Gunzgen

Nicht ein Aprikosen dafür ein Pfirsich-Paradies gleich um die Ecke

Nicht in San José, Marbella oder Almeria in Spanien - nein: Mitten zwischen Häusern, Wiesen und dem Dorfkern in Gunzgen wachsen auf freiem Feld die Pfirsiche von Heinrich «Heiri» Hummel.

Nach erfolglosen Versuchen mit Aprikosen steht nach fünf Jahren erstmals ertragreiche Pfirsich-Ernte an. Der 70-jährige Untergäuer Heinrich Hummel hatte vor zehn Jahren 200 Aprikosen- und Pfirsich-Bäume gepflanzt.

Zehn Jahre ist es her, seit der Gunzger Viehhändler Heinrich Hummel am Dorfrand auf 50 Aren Pachtland 200 Aprikosen- und Pfirsich-Bäume pflanzte. «Heiri», wie der mittlerweile 70-jährige Untergäuer genannt wird, kennt man nur mit Hut und Stumpen. Ein Original aussterbender Sorte. Auch heute noch geht er nach wie vor mit viel Leidenschaft seinem Beruf nach. Und für seine Jahre nach der Pensionierung wollte sich Hummel mit seiner Obstplantage vor gut 10 Jahren noch einer neue Herausforderung stellen.

«Es braucht Ausdauer, Freude und Leidenschaft, sonst kannst du das nicht machen», meint Hummel inmitten seines Fussball-WM-Stüblis, wo er derzeit die Abendstunden mit Nachbarn und Freunden verbringt. Dann, wenn nicht gerade die täglichen Kontrollgänge und Arbeiten wie mulchen oder ausdünnen oder aufbinden schwerer Äste bei seinen Pfirsichbäumen anstehen.» Ich will einfach etwas unternehmen und nicht auf der faulen Haut herumsitzen», so Hummel, den man sonst von seinen Touren mit dem Viehtransporter kennt.

Pfirsiche statt heikle Aprikosen

Von den einst vielen Aprikosenbäumen stehen nur noch gerade deren 20. Und es werden immer weniger. Gleichzeitig mit einem Obstbauern im Wolfwiler Schweissacker legte er damals eine Obstanlage mit Aprikosen an. Doch die leckeren Früchte gedeihen in unserem Klima kaum ohne massiven Pflanzenschutz und die meisten fielen der Monilia, einer Pilzerkrankung, die sich durch verwelkte Blüten, absterbende Triebe und faulende Früchte zeigt, zum Opfer.

Wie sein Wolfwiler Kollege hat er die Aprikosen daher weitgehend gerodet; noch sind es gerade mal 20 Bäume. Ersetzt hat er sie durch die drei Pfirsich-Sorten «Royal Gloria» und die beiden späteren Sorten «Red Haven» und «Benedicte». Letztere zwei werden nach den nun heranreifenden und ab Mitte nächster Woche genussreifen «Royal Gloria» die Ernte bis etwa Mitte September herausziehen. Bis jetzt rein defizitär, steht nach Hagel und Frost in früheren Jahren nun die erste gute Ernte an. «Heuer stimmt einfach alles – der Frühling, das Wetter und das Wasser».

Viehhändler Heinrich "Heiri" Hummel, Pfirsich-Produzent aus Gunzgen

Die Pfirsiche sind zwischen den Blätter gut zu sehen.

Viehhändler Heinrich "Heiri" Hummel, Pfirsich-Produzent aus Gunzgen

Und während die noch 20 Aprikosenbäume zusammen gerade mal rund 30 Kilogramm Früchte lieferten, gibt es bei den Pfirsichen als exotische Nischenfrüchte gleich pro Baum fünf bis 20 Kilogramm zum Ernten. Und dies bei weitaus weniger Pflegeaufwand. Neben Bodenpflege und richtigem Baumschnitt sind dies vor allem die Düngung und zwei Kupferspritzungen im Hochwinter. So aber gedeihen die aromatischen und saftigen Früchte selbst in unserem Mittelland-Klima sehr erfreulich. Der Pfirsich-Anbau wäre hier durchaus möglich, dagegen sprechen im Erwerbsanbau in der Schweiz eher der fehlende Zollschutz und im Vergleich zum Ausland zu hohe Produktionskosten für das aus Asien stammende Steinobst.

Probleme mit dem Absatz kennt Hummel nicht. Ich habe immer ein paar Kisten für die Bauern dabei, wenn ich auf Tour bin. Wer will, kann sie bei uns an der Banackerstrasse 2 in Gunzgen kaufen – oder unter Aufsicht direkt auf dem Feld ab Baum ablesen. «Voll ausgereift und warm ab Baum und ohne lange Transporte aus dem Süden...» Zudem sind sie auch im Volg Gunzgen und beim Kreuzplatzhof in Boningen erhältlich.

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