Olten

Neuer Leiter des Provi 8: «Es gibt viel zu tun»

Der neue Betriebsleiter Jens Heumann vor seinem Arbeitsplatz an der Rötzmatt 8 in Olten.

Der neue Betriebsleiter Jens Heumann vor seinem Arbeitsplatz an der Rötzmatt 8 in Olten.

Jens Heumann ist seit knapp einem Monat Betriebsleiter des Oltner Jugenkulturhauses Provisoriums 8. Seine Arbeit bezeichnet er als «spannend, lebendig und engagiert».

Seit knapp einem Monat ist Jens Heumann nunmehr im Amt und fühlt sich bislang sehr wohl hier: «Ich schätze den Zusammenhalt in der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Institutionen wie der Schützi sehr», erklärt Heumann in einer Mischung aus Hochdeutsch und Mundart bei einer Tasse Kaffee in der Küche des Jugendkulturhauses.

Man merkt, dass sich alle noch ein wenig in der Angewöhnungsphase befinden, dass Prioritäten gesetzt werden müssen und dass dabei halt nebensächlichere Angelegenheiten schon mal liegen bleiben.

Er sagt denn auch, dass er sich bislang vor allem einen ersten Überblick habe verschaffen können. «Es gibt viel zu tun», sagt er und sprüht dabei nur so vor Ideen: «Ich habe viele verschiedene Projekte, die ich realisieren möchte», sagt er und fügt gleich hinzu: «Aber eine meiner wichtigsten Aufgaben ist es, die Jugendlichen in ihren eigenen Ideen und Projekten zu fördern.» Ihm liege es vor allem am Herzen, dass die Jugendlichen kein fixfertiges Programm serviert erhalten, sondern dass sie sich selber Gedanken zu ihren Bedürfnissen und Wünschen machen und sich einbringen und verwirklichen können.

Das hat er vor

Bislang besteht die Jugendarbeit vor allem aus dem organisierten Jugendtreff, der jeweils zweimal pro Woche stattfindet. Jens Heumanns Konzept für das nächste Jahr geht allerdings darüber hinaus: Zusammen mit seiner Mitarbeiterin möchte er die ausserschulische Bildung der Jugendlichen fördern. 

«Wir möchten, dass den Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit gegeben wird.» Dazu ist eine Umfrage geplant, welche die Jugendlichen im Alter von zwölf Jahren zu ihrer Lebensqualität in Olten und ihren Wünschen befragen soll.

Der Widerspruch

Gleichzeitig sieht Jens Heumann vor allem im zweiten Obergeschoss des Gebäudes grosses Potenzial. Dort befinden sich neben einem zurzeit (noch) leeren Raum auch ein Fotolabor und ein Tonstudio.

Diese Räume möchte er Jugendlichen und jungen Erwachsenen vermehrt zur Nutzung überlassen. Heumann beabsichtigt, die Arbeit seines Vorgängers weiterzuführen und gleichzeitig neue Projekte zu realisieren. Denn eines hat er bereits festgestellt: «Das Provi wird gebraucht.» Verschiedene Gruppen kämen auf ihn zu und wollen mit der Jugendarbeit zusammenarbeiten. «Eine grosse Herausforderung besteht vor allem auch darin, alles unter einen Hut zu bekommen», sagt Jens Heumann.

Allerdings kann Heumann, der in einem 65-Prozent-Pensum angestellt ist, nicht einfach irgendwelche Projekte durchführen. Seine Aufgaben und Ziele sind in einer Leistungsvereinbarung mit der Stadt genau vorgeschrieben: Mit einem Budget von total 240 000 Franken soll er die Jugendarbeit fördern und auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen. Bisher habe die Zusammenarbeit mit der Stadt problemlos geklappt. «In der Jugendarbeit ist es oft so, dass Projekte erst nach einer gewissen Zeit, zum Beispiel nach einigen Monaten oder Jahren, Früchte tragen», weiss Heumann aus seiner mehrjährigen Berufserfahrung. Gleichzeitig wurde die Leistungsvereinbarung für die Nutzung des Provi 8 wiederholt nur für ein Jahr ausgestellt.

Genau da befindet sich der Widerspruch in der ganzen Sache. Obwohl Heumann langfristig plant – «Ich möchte sicher sieben Jahre hierbleiben» –, schwebt die Ungewissheit, ob die Vereinbarung Ende dieses Jahres erneut abgeschlossen wird, immer umher. Für ihn ist deshalb klar, dass er seine Arbeit ordentlich und gute Ergebnisse machen will. Falls das Provisorium 8 seinen Betrieb einstellen müsste, so ist er der Überzeugung, würde den Oltner Jugendlichen etwas fehlen. «Es wäre bedenklich, wenn die Stadt das Budget für die gesamte Jugendarbeit streichen würde.»

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