Landhockey

Neo-Captain Mirko Hug will HC Olten aus der Mini-Krise führen

Im Heimspiel gegen Lugano (2:3) führte Mirko Hug (links) den HC Olten erstmals als Captain aufs Spielfeld.

Im Heimspiel gegen Lugano (2:3) führte Mirko Hug (links) den HC Olten erstmals als Captain aufs Spielfeld.

Es harzt momentan mächtig bei den Oltnern, der Saisonstart ist missglückt. «Eigentlich haben wir ein Kader von fast zwanzig Spielern. Jetzt sind wir wegen Verletzungen und Auslandaufenthalten jeweils elf, zwölf Spieler im Training», nennt Mirko Hug den Hauptgrund für den schwachen Auftakt.

Mirko Hug wird im Dezember 24 Jahre alt. Ein Leben ohne Landhockey kennt der neue Captain des HC Olten gar nicht mehr. Seit mittlerweile knapp zwei Dekaden übt Hug den Sport mit dem Krummstock aus. Bereits im Kindergartenalter startete der gebürtige Seeländer seine Hockey-Karriere. «In Erlach gab es damals einen regelrechten Boom, fast das halbe Städtchen spielte Landhockey», erzählt Hug von seinen Anfängen.

Für den Bau eines Kunstrasenfeldes reichte die Begeisterung im Städtchen dann aber doch nicht. Deshalb verpasste der Klub den Anschluss an die nationale Konkurrenz und verschwand wieder von der Bildfläche. Mirko Hug wechselte zuerst zu Neuenburg, seit knapp vier Jahren spielt er mittlerweile beim HC Olten.

«Landhockey ist ein schneller und körperbetonter Sport», beantwortet Hug die Frage, warum er beim Landhockey geblieben ist. «In der Schweizer Landhockey-Szene gehts sehr familiär zu, jeder kennt jeden. Das ist in meinen Augen das Schöne an einer Randsportart.»

Hug ist gelernter Stürmer, im Moment wird er von Trainer Peter Gerhard wegen Personalmangel aber vor allem im Mittelfeld eingesetzt. «Schwierig zu sagen, was meine Stärken sind», überlegt er bescheiden. «Ich bin sicher flink. Ansonsten sehe ich mein Defensivverhalten als Stärke, und vielleicht noch den Torriecher.»

Enttäuschender Saisonstart

Seine Skorerqualitäten konnte Mirko Hug in der laufenden Saison aber noch kaum unter Beweis stellen. Es harzt momentan mächtig bei den Oltnern, der Saisonstart ist missglückt. «Eigentlich haben wir ein Kader von fast zwanzig Spielern. Jetzt sind wir wegen Verletzungen und Auslandaufenthalten jeweils elf, zwölf Spieler im Training», nennt Mirko Hug den Hauptgrund für den schwachen Auftakt. «Das tut weh. Zum ersten Mal seit ich beim HC Olten bin, stecken wir in einer kleinen Krise.»

Von den bisherigen vier Meisterschaftsspielen in der NLA konnten die Oltner nur eines für sich entscheiden. «Wir waren in keinem Spiel deutlich schwächer als der Gegner», verweist Hug insbesondere auf die zwei knappen Niederlagen gegen Basel (3:4) und Lugano (2:3). Das 0:5 am Sonntag gegen Genf sehe zwar bitter aus, das Spiel sei aber lange Zeit ausgeglichen gewesen, sagt Hug: «Wir mussten mit elf Spielern auskommen, hatten also keine einzige Wechselmöglichkeit. Deshalb ist uns zum Ende der Partie schlicht die Luft ausgegangen.»

Der HC Olten liegt mit vier Punkten auf dem vorletzten Platz. Da aber jeder jeden schlägt, nur der Kronfavorit Rotweiss Wettingen spielte bislang souverän auf, hält sich der Rückstand auf den vierten und letzten Playoff-Platz noch in Grenzen. Aufgrund des dezimierten Kaders ist beim HCO jetzt Schadensbegrenzung angesagt.

«Es ist wichtig, dass wir in den letzten drei Vorrundenspielen an der Konkurrenz dranbleiben , damit wir in der Rückrunde richtig angreifen können», so Hug. Am Wochenende dürfen die Oltner zweimal daheim ran. Am Samstag gastiert Leader Wettingen im Kleinholz (13 Uhr), am Sonntag der Grasshopper Club Zürich (15 Uhr).

Zum Abschluss der Vorrunde wartet in einer Woche noch das Gastspiel bei den Black Boys Genf. Drei bis sechs Punkte erwartet Mirko Hug aus den drei Partien: «Gegen Rotweiss wirds sicher extrem schwierig zu punkten. Gegen GC liegt auf jeden Fall etwas drin, und Genf müssten wir eigentlich packen. Dann wäre die Vorrunde einigermassen gerettet.»

Stolz auf seine neue Rolle

Seit zehn Jahren und dem Cupsieg 2006 warten die HCO-Männer auf einen Titel. Der letzte Meistertitel datiert aus dem Jahr 1999. «Es ist mein Traum, mit Olten einen grossen Titel zu gewinnen», sagt Hug.

Ob als Captain oder nicht, ist dem Studenten, der drei Tage pro Woche in einem Heim für Jugendliche arbeitet, nicht so wichtig. «Mit 23 bin ich zwar schon einer der Erfahrenen im Team, doch Captain bin ich nur, weil Dave Schärer verletzt ist», stellt er klar.

Ein schönes Gefühl sei es dennoch: «Es macht mich stolz und zeigt mir, dass ich dem Team offenbar etwas bringe.» Als Captain sei ihm automatisch eine neue Rolle «aufgezwängt worden», die er mittlerweile aber gerne verinnerlicht habe: «Es gefällt mir, mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich bin jetzt lauter auf dem Spielfeld, dirigiere mehr und motiviere meine Kollegen.»

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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