Die kantonale Wirtschaftsförderung steht im Fokus der Politik: 46 Kantonsratsmitglieder fordern mit einem Auftrag an die Regierung ein Überdenken der gesetzlichen Aufgaben. Weg von einer Wirtschaftsförderung, die sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen beschränkt, hin zu einer umfassenderen Tätigkeit mit aktiver, nachhaltiger Standortförderung, die Arbeiten, Wohnen und Freizeit berücksichtigt.

Der Oltner Wirtschaftsförderer Urs Blaser hat mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass auf breiter politischer Front die Meinung bestehe, der Wirtschaftsförderung solle mehr Stosskraft verliehen werden, was ohne zusätzliche finanzielle Mittel nicht möglich sei. Er hoffe deshalb, so Blaser weiter, dass jene, die ein breiteres Wirken der Wirtschaftsförderung verlangten, sich zu gegebener Zeit auch für die dafür notwendigen Gelder starkmachten: «Wer A sagt, muss auch B sagen.»

Verschiedene Tools

In der Region Olten funktioniere die Wirtschaftsförderung längst im Sinne der Antragsteller im Kantonsrat, betont Blaser gegenüber dieser Zeitung: «Neben der klassischen Wirtschaftsförderung betreiben wir aktiv Standortmarketing.» Die Region Olten werde positioniert als «Wirtschafts- und Lebensraum der Mitte» zwischen den Ballungszentren Zürich, Basel und Bern. Verschiedene Tools sorgten für Aufmerksamkeit: «Mit der ‹Zentrumsstadt Olten› und der ‹Wohnregion Olten› vermitteln wir die attraktiven Werte der Region Olten hinsichtlich Arbeit, Wohnen sowie Freizeit und laden immer wieder interessierte Leute zum Probewohnen ein.» Und mit dem Programm «plug & start» schaffe man in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule günstige Voraussetzung für Start-ups: «Damit Jungunternehmer Vollgas geben können.»

Swissbiolabs

Aktiv forciere die Wirtschaftsförderung in Olten ebenfalls die Ansiedlung neuer Branchen, zum Beispiel mit Swissbiolabs. Der Diagnostics Start-up Day vom 29. Juni 2017 als Netzwerkanlass für die Life Science Industrie habe in Olten Wirtschaft, Politik und Forschung mit Start-ups zusammengeführt und neue Geschäftsideen gefördert. «Das Ergebnis ist ermutigend und erfolgversprechend», meint Urs Blaser.

Gegen Zentralisierung

Es wäre sehr zu begrüssen, wenn Projekte, die heute hauptsächlich durch die Stadt Olten sowie Gemeinden und Firmen in der Region finanziert würden, künftig auf stärkere Unterstützung des Kantons zählen könnten, unterstreicht Blaser. Falsch wäre, wenn der Vorstoss im Kantonsrat zu Zentralisierungsbemühungen auf kantonaler Ebene führte mit der Folge, dass die Dynamik, wie sie in Olten spürbar sei, gelähmt würde. Denn Wirtschaftsförderung lebe von dezentraler Dynamik, nicht von Zentralisierung.

Natürlich gebe es auch in Olten noch einiges zu tun. Vordringlich betrachtet Blaser die Neugestaltung des Bahnhofes: «Diese wichtige Drehscheibe muss den Eindruck einer modernen, offenen und sicheren Stadt vermitteln.» Auch innerstädtisch und im Aareraum könne die Stadt Olten noch Akzente setzen. Diesbezüglich sei einiges in der Pipeline. Dass sich die Dreitannenstadt nicht verstecken müsse, zeige etwa die gute Platzierung im neuen Städteranking des renommierten Wirtschaftsmagazins «Bilanz», unter anderem mit Rang 2 aller Schweizer Städte in Kultur und Freizeit. Für Olten spreche ebenfalls, dass sich die Stadt nach dem Aderlass der Alpiq-Steuermillionen finanziell wieder aufgerappelt habe: «Auch das spricht für die Dynamik in Olten!»