Olten
Naturmuseum - Da ist der Wurm bestimmt nicht drin

Apfel und Glasperle: Im Naturmuseum sind zwei Ausstellungen eröffnet worden; «Mostindien» kommt ebenfalls vor und spielt eine wichtige Rolle.

Trudi Stadelmann
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Hannes Geisser (links), Andrea Jakob und Peter Flückiger.

Hannes Geisser (links), Andrea Jakob und Peter Flückiger.

kurst schibler

Beim Naturmuseum gilt das Motto: Was drauf steht, ist auch drin. Dies zeigte sich auch bei der Vernissage zur aktuellen Doppelausstellung. Bunte Bilder von Äpfeln zieren die Fassade und Buchstabenrätsel in den Vitrinen laden zum Raten ein. Gestaltet wurde diese Dekoration von einer Klasse des Heilpädagogischen Schulzentrums Olten unter der Leitung von Anneliese Eichenberger und Brigitte Reichlinger.

Peter Flückiger, Leiter des Museums, begrüsste eine stattliche Anzahl Interessierter zur Vernissage der Doppelausstellung. Zum einen sind poetische Bilder von Andrea Jakob zu sehen, zum Anderen ist vieles, vor allem Unbekanntes über den Apfel zu entdecken.

Oltens Stadtschreiber Markus Dietler liess es sich nicht nehmen, die Eröffnungsworte zur Vernissage zu sprechen. Dies obwohl er am gleichen Abend noch an einer Kommissionssitzung teilnehmen musste. Von Äpfeln wisse er zwar nicht allzu viel, aber diese Frucht begleite uns seit Menschengedenken. Dementsprechend habe er Eingang in unsere Sprache gefunden. Reichsapfel, Erdapfel und Adamsapfel. Die Ausstellung zeige auf, wie wichtig der Apfel für unser Leben und unsere Gesundheit sei. Markus Dietler schloss augenzwinkernd mit den Worten: «Schokolade löst keine Probleme, der Apfel aber auch nicht.»

Poesie aus Glas

Andrea Jakob aus Wangen hat das Treppenhaus gestaltet. Sie ist eine eigentliche Zauberin und kreiert Glasperlen, die zum Träumen einladen. Und diese Perlen werden in poetischen Fotografien in Szene gesetzt. Flückiger hat die Künstlerin entdeckt, als sie nach einem Rattenskelett suchte. Sie wollte eine ihrer Perlen in einer besonderen Umgebung fotografieren. Einer der Beweggründe, Glasperlen zu gestalten, sei die Weigerung ihres Mannes gewesen, ihr eine solche zu schenken. So habe sie angefangen, selber solche zu entwerfen. Freunde meinten, dies sei doch eine «Modesache». Ja, es sei eine Modesache und dies seit über 4000 Jahren. In ihren Glasperlen ist vieles zu entdecken, der Sternenhimmel, ein Käfer oder Gräsersamen. Die fotografierten Perlen erzählen Geschichten und laden zum Fantasieren ein.

Von Mostindien nach Olten

Das Naturmuseum arbeitet seit längerer Zeit mit dem Naturmuseum Thurgau zusammen. Dessen Leiter Hannes Geisser stellte die Ausstellung über den Apfel vor. Es habe sich geradezu aufgedrängt, dass «Mostindien» eine solche Ausstellung realisiere. Er verglich die Entstehung der Ausstellung mit der Entwicklung des Apfels. Die Idee sei eine Art Blüte, die befruchtet werden müsse. Inhalt und formale Umsetzung müssten wachsen. Wie beim Reifeprozess eines Apfels bestehe die Gefahr, dass sich ein Wurm einschleiche. Dies war bei dieser Ausstellung zum Glück nicht der Fall, es gibt vieles zu entdecken und zu erfahren. Wie wenn man im Sommer unter einem Apfelbaum liegt und den Stamm und die Rinde, die Äste und die Blätter und natürlich die Früchte betrachtet. Diese Frucht wird unter verschiedenen Aspekten vorgestellt. Wie hat der Apfel den Einzug in die Kultur gefunden? Was ist die Kernhausachse und wie kann anhand dieser die Sorte bestimmt werden? Was braucht es, bis der Konsument herzhaft in einen Apfel beissen kann? Dies sind nur einige der Fragen, die beantwortet werden und die uns so bekannte Frucht näherbringen. Geisser schloss mit einem Gedicht von Georg Wilhelm Otto von Ries, das mit den Worten endet: «Mensch, im Apfel liegt dein Glück».

Zum Apéro wurden standesgemäss getrocknete «Öpfuringli» gereicht, die einen in die Kindheit zurückversetzten. Passenderweise kann man ab dem 9. Mai im Kunstmuseum eine Ausstellung von Adolf Dietrich besuchen. Er ist der bekannteste Thurgauer Maler und auch er hat Bilder von Äpfeln und Apfelbäumen gemalt. Und auch in dieser Ausstellung wird wohl kaum ein Wurm stecken.

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