Olten

Nicht nur die Rötelschwalbe war letztes Jahr zu Gast

Kraniche am Oltner Himmel (November 2013) ZVG

Kraniche am Oltner Himmel (November 2013) ZVG

Kiebitze, Raubwürger, Ortolane und Co.: 188 Vogelarten sorgten im letzten Jahr für spannende Beobachtungen bei den Ornithologen in der Region Olten.

Im letzten Jahr startete der ornithologische Verein Olten auf seiner Website eine Jahresartenliste. Damit möchte der Verein darauf aufmerksam machen, wie viele Vogelarten während eines Jahres in der Region beobachtet und wann die verschiedenen Vogelarten zum ersten Mal gesehen werden. Als Region zählen hier die Bezirke Olten, Gösgen und Gäu und unmittelbar angrenzende Gebiete.

2013 war ornithologisch ein sehr interessantes Jahr. Insgesamt wurden 188 verschiedene Vogelarten registriert. Der Bericht blickt auf einige der ornithologischen Besonderheiten vom letzten Jahr zurück.

Vögel können fast überall und zu jeder Jahreszeit beobachtet werden. Besonders interessant sind die Zugzeiten im Frühling und im Herbst, wenn neben den heimischen Vogelarten auch viele Brutvögel aus Nord- und Osteuropa bei uns vorbeikommen. Für die Jahresartenliste ist die Zeit zwischen Mitte März und Ende April besonders spannend, in dieser Zeit können fast täglich neue Arten entdeckt werden, die aus ihrem Winterquartier zurückkommen. Im Mai treffen dann die letzten einheimischen Zugvögel ein und die Liste der regelmässig auftretenden Arten geht langsam zu Ende. Im restlichen Jahresverlauf kommen meistens nur noch wenige, regional seltene Arten, hinzu.

Zu den interessantesten Beobachtungsgebieten gehören Feuchtgebiete und Gewässer. Auch wenn bei uns an der Aare verhältnismässig wenig Wasservögel zu sehen sind, konnten zwischen dem Stau Wynau und Erlinsbach eine ganze Reihe verschiedener Wasservögel aufgespürt werden. Löffelente, Bergente, Seiden- und Purpurreiher, Sichel- und Alpenstrandläufer waren einige seltene Gäste im letzten Jahr.

Für grosse Überraschungen sorgten Rallenreiher, Trauer- und Raubseeschwalbe, die sich noch kaum je in der Region blicken liessen. Die Gewässer ziehen neben Wasservögeln auch viele andere Vogelarten an, etwa Schwalben, die über dem Wasser nach Insekten jagen. Letztes Jahr wurde unter Hunderten von Mehl- und Rauchschwalben auch eine Rötelschwalbe entdeckt und mit Fotos dokumentiert. Diese südeuropäische Art wurde zum ersten Mal in der Region beobachtet.

Viele verschwunden

Im Kulturland sind zwar viele Vogelarten als Brutvögel verschwunden, da sie im heutigen Landwirtschaftssystem keinen Platz mehr haben. Vor allem im Frühling und im Herbst lohnt es sich aber trotzdem, die Felder nach rastenden Gastvögeln abzusuchen. Regelmässig waren Steinschmätzer, Schafstelze und Braunkehlchen zu beobachten, mit etwas Glück konnten auch Arten entdeckt werden, die im Schweizer Mittelland als Brutvögel stark zurückgegangen oder ganz verschwunden sind wie etwa Kiebitze, Raubwürger, Ortolane, Wendehals und Wiedehopf. Sie bleiben meistens nur kurze Zeit hier und ziehen dann weiter in nördlicher gelegene Brutgebiete.

Manchmal lohnt sich auch ein Spaziergang in der Stadt, um seltene Vögel zu sehen. So konnten im letzten Jahr mehrmals Fischadler beobachtet werden, die der Aare entlang direkt über Olten hinweg zogen und einmal kam sogar ein Trupp der farbenprächtigen Bienenfresser vorbei. Ein besonderes Schauspiel fand Anfang November statt, als mehrere Kranich-Trupps vorbei zogen auf dem Weg in ihre Winterquartiere, diese eleganten Vögel konnten in den letzten Jahren häufiger beobachtet werden, besonders im Spätherbst.

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