Oensingen
Neue Übergänge für Fussgänger, aber die Ampel soll verschwinden

Auf der Hauptstrasse im Bereich Roggenpark stehen wesentliche Änderungen an. So soll die Ampel verschwinden. Der bereits umgebaute Lenz-Platz bekommt bald neue Fussgängerübergänge.

Armand Rindlisbacher
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Abzweigung Haupt-/Schloss-Strasse: Der neue Fussgängerstreifen wird weiter hinten sein und die Ampelanlage verschwinden. Alois Winiger

Abzweigung Haupt-/Schloss-Strasse: Der neue Fussgängerstreifen wird weiter hinten sein und die Ampelanlage verschwinden. Alois Winiger

Solothurner Zeitung

Die Schneise Hauptstrasse teilt die Gemeinde in zwei Teile und beeinträchtigt zunehmend die Qualität der historischen Lebensader im Kernbereich. Jetzt will man Gegensteuer geben und die vom Souverän mit dem räumlichen Leitbild beschlossenen Massnahmen nach und nach umsetzen (siehe Kontext). Ein erster Schritt soll mit der Umgestaltung des Fussgängerüberganges beim bereits erstellten Lenz-Platz getan werden. Die Planauflage läuft derzeit.

Keine Lichtsignalanlage mehr

Gesamtbild ist der Auslöser

Oensingen ist ein lang gestrecktes Strassendorf, das aus der Verschmelzung der Siedlungen Kirchenbezirk im Osten und Schwerpunkt Bienken im Westen hervorgegangen ist. Die Mitten hindurch führende Hauptstrasse ist die historische Lebensader des Dorfes, an der einst Handel und Gewerbe blühten.

Doch durch den zunehmenden Verkehr wird diese Ader zunehmend als trennendes Element wahrgenommen. Sie teilt die Gemeinde in die Teile Nord (Hang) und Süd (Ebene) auf. Ladengeschäfte sind weitgehend verschwunden und durch die Zentren Sunnehof und Mühlefeld 1 und 2 abgelöst worden. Auch das Gastgewerbe hat sich strukturell verändert. Dem Strassenraum sind damit die Erlebbarkeit, das Verbindende und wohl auch ein Stück städtebauliche Qualität abhanden gekommen. Dieser Entwicklung will der Gemeinderat nun begegnen.

Das von der Gemeindeversammlung vor einem Jahr gutgeheissene räumliche Leitbild zeigt auf, wie der historischen Lebensader auch wieder mehr Lebensqualität eingehaucht und die zerschnittenen Ortsteile zusammengefügt werden kann. Im Fokus stehen dabei eine rasch realisierbare Ortskernentlastung und die Neugestaltung von drei Nord-Süd-Verbindungen zwischen Hang und Ebene. Diese Querverbindungen sollen dem Zusammenhalt des Dorfes dienen. Drei «Baustellen», die Massnahmen erfordern, wurden ausgemacht: Verbindung Kirchenbezirk und Kronengasse im Unterdorf, Übergang Schloss-Strasse/Sternenweg im Mitteldorf (Lenz-Platz) und Verbindung Industriegebiet Moos/Bahnhofareal und Leuenfeld im westlichen Dorfteil. Die aktuellen Bauvorhaben entlang dieser Querverbindungen sind auf die neuen Ansprüche abzustimmen.

Mit dem Projekt Roggenpark sind die Prioritäten vorgegeben. Vorrang hat die Achse Schloss-Strasse/Sternenweg, deren Umgestaltung aus drei Elementen besteht: Neugestaltung des Lenz-Platzes (ausgeführt), Querung der Hauptstrasse und Umgebungsstruktur des Roggenparkes unter Einbezug des Sternenweges. Für die zweite Phase, die Anpassung der Fussgängerquerung zwischen Restaurant zur Lotus und Restaurant Sunnehof, hat das Amt für Verkehr und Tiefbau zusammen mit der Gemeinde einen neuen Erschliessungsplan erarbeitet. Dieser sieht nun die Aufhebung des Fussgängerstreifens samt der ins Alter gekommenen Lichtsignalanlage vor.

Drei Fussgängerstreifen

Der Strassenraum wird nach Süden etwas ausgeweitet und zwischen den beiden Fahrspuren mit einem Mehrzweckstreifen für den Abbiegeverkehr versehen. Bis jetzt gibt es auf der Hauptstrasse aus Richtung Solothurn keine Linksabbiegespur in die Schloss-Strasse, was bei Gegenverkehr trotz Grünphase immer wieder zu längeren Staus führt.

Der Fussgängerverkehr und damit auch die Schulwegquerung wird neu auf drei Fussgängersteifen verteilt: Höhe Restaurant zur Lotus, Lenz-Platz und Blumengeschäft Bloch. Sie werden je mit einer 2,5 Meter breiten Mittelinsel gesichert. Optional ist in jeder Fahrtrichtung im Bereich Roggenpark/«Lotus» auch eine Bushaltestelle vorgesehen. Die Rabatten beidseits des Gehweges nördlich der Dropa Drogerie werden zurückgebaut.

Der neue Erschliessungsplan kann noch bis 18. Dezember auf der Bauverwaltung Oensingen oder beim Kreisbauamt II in Olten eingesehen werden. Die Ausführung ist für nächstes Jahr geplant, hängt aber vom Baufortschritt der Überbauung Roggenpark ab. Aus Platz- und Sicherheitsgründen (Baugrubensicherung) muss vermutlich zuerst ein satt an der neuen Trottoirgrenze entstehender Neubau hochgezogen werden.