Olten

Neugestaltung und Uferschutz beim Pontonierhaus: Erneut fahren die Schwimmbatterien aus

So präsentiert sich die Situation heute: Das erodierende Uferbord und eine kippenden Stützmauer sind Zeichen des Handlungsbedarfs.

So präsentiert sich die Situation heute: Das erodierende Uferbord und eine kippenden Stützmauer sind Zeichen des Handlungsbedarfs.

In Olten läuft das Baugesuch zum Uferschutz beim Pontonierhaus; im Oktober fällt der Startschuss zum 1,72 Mio. Franken teueren Projekt.

Kaum sind in Olten die Schwimmbatterien auf der Aare weggeräumt, fahren diese schon wieder auf. Erst in Winter 2018/2019 kamen solche bei der Sanierung der brandgeschädigten Holzbrücke zum Einsatz. Jetzt steht das nächst Bauprojekt am Wasser vor der Tür: Uferschutz am linken Aareufer beim Pontonierhaus. Noch bis 16. April liegt das Baugesuch im Stadthaus Olten auf. Das Projekt über 1,72 Millionen Franken sorgt zum einen für eine stabile Uferverbauung auf einem rund 150 Meter langen Flussabschnitt. Zum andern soll mit dem Bauvorhaben für die Öffentlichkeit ein verbesserter Zugang zur Aare geschaffen werden. Auch der Ein- und Ausstieg aus dem Wasser soll dort bequem möglich sein. Der Baustart ist für Oktober 2020 terminiert, im April 2021 soll das Projekt abgeschlossen sein. Gemäss ursprünglicher Planung hätten die Arbeiten in diesem Frühling abgeschlossen werden sollen. «Die Budgetdebatte hat die Realisierung des Vorhabens um ein Jahr nach hinten verschoben», so Stadtbaumeister Kurt Schneider auf Anfrage.

Gleich zwei Fliegen auf einen Streich

Die Verbindung der beiden Ziele hat ihren Ursprung in einem von Luc Nünlist (SP) Mitte Juni 2017 eingereichten Vorstoss im Gemeindeparlament. Dieser regte einen besseren öffentlichen Zugang ans Wasser im Bereich des Pontonierhauses an.

Die Uferböschung vom Pontonierhaus Aare aufwärts ist, wie Sichtungen zeigen, unstabil geworden: Unterspülte Ufermauer, Böschungserosion, Risse in der Fundation Uferweg, Risse und Fugen im Fussweg, Kippen der Stützmauer. Interessant: Die bestehende Ufermauer wird im Zuge der Bauarbeiten nicht etwa rückgebaut, sondern wirkt noch als Stabilisierungsfaktor bis zum Ende der Bauarbeiten. Danach wird die neue Ufermauer, welche der alten vorgebaut wird, die Stabilisierung übernehmen.
Von Pontonierhaus Aare abwärts wird gemäss Schneider die Rekonstruktion des ursprünglichen Uferzustandes angestrebt. Die alte Verbauung wird entsorgt, an deren Stelle folgt die Belegung des Uferbereichs mit Schroppen (grober Schotter)., Der Wechselwasserbereich wird mit Ästen oder Stecklingen ausschlagfähiger Hölzer bestückt. Das Ufer verläuft deutlich weniger linear, was Fischen Laichplatz, Kleinstlebewesen Lebensraum und im Zusammenhang mit der Uferbestockung Vögeln Nistgelegenheit bieten soll. Der besagte Uferabschnitt wird nicht öffentlich zugänglich sein.

Ein neues Naherholungsgebiet

Dies im Gegensatz zur Umgebung Pontonierhaus, wo neben neun Anlegestellen für die Boote auf der Plattform neben dem Pontonierhaus auch eine Wasserungsstelle mit Kran ausgerüstet wird, damit schweres Gerät zu Wasser gelassen oder an Land gebracht werden kann. Zudem werden im Uferbereich flussaufwärts Sitzblöcke als Verweilorte geschaffen. Die Umgebung Pontonierhaus wird zum eigentlichen Naherholungsgebiet, von dem Planer und politisch Verantwortliche zu verstehen geben, die unterschiedlichen Nutzer würden aneinander vorbeikommen. «Ich glaube, wir haben eine ganz akzeptable Lösung gefunden», sagt Peter Strub, einstiger Präsident der Pontoniere Olten und deren Vertreter in der projektbegleitenden Arbeitsgruppe. «Wir sind uns bewusst, dass mit der Neugestaltung mehr Leute dort anzutreffen sein werden.» Als Konsequenz liegen die Boote künftig rund zwei Meter vor der eigentlichen Uferlinie im Wasser. Dies soll verunmöglichen, in die Boote zu gelangen. «In den letzten Jahren kam es immer wieder vor, dass diese bestiegen wurden, dort Party gefeiert oder darin gar Feuer entfacht wurde», berichtet Strub. Zudem sind die Boote auch nicht mehr eng hintereinander liegend vertäut, damit Schwimmerinnen und Schwimmer bequem den Weg ins Aarewasser finden.

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