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Naturfreunde Olten sanieren die Rumpelweid

Das Haus der Naturfreunde Olten oberhalb der Stadt wird im Herbst saniert. Der einfache Charakter soll aber erhalten bleiben.

Im Jahr 1907 wurde im damaligen Hotel Gotthard in Olten die Sektion Naturfreunde Olten als Teil der Naturfreunde Schweiz gegründet. Auch international gibt es Verbände der Naturfreunde. Heute zählt lokale Sektion 99 Mitglieder. Deren Jahrgänge verteilen sich von 1929 bis 2018. Allerdings ist davon nur etwa ein Viertel unter 50-jährig, wie der Verein auf Anfrage schreibt. «Die lokale Vereinsmitgliedschaft wird vor allem von älteren Menschen und Junggebliebenen gesucht.»

Das Haus für Familien der Naturfreunde Olten habe sich seit der Boomzeit in den 60er-Jahren komplett gewandelt, schreibt Monika Siegrist. Zusammen mit Hannah Küffer hat sie das Co-Präsidium der Sektion Olten inne. «Heute ist das Haus ein Teil eines lokalen und sanften Tourismus.» Nicht zuletzt in der Pandemiezeit habe sich gezeigt: «Weniger ist mehr.» Das Gebäude biete Schulklassen, Joggerinnen, Bikern oder Wandergemeinschaften spontane Naherholung bei fast immer toller Aussicht. Siegrist ist seit Jahren von diesem Ort begeistert: «Von der Aussicht, von der Einfachheit, von der Nähe. Und ich schliesse hier auch Freundschaften.»

Bea Rey, Vorstandsmitglied, Co-Präsidentinnen Monika Siegrist und Hannah Küffer und Vorstandsmitglied Röbi Ackermann.

Bea Rey, Vorstandsmitglied, Co-Präsidentinnen Monika Siegrist und Hannah Küffer und Vorstandsmitglied Röbi Ackermann.

Doch das Haus auf der Rumpelweid ist in die Jahre gekommen. Gebaut wurde es 1942, mitten im Krieg, als Ferienheim. Nun erfährt das bald 80-jährige Gebäude eine Verjüngungskur: Im Innern werden alte Elektroinstallationen, welche mit asbesthaltigen Materialen ausgeführt wurden, ersetzt. In der Küche ist bereits eine neue Abluftanlage installiert, gleichzeitig wurden ein paar Verbesserungen vorgenommen.

Weiter soll das Haus ein Ziegeldach erhalten. Dessen Tragfähigkeit soll zudem erhöht werden, so könne in Zukunft eine Solaranlage installiert werden. Start der Bauarbeiten ist im September, wobei der Betrieb der Gartenwirtschaft aufrechterhalten bleibe. Im Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Siegrist sagt: «Am 16. Oktober ist nach den Bauarbeiten ein Fest geplant.»

Keine Lust auf Stahl-Glas-Beton

Ob dieses Jahr wegen Corona besonders viele Leute herkamen, kann Siegrist nicht beantworten. Sie sagt: «Das Haus war genau zur Corona-Zeit wegen der Innensanierung geschlossen. Bei der Wiederöffnung freuten wir uns aber über viele neue Gäste, die erstmals und vielleicht Corona bedingt den Weg in die nahe Natur fanden.» Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 100’000 Franken. Voraussichtlich leiste swisslos einen vierstelligen Betrag dazu. Der Rest werde aus erarbeiteten Reserven finanziert.

Angesprochen auf die zunehmende Überalterung der Mitglieder entgegnet Siegrist: Es ist nicht das Ziel der Sektion, möglichst viele Mitglieder zu haben. In erster Linie gehe es darum, «jene Mitglieder zu finden, denen wir lokal wirklich etwas anbieten können.» Der Altersmix ergebe sich aus den vorhandenen Angeboten. Es sei sinnlos auf jung zu setzen, wenn lokal Seniorensport und Seniorengesundheit gefragt seien. Auf die Frage, ob der heimelige Charakter der Rumpelweid nach der Sanierung erhalten bleibe, sagt Siegrist: «Ja, natürlich. Wir haben weder Lust noch Geld für Glas-Stahl-Beton-Ungetüme in der Natur.»

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