Kappel
Neuerungen an der Chilbi: Weniger Platz, dafür mehr Charme

Die Chilbi Kappel findet dieses Jahr wieder auf der Dorfstrasse statt — das sind die Neuerungen im Vergleich zu 2016.

Sarah Kunz
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Bruno Kissling

Dem kleinen Dorf Kappel steht das Highlight des Jahres bevor: die Chappeler Chilbi. Jedes Jahr zieht der Anlass viele Besucher von ausserhalb ins 3000-Seelen-Dorf. Dies, weil die vielen ortsansässigen Vereine jeweils einen eigenen Stand stellen und die Besucher kulinarisch verwöhnen. 19 dieser Stübli wird es auch an der diesjährigen Chilbi geben, alle mit einem anderen Angebot: Pizza, Raclette, Würste, Hamburger, Crêpes und mehr – der Gaumen hat die Qual der Wahl. Nun gibt es beim traditionellen Anlass einige Neuheiten.

Auf Quartierstrasse gewechselt

Weil der Kreisel im letzten Jahr saniert wurde, musste die Chilbi damals auf die Dorfstrasse ausweichen — eine Quartierstrasse, die parallel zur Mittelgäustrasse verläuft. Heuer stellt die Kantonspolizei Solothurn weniger Bewilligungen für die öffentliche Benutzung von Kantonsstrassen aus.

Ausserdem wären die Kosten für allfällige Massnahmen zur weiteren Durchführung auf der Hauptstrasse enorm hoch. «Die Vereine hätten diese Kosten zu tragen. Deshalb entschieden sich alle einstimmig dazu, die Chilbi weiterhin an der Dorfstrasse durchzuführen», erklärt Arzu von Arb, Präsidentin des OK Chappeler Chilbi. Letztes Jahr hätte diese Entscheidung das OK noch vor eine schwierige Herausforderung gestellt. Innerhalb von nur drei Monaten hätte das bisherige Konzept überarbeitet werden müssen.

Dieses Jahr sei das Team um von Arb vorbereitet. Die Präsidentin ist sich sicher, dass mit diesem neuen Konzept auch viele neue Möglichkeiten eröffnet wurden, wie die Vereine das Potenzial ihrer Stände an der kleineren Quartierstrasse voll ausschöpfen können.

Die Rückmeldungen zur letztjährigen Chilbi waren dann auch hauptsächlich positiver Natur. «Die Strassen sind zwar schmaler, das hat jedoch den Charme der Chilbi erhöht», meint von Arb. Auf der Facebook-Seite der Veranstaltung gingen, neben vielen positiven Stimmen, zudem nur vereinzelt Verbesserungsvorschläge ein. «Durch den neuen Standort haben einige Stübli an Attraktivität gewonnen», schreibt eine Besucherin. Einige Stände hätten jedoch einen etwas unglücklichen Standort, was sich auf die Einnahmen ausgewirkt hätte.

Grundsätzlich lautete das Echo: Der Standort an der Dorfstrasse ist nicht schlecht, kann aber noch optimiert werden. Ein anderer Kritikpunkt waren die Standorte und die Anzahl der WC-Wagen. Für diese hat das Komitee neue Standorte gesucht und die Anzahl erhöht.

Auch sei es an der Dorfstrasse dunkler gewesen als auf der Mittelgäustrasse. Dies liegt daran, dass bei Quartierstrassen jeweils nur auf einer Strassenseite Lampen stehen und diese schwächer eingestellt sind, als diejenigen auf Hauptstrassen. Aus diesem Grund hat das OK jedoch mehr Girlanden aufgehängt. «Wir haben die entsprechenden Kritikpunkte aufgegriffen und umgesetzt», erzählt von Arb.

Vereine rüsten auf

Auch die Vereine nehmen intern Änderungen vor, um ihre Stände an der Dorfstrasse zu optimieren: «Die Dorfstross-Buebe haben ihren Stand weiter ausgebaut und der Verein Top Fun 88 hat ein neues Konzept», erzählt von Arb. Weil Letzterer und der Schanzenclub etwas abseits des Geschehens, am Ende der Chilbi, platziert waren, hätten sie weniger Einnahmen verbuchen können. «Für uns lief es gar nicht gut», erzählt der Präsident von Top Fun 88, Roger Beck. Dies einerseits, weil sie einen unglücklichen Standort gehabt hätten, andererseits sei vielleicht auch das Konzept veraltet.

Deshalb ist der Stand von Top Fun 88 heuer zentraler gelegen und etwas anders aufgebaut als in vorherigen Jahren. Beck ist zuversichtlich, dass es mit den Veränderungen nun besser für den Verein laufen wird: «Letztes Jahr war ich auf jeden Fall skeptischer», fügt er lachend an.

Dass auch die Vereine intern für Veränderungen sorgen, belebe die Veranstaltung, findet von Arb. «Es ist schön, zu sehen, wie die Vereine untereinander auf sich schauen. Sie sind wie eine grosse Familie.»

Mit Umstellung zurechtfinden

Für andere Vereine markierte der Umzug an die Dorfstrasse einen positiven Umschwung. So zum Beispiel für den FC Kappel, für den die vergangene Chilbi ein Rekordjahr darstellte. «Einen besseren Standort könnte es für uns nicht geben», sagt Bruno Stalder, Präsident des Fussballclubs. Das FC-Zelt befindet sich an der Ecke zwischen den Bahnen und der Flaniermeile. Eine definitive Bilanz aus nur einem Jahr zu ziehen, sei jedoch unmöglich. Der Verein wartet deshalb die diesjährige Chilbi ab.

Eines ist für Stalder aber sicher: Der Umzug war die richtige und zudem noch eine gute Entscheidung, trotz der anfänglichen Angst. «In drei bis vier Jahren wird sich das auf der Dorfstrasse eingespielt haben. Dann will niemand mehr zurück auf die Mittelgäustrasse.» Schon nur verkehrstechnisch gesehen sei der Umzug sinnvoll gewesen.

Für die Vereine sei es momentan einfach eine Umstellung, mit der man sich noch zurechtfinden müsse. «Letztes Jahr war auch gutes Wetter, vielleicht war es nicht nur der Standort», vermutet Stalder noch zum guten Umsatz des Vereins. «Hoffentlich spielt das Wetter dieses Jahr wieder mit». Momentan sieht es zwar noch nicht so freundlich aus, die frohen Gemüter der Vereine werden jedoch sicher für ein sonniges Wochenende sorgen.