Hägendorf
Nachbesserungen mochten meist zu überzeugen

Die Römisch-katholischen Kirchgemeinde Hägendorf-Rickenbach sagt Ja zum Zusammenarbeitsvertrag mit Gunzgen und Kappel-Boningen.

Beat Wyttenbach
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Römisch-katholische Kirche Hägendorf, den Heiligen Gervasius und Protasius geweiht.

Römisch-katholische Kirche Hägendorf, den Heiligen Gervasius und Protasius geweiht.

Bruno Kissling

Vor einem Jahr wurde an der Budgetgemeindeversammlung der Vertrag kritisiert, welcher die Zusammenarbeit der Kirchgemeinden Hägendorf-Rickenbach, Gunzgen und Kappel-Boningen im Seelsorgeverband Untergäu regelt; der war Anfang 2019 ins Leben gerufen worden. Unter anderem wurden die «wenigen Gegenleistungen» bemängelt: Rückgang der seelsorgerischen Betreuung im Verhältnis zum Budget-Verteilschlüssel des Verbands sowie die reduzierten Öffnungszeiten in Hägendorf gegenüber Kappel.

Nun wurde der Zusammenarbeitsvertrag nachgebessert und an der Kirchgemeindeversammlung in Hägendorf behandelt. Die wichtigsten Änderungen hielt deren Präsident Hans Trachsel für die 12 anwesenden Stimmberechtigten fest:

  • Die Verwaltung der gemeinsamen Kosten gemäss Budget des Seelsorgeverbandes Untergäu
  • die Erweiterung des Wahl- und Entscheidungsgremiums um je eine/n Delegierten (nebst den Präsidenten)
  • die Unterstellung der Stellenpläne, Lohnbänder und Auswahl des Personals unter die Personalverantwortung des Seelsorgeverbandes
  • die Übertragung des Stimmrechts auf ein anderes Mitglied bei Verhinderung der definierten Delegierten
  • die Zustimmung aller drei Kirchgemeinderäte zu Aufwendungen, die nicht in der Kompetenz des übergeordneten Grossen Rates liegen, sowie die Aufteilung von fixen Lohn- und übrigen Kosten (zum Beispiel des Stundenaufwandes für die Katechese) nach dem bereits definierten sowie einem speziellen Verteilschlüssel

Der bestehende dreistufige Verteilschlüssel für die anfallenden fixen Lohnkosten (Sockelbeitrag 15 Prozent, Gewichtung der Anzahl Katholiken 40 Prozent, Steuerkraft 45 Prozent) wird beibehalten.

Der dreistufige Verteilschlüssel gab zu reden. Trachsel hielt fest, dass der Zusammenarbeitsvertrag ausschliesslich den pastoralen Bereich betrifft, die Kirchgemeinden hingegen «bezüglich der weltlich-staatsrechtlichen Belange selbstständig bleiben». Kasimir Rötheli monierte, dass man die Finanzverwaltung sowie die Personaladministration nach Kappel auslagere, obschon das Pfarrhaus in Hägendorf leer stehe. Dennoch stimmten die Anwesenden dem Zusammenarbeitsvertrag einstimmig zu.

Sagen die Katholiken aus Gunzgen und Kappel-Boningen ebenfalls Ja, tritt der Vertrag per 1. Januar 2021 in Kraft. Weiter behandelt wurden auch Rechnung 2019 und Budget 2021. Die Rechnung schloss mit einem Ertragsüberschuss von 187696 Franken ab; das Eigenkapital erhöht sich auf 2,185 Mio. Franken. Das Pro-Kopf-Vermögen steigt auf 965 Franken. Das Budget sieht einen Aufwandüberschuss von 22416 Franken vor; der Steuerfuss wird unverändert bei 15 Prozent der einfachen Staatssteuer belassen. Rechnung wie Budget passierten ohne Gegenstimmen.

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