club in Olten beheimatet ist. Gründer und Inhaber Patrick Jonas Martin produziert diese mit seinem Geschäftspartner Pablo Richard (Neffe von Dr. Schneider ehem. Daffidoff Inhaber) in Santiago der Dominikanischen Republik und begeistert damit nicht nur die Aficionados, die Mitglied des exklusiven Patoro Clubs sind, sondern auch Liebhaber rund um den Globus.

Die Mitglieder erwartet eine exquisit möblierte Lounge und — wer hätte es gedacht — einer der grössten Humidore Europas. Dort rauchen dürfen nur Mitglieder. Zigarren kaufen dürfen hingegen alle. Gleich im Gebäude nebenan liegt «La Cocina» (die Küche), Patoros Eventküche und Kochlabor wo Sous-Chef Elias Koch seine Kochkünste anwenden darf.

Swiss culinary cup

Organisiert wird der SCC vom Schweizer Kochverband, einem Berufsverband der Hotel & Gastro Union. Um teilnehmen zu dürfen müssen die Kandidaten als Köche und Köchinnen ausgelehrt sein und dürfen keine Kochchef-Positionen belegen.
Zirka 150 Einsendungen treffen jährlich beim Schweizer Kochverband ein. Die Bewerber müssen Drei-Gänge Menüs erstellen, fotografieren und rezeptieren. Anhand der eingetroffenen Dossiers, werden die sechs Finalisten ausgesucht, die dann eingeladen werden ihre Menükreationen vor Augen einer prominenten und hochkarätigen Jury zu zaubern und sie von ihr degustieren zu lassen. Die Jury teilt sich auf in zwei Teams. Das erste Team nimmt die Hygiene und Wirtschaftlichkeit unter die Lupe, das zweite Team bewertet die Gerichte.

Je nach Event steht er Mal mehr Mal weniger in der Küche. Im Patoro kümmert sich der Jungkoch nämlich auch um die Bar, die Betreuung der Gäste oder um die Beratung der Zigarrenliebhaber. Wenn «La Cocina» ruft, dann kocht er an der Seite von Küchenchef Pascal Schwarz. «Wir ergänzen uns gut», weiss Koch. Sie gehen auf Menü-Wünsche der Patoro-Mitglieder ein, auch kurzfristig und spontan.

Pascal Schwarz, der Verantwortliche der Patoro «La Cocina», nahm bereits zwei Mal am Swiss Culinary Cup teil. Schwarz wusste, worauf es ankommt und konnte so seinen jetzigen Arbeitskollegen bei den Probeläufen unterstützen. Sein selbstkreiertes Gericht servierte der SCC-Gewinner in zwei Probeläufen diversen Patoro-Gästen: «Ihre Resonanzen waren hilfreich, es sind Leute die oft auf höherem Niveau essen gehen. Sie konnten mir ein kompetentes Feedback geben.»

Nicht nur Koch

Er heisst zwar Koch und ist auch Koch, damit hat es sich aber nicht erledigt: «Gleich nach meiner Lehre im Landgasthof Kreuz in Obergösgen, knüpfte ich die zweite Ausbildung zum Konditor-Confiseur an. Ich wollte mir einen beruflichen Vorteil erschaffen.»

Nachdem er Eigeninitiative gezeigt hatte und erfolgreich seine verkürzte, zweite Lehre bei der Suteria in Solothurn abschloss, hiess es Einrücken ins Militär. Und auch hier erwies sich die absolvierte Rekrutenschule als neuer Wegbereiter: Zurzeit ist er Mitglied des Swiss Armed Forces Culinary Teams.

Essen als Erlebnis

Mit seinem Sieg beim SCC sorgte er auch privat für Aufmerksamkeit: «Meine Freunde, die nicht aus der Gastronomie sind, freuen sich ebenfalls sehr für mich. Sie waren sich dem Stellenwert dieses Wettbewerbs nicht bewusst.» Er sieht das Kochen als Handwerk und das Essen als Erlebnis.

Koch erzählt von kritischen Freunden, die solche drei, vier oder mehr Gänge-Menüs zu teuer fänden und deshalb nicht auswärts in ein Restaurant essen gehen würden: «Ich habe bei mir zu Hause ein Acht-Gänge-Menü für sie zusammengestellt.» Und tatsächlich habe er es geschafft ihnen das Erlebnis des Essens näherzubringen.

Einen Lieblingskoch habe er nicht wirklich und was seine Zukunft betrifft: «Ich lasse mir meine Wege offen. Mir ist es wichtiger, alles was ich tue mit Energie und Ehrgeiz zu tun. Ich will mit Begeisterung und Elan an eine Sache heran, sonst muss ich sie nicht machen.»