Gemeinnütziger Frauenverein Olten
Nesteldecken für unruhige Finger von Demenzkranken und betagten Patienten

Der Gemeinnützige Frauenverein Olten findet immer wieder Aufgaben, die dem Vereinsnamen alle Ehre machen. Eines der laufenden Projekte: die Fertigung von Nesteldecken.

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Liselotte Züllig zeigt eine der Nesteldecken, die auf ihre Auslieferung warten.

Liselotte Züllig zeigt eine der Nesteldecken, die auf ihre Auslieferung warten.

Urs Huber

Nesteldecken? So nennen sich Decken für Demenzkranke und betagte Patienten, denn diese zupfen häufig unaufhörlich an ihrer Kleidung oder greifen nach allem, was sich in ihrer Reichweite befindet. Nesteldecken können hier eine beruhigende Wirkung haben. Und genau solche produziert der Gemeinnützige Frauenverein seit Anfang Jahr. «14 Decken sind bereits ausgeliefert worden», sagt Liselotte Züllig, die Projektverantwortliche. Etwa an die Altersheime Brüggli, Stadtpark, Marienheim. Als Geschenk. Hätten sich die Frauen zu Beginn des Projekts im Hauptquartier des Vereins am Kaplaneiplatz getroffen, so brachte die Coronakrise die Wende. «Heute dient das Lokal noch als Materialdepot», so Züllig. Hier können sich die Näherinnen und natürlich auch die Näher individuell mit Material eindecken. Gearbeitet dagegen wird mittlerweile im stillen Kämmerlein zu Hause.

Quadratisch, praktisch, gut; die Dinger

Quadratisch sind die Decken, rund 60 cm Kantenlänge. Und bestückt werden sie mit allerlei Accessoires, die sich zum Nesteln eigenen. Schlüsselringe an einem Stoffband, Taschen, in die gegriffen werden kann, aufgenähte Stofftiere, die sich streicheln lassen, Stoffborde, über die gestrichen werden kann, Knöpfe, an denen man rumfingerlen kann. Dem Einfallsreichtum sind praktisch keine Grenzen gesetzt. «Nur Verletzungsgefahr für die Nutzenden darf dabei nicht bestehen», so Liselotte Züllig.

Das Material kommt häufig aus Spenden zusammen. «Firmen oder Privatpersonen sind darunter», so Züllig. Anderes wird teilweise eingekauft. Rund 10000 Franken an Sponsorengelder hat der Frauenverein für dieses Projekt aufgetrieben. Anzuschaffen waren etwa Nähmaschinen, die mittlerweile auch nicht mehr in jedem Haushalt anzutreffen sind. «Natürlich ist’s auch unsere Absicht, schöne Decken herzustellen», sagt Züllig. Die Stoffe etwa sollen den Patienten eine Erinnerung vermitteln können; dazu würden sich traditionelle Stoffe oder Muster eigenen. «Wie etwa jenes des klassischen Küchentuches.»

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