Das vielseitige Eröffnungsfest mit über 60 Neugierigen widerspiegelte die Geschäftsidee: «Kowerk» heisst die neue Kreativwerkstatt von Dorothée Keller mitten in Olten. Im Süd-Anbau hinter der Kirchgasse 25 stehen sieben Räume auf dreieinhalb Etagen sowie eine Terrassen-Oase für künstlerisches Arbeiten mit oder ohne Anleitung bereit.

Ungezwungenes künstlerisches Arbeiten aller Art: miteinander oder für sich allein. Das ist Idee und Geschäftsmodell der neuen Kreativwerkstatt «Kowerk». Dorothée Keller ist das häusliche Atelier «Keke Ware» in Starrkirch-Wil zu eng geworden. Nicht nur räumlich, sondern auch ideell. Sie suche den Austausch. Keller sagt: «Ich mag die kreative Auseinandersetzung mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Daraus ergeben sich immer neue Inspirationen.» Ehemann Toni Strittmatter fügt lächelnd bei: «Diese Kulturwerkstatt hat etwas Verrücktes, wie die Villa Kunterbunt. Sie ist eine Einladung für neugierig-erfinderische Menschen.» Bereits jetzt wirken im «Kowerk» Menschen unterschiedlicher Kreativität. Im integrierten Laden offeriert Dorothée Keller eine bunte Vielfalt an meist selbstgefertigten, kunsthandwerklichen Unikaten.

Salomé Heim ist Studentin und Musikerin beim World-Music-Ensemble «Etcetera» aus Olten, welches an der Eröffnung aufspielte. Heim bietet mit ihren rezyklierten, aufgepeppten T-Shirts der Wegwerf-Fast-Fashion die Stirn: «Ich hoffe, dass man nicht immer wieder neue Kleider kauft, sondern alte selber weiterverwertet – im «Kowerk» – oder sie hier kauft.» Die Kindergärtnerin Andrea Merk bietet ihr «Handmerk» an: Sie töpfert, malt, näht und filzt in Kursen für Kinder und Erwachsene. «Ich hoffe, dass noch mehr Leute von diesem Projekt angezogen werden.» Erich Keller aus Dulliken stellt in der kleinen Galerie halbabstrakte Acryl-Bilder aus. Im Kellergeschoss führt Alex Strittmatter sein Porträt-Fotostudio «Xelask». Dort unten steht überdies eine Elektro-, Schreiner- und Schlosser-Werkstatt allen «Kowerkenden» zur Verfügung.

Auch besondere Gäste erschienen zur Eröffnung. So der Eisenplastiker Paul Gugelmann, der erst kürzlich abgetretene Präsident des Lehrerdachverbandes, Beat W. Zemp und der Oltner Kunstmaler Urs Borner. Letzterer freute sich, «dass man hier auch drucken kann, etwa einen Holz- oder Linolschnitt. Ich hoffe, dass dank dieser offenen Werkstatt sich mehr Leute für Kunst interessieren und ‹Kowerk› auch für ihre Kunst nutzen.»