Zirkus Knie in Olten

Nicht nur die Aufführung ist spektakulär

Auch mit dem Aufbau versetzt der Zirkus Knie die Besucher in der Schützi in Olten ins Staunen. 120 Arbeiter packen mit an und meistern die logistische Herausforderung im engen Zeitplan.

Wer seit gestern Morgen an der Schützi vorbeifährt, erblickt bereits von Weitem die Spitzen eines weiss-roten Zirkuszeltes. Dieses gehört unmissverständlich zum Zirkus Knie, welcher am Sonntag in Langenthal die letzte Vorstellung gab und nun von Mittwoch bis Freitag in Olten gastiert.

Zeltmeister Roger Mühlematter erklärt, wie der Wechsel zwischen den Aufführungsorten vonstattengeht: «Nach Ende der letzten Abendvorstellung beginnt das Team jeweils sofort mit dem Abbau. Wenige Stunden später wird das Zirkusmaterial an den neuen Standort transportiert, an welchem um etwa fünf Uhr morgens der Wiederaufbau beginnt.» Nur etwa sechs bis sieben Stunden braucht das Team, bestehend aus Zeltarbeitern, Elektrikern und Tierpflegern, für den Aufbau. Dabei sei es wichtig, weder Bäume noch Lampen oder Parkuhren zu beschädigen. «Es sind teilweise sehr kurze Nächte mit nur zwei Stunden Schlaf», sagt die Assistentin des Medienbüros, Michèle Feierabend.

Der Zeitplan ist eng, aber das multikulturelle Aufbauteam ist eingespielt und jeder Handgriff sitzt. 120 Arbeiter, hauptsächlich aus Polen und Marokko, richten das zweieinhalb Tonnen schwere Zelt auf. Auch wenn dabei die verschiedensten Sprachen aufeinandertreffen, so sei die Verständigung nie ein Problem, bemerkt Feierabend.

Befestigt werden die verschiedenen Zelte mit eineinhalb Meter langen Verankerungen, die mit einer speziellen Maschine in den Boden gerammt werden. In Olten begrüsst das sogenannte Nostalgiezelt mit der traditionellen Front die Besucher. In der Schützi bauen die Mitarbeiter das kleinere Zirkuszelt auf, welches mit einem Durchmesser von 44 Metern noch immer eine beachtliche Grösse aufweist.

Das um zwei Meter grössere Zelt bietet Raum für eine Reihe mit 200 Sitzplätzen mehr. In Olten können somit 2084 Personen pro Aufführung das diesjährige Programm «Wooow» bestaunen. Dass dem Zirkus heuer weniger Fläche zugesprochen wird, verneint Christoph Koch, der städtische Bereichsleiter Gewerb. Insgesamt 30 000 Quadratmeter Platz braucht der Zirkus, allein 5000 davon benötigt das Zelt.

333 Vorstellungen

An 40 Orten findet dieser Auf- und Abbau statt, denn so viele Schauplätze bereist der Nationalzirkus während der diesjährigen Tournee mit insgesamt 333 Vorstellungen. Auch in diesem Jahr bietet das Programm Wunder für gross und klein. Mit den akrobatischen Darbietungen, Komikern und verschiedenen Tiernummern ist für jedermann etwas dabei. Nur die Elefanten fehlen. Bereits zum zweiten Mal treten diese Tiere nicht mehr in der Manege auf, sondern bleiben im Kinderzoo in Rapperswil.

Da der Import von asiatischen Elefanten in die Schweiz nicht mehr erlaubt ist, verzichtet der Zirkus auf die Auftritte. «Im Zoo kann der Bestand der vom Aussterben bedrohten Tiere gewährleistet werden», erläutert Feierabend. Dies habe zur Folge, dass die Familie von Franco Knie Junior, welche bislang mit den grossen Tieren aufgetreten ist, dieses Jahr auf etwas kleinere Tiere zurückgreift. Sie präsentieren heuer eine Nummer mit Geissli. Die Familie von Fredy Knie Junior tritt nach wie vor mit ihren Hengsten auf.

Internationale Künstler

Mit dabei ist auch der Streichelzoo, welcher mit Lamas, Ponys und Geissli Kinderaugen strahlen lässt. 56 Künstler aus aller Welt vervollständigen das Programm. Mit dabei sind unter anderem auch die chinesische «Xinjiang Troupe» und Clown «Housch-ma-Housch» aus der Ukraine.

Am Freitagabend, nach der letzten Vorstellung, werden die Zelte innerhalb von bloss vier Stunden wieder abgebaut und nach Zofingen, dem nächsten Spielort, transportiert. In Olten hinterlässt der Zirkus nicht nur sichtbare Spuren in Form von Einschlaglöchern im Teer oder vereinzelten Sägespänen. Sondern auch schöne Erinnerungen in den Köpfen der Besucher.

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