Das seit 1994 bestehende Forstrevier Untergäu aus den Bürgergemeinden Hägendorf, Wangen und der Gemeinde Rickenbach wird ab dem 1. Januar 2014 in dieser Form nicht mehr existieren. Was seinerzeit zur optimalen Bewirtschaftung der Wälder der drei Vertragsgemeinden geschaffen wurde, wird jetzt aus verschiedenen Gründen in Frage gestellt. Ein Grund ist der zur Zeit kränkelnde Holzabsatz-Markt, welcher die Jahresrechnungen des Reviers der letzten Jahre nicht von Gewinn strotzend erscheinen liess. Um dies zu verbessern, haben einige Leute der Bürgergemeinde Hägendorf einen neuen Weg zur besseren Holzvermarktung gesucht und in Form eines neuen Zweckverbandes Holzenergie Untergäu ihrer Meinung nach auch gefunden.

Dabei verkauft man nicht mehr nur Holz, sondern im Contracting-Verfahren wird zukünftig Wärme den Kunden angeboten. Diese Wärme wird erzeugt in eigenen Heizzentralen des Zweckverbandes, bestehend aus der Bürgergemeinde Hägendorf und der Gemeinde Rickenbach. Von diesen Heizzentralen aus können Objekte wie Schulhäuser und Wohnquartiere beheizt werden. Die Investitionen zur Erstellung dieser Heizzentralen werden für beide Gemeinden zusammen mit über drei Millionen Franken budgetiert.

Neuer Zweckverband ohne Wangen

Wieso fehlt die Bürgergemeinde Wangen in diesem Zweckverband? Seitens der treibenden Kraft aus Hägendorf ist nach Auffassung des Wangner Bürgerrats ein nötigender, fast beängstigender Druck in Sachen Beitrittszusage und finanzieller Beteiligung von 130 000 Franken zum Zweckverband aufgebaut worden. Wangen hat sich für die notwendigen Überlegungen zu Recht Zeit genommen, was zur Folge hatte, dass Hägendorf und Rickenbach den Forstreviervertrag einseitig kündigten.

Wangen wird dem Zweckverband aufgrund inakzeptablen Vorgehens und Behandlung eines Vertragspartners durch Nötigung seitens der Initianten, fehlenden Businessplans trotz Aufforderung zur Unterbreitung und zu grossem Risiko zufolge fehlender Fachleute nicht beitreten. Ausserdem kann die Bürgergemeinde Wangen auch in mittlerer Zukunft keine verlangte eigene Heizzentrale mit angeschlossenen Wärmebezügern sinnvoll garantieren. Somit wird sich nebst dem Zweckverband auch ein neues Forstrevier mit Hägendorf und Rickenbach, aber ohne Wangen formieren müssen.

Von den im Submissionsverfahren verlangten eingegangenen Offerten im Zusammenhang mit der Waldverpachtung der Wangner Wälder Homberg und Born sticht diejenige des Forstreviers Untergäu heraus. Die Waldkenntnisse durch den Revierförster dürften sich positiv auf das Preisangebot niedergeschlagen haben. Aus der Versammlungsmitte gab es dazu einige skeptische Voten, welche eine Zusammenarbeit auf Grund der vorgängig geschilderten Umstände als eher nicht erspriesslich sehen. Mehrheitlich ist aber eine Waldverpachtung an das «alte» und nachfolgend an das «neue» Forstrevier im Grundsatz mehrheitlich genehmigt worden. Die Waldpacht beträgt etwa 313 Hektaren Nutzholz zu rund 16 Franken pro Hektare und Jahr. Es gilt nun, seitens der Bürgergemeinde Wangen dem designierten Pächter einen Vertrag zu unterbreiten, in welchem ganz sicher die Vertragsdauer und die Beförsterung nach den hoheitlichen Richtlinien enthalten sein müssen.

Rechnungsabschluss befriedigend

Die Rechnung 2012 ist letztmals von der eigenen Rechnungsprüfung kontrolliert worden. Zufolge der immer höheren Ansprüche beim Controlling und wegen revisionsbezogenen Terminproblemen hat die Versammlung der bisherigen Rechnungsprüfungskommission Décharge erteilt und die Rechnungsprüfung ab Rechnung 2013 einem externen Fachorgan (Treuhand Peter Kofmel, Subingen) mit Kostendach 2500 Franken pro Jahr in Auftrag gegeben. Gleichzeitig muss demzufolge die Gemeindeordnung so angepasst werden.

Einige Kennzahlen zur genehmigten Rechnung 2012: Die Bürgerrechnung schliesst mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 11 063.45 ab. Während in den Bereichen «Liegenschaften und «Wasserversorgung» Ertragsüberschüsse von
Fr. 139 057.72 und Fr. 32 107.40 erarbeitet wurden, ergab sich beim Forst ein Aufwandüberschuss von Fr. 7051.40. In der Investitionsrechnung beträgt die Zunahme netto Fr. 173 454.20. Die Bestandesrechnung weist ein Eigenkapital von Fr. 1 774 481.72 sowie ein Fremdkapital von Fr. 5 934 205.10 auf.