Der Wochenmarkt am Samstagmorgen im Bifangquartier soll erhalten bleiben. Wird das Projekt Sälipark 2020 realisiert, wird die Bifangstrasse allerdings mit Zufahrtsverkehr und der Buslinie Richtung Dulliken stärker belastet. Während der Zeit mit den meisten Frequenzen will der Stadtrat künftig vermeiden, dass die Zufahrtstrasse gesperrt ist.

Die Oltner Regierung schlägt daher vor, zwischen Bifangstrasse und Bifangmatte einen rund 15 Meter breiten multifunktionalen Platz zu schaffen, der für den Wochenmarkt, aber auch für andere Veranstaltungen wie die Messe in Olten genutzt werden kann und ebenso der Bevölkerung zur Verfügung steht.

Anwohner sind kritisch

Die Idee wird von den Anwohnern unterschiedlich aufgenommen. Der Grüne-Gemeindeparlamentarier Michael Neuenschwander hält den Vorschlag für «stadtplanerischen Unsinn» und kündigt breiten Widerstand an. Zum einen würde so ein Teil der Bifangmatte wegfallen, eine der zentralsten Grünflache der Stadt. «Die Wiese ist immer von Leuten bevölkert.» Zum anderen biete der neue Platz im Vergleich zur heutigen Bifangstrasse weniger Raum für die Marktfahrer.

Neuenschwander schlägt daher die Riggenbachstrasse auf dem rund 150 Meter langen Abschnitt zwischen Von-Roll- und Bifangstrasse als Alternative für den Wochenmarkt vor, wie er dies bereits in seiner Einsprache zum Ausbauprojekt Sälipark 2020 kundgetan hat.

Für den Autoverkehr müsste dieser Abschnitt in seinen Augen gesperrt werden, die Busse dürften hingegen passieren. «Die Einkaufs- und Restaurationsmeile zwischen Sälihof und Sälipark wird so aufgewertet und der freie Fussgängerfluss zum Berufsbildungszentrum gewährleistet», schreibt er in seiner Einsprache. Vom rot-grünen dominierten Stadtrat ist Neuenschwander «enttäuscht». «Man gibt im vorauseilenden Gehorsam ein Stück städtische Grünfläche auf.»

Weniger kritisch sieht es Theaterregisseurin Käthi Vögeli: Sie befürchtet zwar, dass der Platz für alle bisherigen Marktfahrer zu klein sein könnte und ist daher mit dem Vorschlag «nicht ganz zufrieden». Am meisten stört sie allerdings, dass die Zufahrt zum Sälipark 2020 über die Bifangstrasse erfolgen soll, einer Begegnungs- und Tempo-20-Zone im Umfeld von Schule und Kindergarten. Wenn der Stadtrat schon eine rückwärtige Erschliessung nur über die Sälistrasse ablehnn, solle doch eine Zufahrt nur über die Von-Roll-Strasse geprüft werden.

Konrad Schenker, der mit seinem Architekturbüro an der alten Aarauerstrasse domiziliert und fast jeden Samstag am Wochenmarkt anzutreffen ist, hält den Vorschlag hingegen für eine gute Idee. «Der neue Platz mit Baumreihe wirkt ruhiger und könnte mit seiner angemessenen Grösse eine schöne Atmosphäre erzeugen.» Zudem hält er diesen für genügend gross. Wenn die Marktfahrer ihre Autos bei den Parkplätzen auf der Bifangstrasse abstellten, könnten die Marktstände auch kompakter als bisher aufgestellt werden.

TV Olten sieht Probleme

Vom neuen Platz wären auch der TV Olten und dessen Faustballriege tangiert, die jeweils auf der Bifangmatte trainiert und spielt. Um Meisterschaftsspiele der ersten Mannschaft weiterhin in der NLA durchführen zu können, braucht der Verein zwei Spielfelder, eines für den Match und eines zum Einspielen. «Das wäre auch mit dem angedachten Platz machbar», sagt TV-Olten-Präsident Ernst Zingg auf Anfrage.

Hingegen würde es für die Austragung der Turniere, wie der Spielbetrieb in den unteren Ligen läuft, nicht mehr reichen. «Dafür sind drei Spielfelder nötig. Der Spielbetrieb wäre damit nicht mehr gewährleistet», sagt Zingg. Nach möglichen Alternativen hat sich der Verein aber bisher nicht umgesehen.

Marktfahrer äussern sich positiv

Die Marktfahrer könnten sich hingegen mit neuen Platzes anfreunden. «Das ist eine super Idee, weil fast am gleichen Ort wie bisher», sagt Dominik Hess vom Rintelhof aus Trimbach. Auch Roman Grob vom gleichnamigen Gemüsebauer aus Winznau sieht den Vorschlag positiv.

Ihm ist es vor allem wichtig, dass auch die Zu- und Wegfahrt für die Marktfahrer gut geregelt ist und dass die Begrünung des Platzes eine schöne Atmosphäre erzeugt. Und Marianne Urben aus Solothurn, die einen Olivenstand betreibt, hebt die Synergien zum Sälipark hervor, die auch mit dem neuen Platz gegeben wäre.