Olten
Neue «Galerie 23» feiert in Olten Eröffnung mit einer Doppelausstellung

Am Auffahrtstag ist der Frühling wieder erwacht. Neues Leben in die Oltner Innenstadt gebracht hat am selben Tag auch die neue «Galerie 23». Erstmals hatte sie ihre Tür geöffnet und damit ab 18 Uhr gegen 80 Personen an die Baslerstrasse 23 gelockt.

Oscar Zbinden (Text und Foto)
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Katharina Menin vor ihrer Galerie an der Baslerstrasse 23.

Katharina Menin vor ihrer Galerie an der Baslerstrasse 23.

zvg

Die neue Galeristin Katharina Menin ist in der Stadt und der Umgebung keine Unbekannte. Einige kennen sie als Hobby-Malerin, andere als Schauspielerin etwa bei den «Gäuer Spielleuten» oder im unvergessenen Theaterspektakel «1918.ch: 100 Jahre Landesstreik». Jetzt wagt die umtriebige Oltnerin einen weiteren Schritt. Mit der «Galerie 23» betritt sie Neuland und wird Galeristin. Wie kommt sie dazu? «Als dieser Raum letztes Jahr leer wurde und ich ihn erstmals so sah, ist mir sofort klargeworden: Das wird eine Galerie!»

Alte Liebe rostet nicht

Katharina Menin ist seit ihrer Kindheit von Kunst in ihren vielseitigen Facetten fasziniert. An Begabung, Ideen und Taten fehlt es ihr nicht. Sie malt, stellt Lampen und Spiegel im Tiffany-Stil her, kreiert Fusing-Objekte und andere kunstvolle Gegenstände. Als Künstlerin hat sie selber mehrmals ausgestellt, auch im Ausland: im Elsass und im geschichtsträchtigen Compiègne bei Paris. Dort zeigte sie ihre handbemalten Ostereier.

Braucht es denn in Olten eine neue Galerie? «Ja, ich finde schon. Ich kenne viele Maler, welche gerne ausstellen würden. Zudem gibt es in Olten nicht viele Räume für kleinere Anlässe», meint Katharina Menin. Ein Hauskonzert sei doch wirklich viel schöner in einem Raum mit Kunstobjekten – oder?», schiebt die Galeristin überzeugt hinterher.

Viele Leidenschaften

Musik ist eine weitere Leidenschaft von Katharina Menin. Sie spielt Klavier, am liebsten klassische Stücke. Ab und zu greift sie zum Saxofon. Und bis vor kurzem hat sie jahrelang in Chören gesungen. Kaum verwunderlich, dass die Neo-Galeristin ihre «Galerie 23» an der namengebenden Baslerstrasse 23 über bildende Kunst hinaus für weitere Events nutzen will: Sie plant Lesungen, Vorträge und kleinere Hauskonzerte. Neuerdings hat Katharina Menin die Fotografie entdeckt und ist dabei auf Markus Eichenberger gestossen. Dessen Fotokunst wird im Sommer in der «Galerie 23» zu betrachten sein. Sein Sternenbild hängt bereits im seitlichen Schaufenster vor der Galerie.

Neue Plattform

Zuerst aber sind andere an der Reihe: Rebecca Anna Aerni, Tochter des Gäuer Malers Christoph Aerni, und Sofie Schenker. Die beiden Nachwuchskünstlerinnen aus der Region haben an der Galerie-Eröffnung ihre Vernissage gefeiert. Beide haben schon mehrmals ausgestellt, oft gemeinsam. «Ihre Werke ergänzen sich auf eine besondere Art, doch jede hat ihre Eigenständigkeit», so die Eröffnungsrednerin Madeleine Schüpfer.

Die dichte, bunte, blumige Malerei von Rebecca Aerni und die dramatischen Bilder sowie eigenwilligen Skulpturen von Sofie Schenker haben an der Vernissage beeindruckt. Doch welchen Eindruck macht die neue Galerie? Rebecca Anna Aerni: «Das Lokal ist gut eingerichtet, modern und hat dennoch seinen eigenen Stil. Super, dass es in Olten jetzt eine neue Galerie gibt!» Und Sofie Schenker gibt zu verstehen: «Die Galerie ist eher klein, aber herzig. Und sie hat heute ein eher neues Publikum angezogen.»

Markus Eichenberger, Fotograf und Filmer sagt: «Ich stamme aus Wangen bei Olten und weiss nicht, ob es in Olten eine andere Galerie gibt. Auf jeden Fall hat es sehr viele Künstler in der Stadt, und die haben nun eine gute Plattform.»

Und um mit den Worten der emeritierten Oltner Kulturjournalistin Madeleine Schüpfer zu schliessen: «Diese Galerie ist eine Bereicherung für die Stadt.»