Der Jodlerklub Olten (JKO) feierte am Samstag seinen runden Geburtstag mit einem bunten Programm. Den Jubiläumsjodlerabend im Trimbacher Mühlemattsaal stellte er unter das Motto «100 Jahre — aber nimmermüde». Der Oltner Stadtpräsident Martin Wey, der auch die Grüsse der Gemeinde Trimbach und der Bürgergemeinde Olten überbrachte, griff in seiner Rede diese Devise auf. Den Hundertjährigen schenke der Kanton jeweils einen Lehnstuhl; hier jedoch verzichte er auf dieses Mitbringsel, bemerkte Wey mit einem Augenzwinkern, da für die nimmermüden Oltner Jodler ein Ruhesessel ja überflüssig sei.

Die Präsidentinnen der Jodlerverbände, Karin Niederberger vom Eidgenössischen und Silvia Meister vom Nordwestschweizerischen, gratulierten dem Klub ebenfalls. Freude am Singen und Jutzen sowie die Pflege der Kameradschaft seien das Rezept für ein so langes Vereinsleben. Niederberger bat sodann auch die Partnerinnen der Jodler auf die Bühne und dankte ihnen fürs Hemdenbügeln mit einem Gutschein für ein Abendessen.

JKO-Präsident Roland Rötheli würdigte das Jodeln im urbanen Umfeld als willkommenen Ausgleich zu den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt. Er dankte allen, die für den Verein unschätzbares geleistet haben. Der Abend nutze der JKO, um ihnen etwas zurückzugeben.

Gäste aus dem Appenzell

Das Schwyzerörgeli-Trio Aaregruess aus dem bernischen Boll eröffnete das musikalische Programm mit dem traditionellen Betonmischer-Marsch und einem Fox von Melanie Oeschs Grossvater Hans. Das Trio mit Heinz Zaugg, Ruedi Gerber und Niklaus Steiner wechselte sich ab mit der Gastformation aus der andern Ecke der Schweiz, dem Engel-Chörli aus Appenzell. Der achtköpfige Männerchor aus dem Landsgemeindekanton wird geleitet von Emil Koller und besteht seit 35 Jahren in dieser unveränderten Zusammensetzung. Der Name rührt von der Wirtschaft zum Engel im Flecken Appenzell her, dem ursprünglichen Treffpunkt der Chorsänger.

Das Engel-Chörli erfreute das Publikum zuerst mit traditionellen Jodelliedern wie dem «Seealpsee» von Dölf Mettler sowie mit spontanem, textlosem Naturjodel in der Innerrhoder Form des Rugguuserli oder in der Ausserrhoder Variante des Zäuerli mit zwei Solostimmen. Sie hatten auch festgestellt, dass der Naturjodel auch in Tansania gepflegt wird, und wechselten beim «Lüdis Rugguuserli» zu afrikanischen Rhythmen über. Offensichtlich selber Spass hatten sie auch bei der Hymne auf den speziellen Schnitt der Appenzeller Trachtenhose «Stoff drufhere gnäiht» zur Melodie von «Strangers in the Night».

Der jubilierende Verein liess es sich nicht nehmen, das Publikum speziell willkommen zu heissen mit dem Jodellied «Grüess Gott» von Robert Fellmann und lüftete dabei den Trachtenhut zur Begrüssung. Die 17 Männer und drei Jodlerinnen unter der Leitung von Ursula Oegerli sangen als Höhepunkt «Schöni Zyte» von Josef Baschung. Zu diesem Lied holten sie den Komponisten auf die Bühne. Schliesslich forderte das Trio Aaregruess alle zum Tanze auf.