Olten
Nach wiederholten Glimmbränden will die Stadt Massnahmen ergreifen

Am Mittwoch musste die Oltner Feuerwehr wegen eines Glimmbrandes auf der alten Brücke ausrücken. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Jetzt will die Baudirektion diesem Übel begegnen.

Urs Huber
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In den vergangenen Jahren kam die Feuerwehr regelmässig wegen Glimmbränden auf der Holzbrücke zum Einsatz, wie hier im Bild Ende August 2012.

In den vergangenen Jahren kam die Feuerwehr regelmässig wegen Glimmbränden auf der Holzbrücke zum Einsatz, wie hier im Bild Ende August 2012.

Bruno Kissling

Wer den Eindruck nicht loswird, Oltens Holzbrücke werde in letzter Zeit öfters von Glimmbränden heimgesucht, der täuscht sich nicht. In den letzten gut drei Jahren rückte die Feuerwehr ebenso oft deswegen aus.

Im August 2012, im Juni 2015 und am Mittwoch, am 20. April. Verursacht wurden die Glimmbrände durch weggeworfene Raucherwaren. So auch am Mittwoch, auch wenn dieser Umstand noch nicht voll bestätigt ist. Ein Passant soll eine brennende Zigarette in eine Bodenritze gesteckt haben.

Was ist zu tun?

Die Holzbrücke ist für Besucher und Einheimische ein Augenschmaus. Unbestritten. Und manch einer fürchtet insgeheim, dem Bauwerk über der Aare könnte ein ähnliches Schicksal wie der Luzerner Kapellbrücke widerfahren. Diese brannte vor 23 Jahren zu zwei Drittel nieder. Beruhigend: Oltens Holzbrücke ist heute so gut gesichert wie die neue Brücke in Luzern. Brandmelder, Hitzemelder, direkt verortet mit der Feuerwehr. «Wir sind da sicher auf dem neusten Stand der Technik», weiss Marcel Dirlam von der städtischen Baudirektion.

Aber: Glimmbrände, beziehungsweise deren Wirkung, seien für die Anlagen nicht wahrnehmbar. «Zu wenig Hitze, zu wenig Rauch», räumt Dirlam ein. Andererseits: «Es ist uns bewusst, dass Brände dieser Art zugenommen haben.»

Um solche also gar nicht erst entstehen zu lassen, brauchts neue Ansätze. Gemäss Dirlam wird das Sicherheits-Szenario laufend überprüft. Verschiedene Möglichkeiten sind angedacht: Ein Rauchverbot auf der Brücke an sich wäre ein naheliegendes und probates Mittel.

Die Frage ist bloss: Wer hält sich dran und wer kontrolliert dessen Einhaltung? Aschenbecher, in sicherer Entfernung an den Brückenköpfen bereitstellen? «Wäre durchaus zu prüfen», so Dirlam. Aber so richtig zu überzeugen vermögen die Ideen allesamt nicht. Der Wunsch, jedem rauchenden Brückengänger möge das sichere Wissen, wonach Holz und Feuer sich nicht vertragen, stets bewusst sein, ist halt auch nur ein frommer.

Schadensbild von diesem Mittwoch.

Schadensbild von diesem Mittwoch.

Bruno Kissling

Versiegelung der Fugen

Die vielleicht sicherste Präventionsmassnahme: die lückenlose Versiegelung der begehbaren Lauffläche. Aber das ist schwierig, da Holz arbeitet und je nach Temperatur und Feuchtigkeit die Fugen grösser oder kleiner werden. Auch müsste bei einer solchen Massnahme das Einverständnis der kantonalen Denkmalpflege eingeholt werden. Fest steht aber: Unheil richten brennende Raucherwaren nur an, wenn sie in Ritzen und Spalten landen und dort vor sich hin schwelen, bis sie schliesslich bemerkt und bekämpft werden können. Möglichst frühzeitig, natürlich.

Ein Abdichten der Fugen also? «Auch diese Massnahme werden wir diskutieren», weiss Dirlam. Und er stellt in Aussicht, man wolle sich auch andernorts orientieren, wie dort dem Problem der Glimmbrände begegnet werde. Gut frequentierte Holzbrücken gibts nicht nur in Olten.

Abgebrannt – Weggerissen

1295: Die alte Brücke Olten wird erstmals urkundlich erwähnt.

1375/1383/1653/1798: Niedergebrannt bei kriegerischen Ereignissen

1408/1480/1568/1651: Weggerissen durch Hochwasser und Eisgang

1803: In ihrer heutigen Form durch Blasius Balteschwiler aus Laufenburg erbaut

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