Olten
Neu gegründete Kultur-Lobby steht für Kunst und Kultur in Olten ein

Das übergeordnete Ziel der hiesigen Kulturlobby heisst «pro kultur olten». Mit diesem Bekenntnis ging die erste Zusammenkunft der neu gegründeten Kultur-Lobby zu Ende.

Gabriele Bono
Merken
Drucken
Teilen
Dicht gedrängt sass die «Kultur-Lobby» in der Werktagskapelle der Stadtkirche.

Dicht gedrängt sass die «Kultur-Lobby» in der Werktagskapelle der Stadtkirche.

Zur Verfügung gestellt

Mit dem leuchtenden Bekenntnis «Pro Kultur Olten», das 200 brennende Teelichter vor der Stadtkirche aufs nachtdunkle Pflaster schrieben, ging die erste Zusammenkunft der neu gegründeten Kultur-Lobby zu Ende.

Erst vor Wochenfrist hatte der Kunstverein Olten den Aufruf lanciert. Der Appell für ein solidarisches Einstehen pro Kunst und Kultur fand grossen Widerhall.

In der Werktagskapelle im Inneren der Kirche mussten die rund 50 Teilnehmenden eng zusammenrücken – optisch durchaus symbolhaft. In der Diskussion ging es um den Schulterschluss von Kunst- und Kulturfreunden, von Kunst- und Kulturschaffenden. Einig war man sich über die Notwendigkeit zusammenzustehen.

Kultur dürfe nicht Prügelknabe sein in der aktuell misslichen Finanzlage der Stadt. Es wurde auf den in der geltenden Gemeindeordnung formulierten Antrag verwiesen, Bildung sicherzustellen und kulturelle und ideelle Bestrebungen zu fördern. Die Vernachlässigung der Kultur sei auch eine Kultur, eine Kultur der verpassten Chancen, der Resignation und der Antriebslosigkeit, die keinesfalls geeignet sei, finanzielle Probleme zu lösen.

Zuspitzung erhalten

Die im Auftrag des Stadtrates laufende «Prüfung der Auswirkung bei der Schliessung eines oder mehrerer Museen» habe durch das Ende Dezember eingereichte Postulat, das die Prüfung der Folgen einer baldmöglichsten Schliessung des Kunstmuseums unter Beibehaltung der Sammlung zu Ausleihzwecken verlangt, eine extreme Zuspitzung erhalten.

Letzteres habe den Kunstverein schockiert und geradewegs zum Handeln veranlasst. Dass für den Kunstverein die Existenzsicherung des Kunstmuseum prioritär sei, erkläre sich aus der gemeinsamen Geschichte. Ein Kreis engagierter Bürger habe nahezu zeitgleich sowohl Kunstmuseum wie auch Kunstverein gegründet, mit dem Ziel, eine prosperierende Entwicklung der Stadt zu fördern. Und das notabene in finanziell nicht rosigen Zeiten: per städtische Verordnung von 1915 erhielt der Kunstverein den Auftrag, eigene Erwerbungen dem Kunstmuseum als Deposita zur Verfügung zu stellen und damit die Sammlung des noch kleinen Museums zu äuffnen.

Was er unter grossem finanziellen Einsatz auch tat, sogar mit Hilfe von Krediten. Das sei als Hintergrundwissen wichtig, um das explizite Engagement des Kunstvereins «pro kunstmuseum olten» zu verstehen, erklärten die Initianten. Das übergeordnete Ziel heisse eindeutig und selbstverständlich «pro kultur olten».

Wechselseitig unterstützen

Votanten aus verschiedenen kulturellen Lagern betonten die Notwendigkeit, Einzelaktionen unter das gemeinsame Dach pro kultur olten zu stellen und sich wechselseitig zu unterstützen. Der Kunstverein informierte über die Arbeit des von ihm eingesetzten Komitees. Innert einer Woche wurden Grundsatzpapiere vorbereitet, die der Versammlung zur Vernehmlassung und Genehmigung vorgelegt wurden.

Das «Oltner Kultur-Manifest» fand uneingeschränkt Zustimmung, die Petition «pro kunstmuseum olten» trägt die Vereinigung «pro kultur olten» mit. Noch vor Ort füllten sich die Unterschriftenlisten, die in dieser Woche breit verteilt werden. Eine spezielle Website mit allen Informationen wird diese Woche aufgeschaltet, auf der man die Petition unterzeichnen und Statements abgeben kann. Die Website wird mit anderen verlinkt, so auch mit www.kunstvereinolten.ch.

«Eigentlich sitzen wir hier im geschlossenen Raum nicht am richtigen Ort. Wir müssen mit unseren Anliegen auf die Strasse gehen, die Unterstützung vervielfachen», hatte Christof Schelbert eingangs gesagt. Die gemeinsam entzündeten Kerzen waren ein sinnbildlicher Akt.

Das nächste «Dienstag-Treffen» in der Stadtkirche ist am 8. Februar, um 19.30 Uhr.