Die in der Nestlé-Fabrik in Wangen bei Olten produzierten Kuchenteige werden zu 93 Prozent in den EU-Raum, insbesondere Frankreich und Italien, exportiert, wie Nestlé-Schweiz-Sprecher Philippe Oertlé auf Anfrage erklärt. Die Auftragslage sei deshalb durch den starken Schweizer Franken belastet. «Die Konkurrenz auf den Absatzmärkten in Europa ist sehr gross und unsere in der Schweiz produzierten Produkte wurden nach der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze über Nacht um 15 Prozent teurer.»

Die «Herausforderung starker Franken» bestehe bereits seit 2011, sie habe sich nun noch akzentuiert. «Wir haben in den vergangenen drei Jahren alles unternommen, um die Konkurrenzfähigkeit unserer Produktion zu verbessern.» Trotzdem sei es nun unerlässlich, bis im kommenden Januar 27 der 330 Arbeitsplätze in Wangen zu streichen. Die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden würden bei der Suche nach einer neuen Stelle, sowohl Nestlé-intern als auch extern, unterstützt. Ob es zu Entlassungen kommen wird, sei zum jetzigen Zeitpunkt offen.

125 Jobs weg in drei Jahren

Bereits im August 2012 und im November 2013 wurden insgesamt 54 Arbeitsplätze abgebaut. Hinzu kamen rund 40 natürliche Personalabgänge, welche nicht ersetzt wurden. So wird der Personalbestand von 425 Stellen im Sommer 2012 auf rund 300 im Januar 2016 sinken.

Die Frage, ob der Standort Wangen mittelfristig gefährdet sei, wollte Oertlé nicht abschliessend beantworten. «Wir hoffen, dass mit den jüngsten Massnahmen die nötige Wettbewerbsfähigkeit erlangt werden kann.» Und Nestlé glaube an den Standort Wangen, habe man doch seit 2012 viele Mittel in Effizienzsteigerungsmassnahmen investiert.

Erfolg mit «Leisi-Quick»

Werner Leisi gründete 1938 die gleichnamige Firma und führte ein Jahr später die maschinelle Produktion von Fertigteig in Blockform ein. 1984 wurde der auf Backpapier ausgerollte Teig unter dem Namen «Leisi-Quick» als Weltneuheit lanciert. Nestlé übernahm 1997 den Familienbetrieb. Heute werden jährlich über 40 000 Tonnen Kuchenteig gefertigt.