Es gab doch nur einen Neujahrsapéro in der Stadt Olten. Und der war sehr gut besucht. Der privat organisierte Anlass auf dem Kaplaneiplatz wurde im Hinblick auf jenen in und vor der Stadtkirche abgesagt.

So prosteten sich Oltnerinnen und Oltner heute Mittwoch ab 11 Uhr zu und liessen es sich beim von Rathhauskellerwirt Roger Lang offerierten Apéro gut gehen. «Das sei doch keine Sache», sagte der auf sein Engagement angesprochene Lang lapidar. Und die Gäste kamen dabei auch in den Genuss einer stimmigen Ansprache von Autor Pedro Lenz. So etwas wie «Zämehaa» war die Losung seiner Rede. Will heissen: Die Menschen der Stadt sollen weiterhin im Dialog bleiben und sich dieser lebendigen und lebenswerten Stadt annehmen. Und: Politiker seien nicht eine Kaste für sich, sondern auch einfach nur Menschen. Schliesslich sei es nicht deren böser Wille, der den städtischen Apéro verunmögliche, sondern der budgetlose Zustand der Kommune.

Es gab auch musikalische Leckerbissen. Dafür sorgten Organist Christoph Mauerhofer und Erich Leimgruber, der mit seinem Alphorn angereist war und im Kirchenraum heimatliche Klänge ertönen liess. «Ich habe gedacht, ich bringe auch etwas mit», meinte Leimgruber als stellvertretender Leiter Werkhof im Ruhestand heiter. Dass dann noch die Stimmung aufkam, es gehe eben «auch ohne Stadt», war wohl eher dem Übermut eines noch fast jungfräulichen Jahres geschuldet. Aber das wussten die meisten sowieso.