Olten

Nils Löffel will für Olten jetzt! in den Stadtrat: «Wir wollen die Stadt noch aktiver mitgestalten»

Nils Löffel will für Olten jetzt! in den Stadtrat.

Nils Löffel will für Olten jetzt! in den Stadtrat.

Der Parteipräsident Nils Löffel von Olten jetzt! will in den Stadtrat – bei diesen Punkten möchte er sich einbringen.

Bei den vergangenen Gemeindeparlamentswahlen im Jahr 2017 holte sich Olten jetzt! im ersten Anlauf gleich 4 von 40 Sitzen. Nun will die Partei, die vor vier Jahren gegründet wurde, mit Nils Löffel auch ein Mandat im fünfköpfigen Stadtrat erobern. «Wir wollen die Stadt noch aktiver mitgestalten», sagt Löffel gegenüber dieser Zeitung. Die Einflussnahme im Gemeindeparlament sei begrenzt. Die Vision, wie die Stadt künftig aussehen soll, sei im Stadtrat besser einzubringen.

Der bald 31-Jährige, der in Olten vor allem durch sein kulturelles Engagement beim Lokal Coq d’Or und beim Open Air OltenAir aufgefallen ist, ist bisher politisch nicht gross in Erscheinung getreten. Als Parteipräsident ist er häufig bei Fraktionssitzungen anzutreffen und erhalte alle Unterlagen aus dem Gemeindeparlament. Daher betrachtet Löffel es nicht als Nachteil, dass er bisher nicht in der Legislative vertreten ist. Bei den Parlamentswahlen im April 2017 landete er auf dem fünften Platz. Nachrutschen wird er auch bis kommenden Sommer nicht, wie er versichert: Keine der vier Olten-jetzt!-Vertreterinnen und -Vertreter werde zurücktreten. Löffel sieht für sich nun trotzdem den richtigen Zeitpunkt gekommen, um sich auch stärker politisch für Olten zu engagieren. Im beschaulichen Linden im Emmental aufgewachsen und vor rund 12 Jahren der bezahlbaren Mietpreise und günstigen Lage wegen in Olten und nicht wie gewünscht in Zürich gelandet, möchte er die Stadt nicht mehr missen: «Sie hat eine überschaubare Grösse, und man findet sehr schnell Anschluss, wenn man denn will.»

Der studierte Sozialarbeiter, der bei der kantonalen Verwaltung die Anlauf- und Koordinationsstelle für Kinder- und Jugendfragen leitet, bringt in seinen Augen auch genügend Führungserfahrung mit. Zudem habe er ein Verständnis dafür, wie eine Verwaltung ein stärkeres Dienstleistungsbewusstsein verkörpern könnte – ein Aspekt, den er bei der Stadt Olten teilweise vermisst. Damit hängt auch ein Vorsatz zusammen, welchen er sich als Stadtrat stark zu Herzen nehmen würde: Projekte ermöglichen statt verhindern. Er höre nämlich immer wieder, dass es relativ schwierig sei, in der Stadt etwas umzusetzen respektive als erstes die Antwort käme, dass es wahrscheinlich nicht gehe und etwas kosten würde. Wenn es ein Engagement aus der Zivilgesellschaft gebe, dann sei dies zuerst einmal positiv und müsste auch dementsprechend gewürdigt werden, ist Löffel überzeugt. Es gehe auch nicht darum, für Projekte gleich Geld fliessen zu lassen. Es sei vielmehr eine Haltungsfrage, einer Idee zuerst einmal positiv zu begegnen. «Ich habe das auch schon selbst erfahren», sagt Löffel. So hiess es etwa bei der Stadt auf die Idee, das OltenAir über den 1. August durchzuführen, dass dies bestimmt nicht möglich sei.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht er auch bei Themen wie der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum – positiv vermerkt er in diesem Fall die Stühle, die vor zwei Jahren auf Plätzen zum Sitzen ohne Konsumationszwang aufgestellt wurden – oder der Förderung von Zwischennutzungen – positiv erwähnt er dabei das Restaurant Terminus mit seinem Ableger «Twelve Weeks» vor dem ehemaligen Naturmuseums-Gebäude. Unzufrieden ist Löffel damit, dass Themen wie die Sicherheit zu wenig ganzheitlich angegangen werden. Als negatives Beispiel erwähnt er das Projekt Sicherheit, Intervention und Prävention, kurz SIP. «Es braucht mehr zu einer ganzheitlichen Sozialplanung, als einfach eine Patrouille durch die Stadt zu schicken.»

Ursprünglich wollte Olten jetzt! dem Wahlvolk ein Zweierticket präsentieren. Eine interessierte Frau sagte aber dann ab, als die Kandidatur konkreter werden sollte. «Es ist extrem schade, dass sich nicht mehr Frauen aufstellen lassen», sagt Löffel zum Umstand, das bisher erst eine Frauenkandidatur für den Stadtrat bekannt ist. «Da müssen wir uns auch an der eigenen Nase nehmen.»

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