Mailand, München oder Melbourne: Das waren 3 der 25 Austragungsorte des Wings for Life World Run in diesem Jahr. Der Charity-Lauf findet in der ganzen Welt zur gleichen Zeit statt. Die Läufer bezahlen ein Startgeld, das zu 100 Prozent der Rückenmarkforschung zugutekommt; die administrativen Kosten übernimmt der Getränkemulti Red Bull.

In die eingangs genannten Städte von Weltruf reihte sich bislang auch Olten ein. Seit 2014, als der Charity-Lauf das erste Mal ausgetragen wurde, gehörte die Dreitannenstadt zum einzigen Austragungsort in der Schweiz. Nach nun bisher vier Läufen ist Schluss.

Der Wings for Life World Run findet 2018 erstmals in Zug statt, wie die Stiftung Anfang Woche auf ihrer Website mitgeteilt hat. Die Stadt Zug wird interessanterweise mit einem ähnlichen Slogan beworben wie zuvor Olten: «Laufen im Herzen der Schweiz».

Als Hauptgrund gibt die Firma Red Bull an, dass der Lauf auch in einer anderen Region der Schweiz bekannt und «erlebbar» gemacht werden soll. «Wir haben uns deshalb entschieden, den Lauf in einer anderen Region stattfinden zu lassen», schreiben die Organisatoren.

Warum gerade die Stadt Zug zum Zug kam, dazu heisst es wie folgt: «Bei der Lancierung des Events 2014 wurden verschiedene mögliche Strecken angeschaut. Wir sind als Firma aufgrund unserer zahlreichen Events in engem Austausch mit diversen Regionen und Städte.» Zug habe sich aufgrund der guten Infrastruktur und der möglichen Strecke als Wunschpartner herauskristallisiert.

Keine negative Erfahrungen gemacht

Vor drei Jahren hiesse es noch vonseiten der Organisatoren, dass Olten «bezüglich Erreichbarkeit wie auch von der Topografie her ein optimaler Austragungsort» sei. «Hinzu kommt eine malerische Kulisse und das Jura- und Alpenpanorama», sagte Adrian Haut, der Mediensprecher des Grossanlasses, damals gegenüber dieser Zeitung.

Negative Erfahrungen seien auch nicht ausschlaggebend für den Wegzug, unterstreicht Red Bull. «Wir haben die Zusammenarbeit mit der Stadt stets geschätzt», heisst es. Es hätte in den vergangenen Jahren auch keine negativen Rückmeldungen der teilnehmenden Läuferinnen und Läufer gegeben. Ob der Lauf jemals wieder in der Stadt Olten Halt machen wird, lassen die Organisatoren allerdings offen.

In der Stadt Olten bedauert man den Entscheid. Für Stadtpräsident Martin Wey, der bislang bei jeder Austragung selbst mitgelaufen ist, hat der Anlass für eine breite Medienpräsenz der Kleinstadt gesorgt. Zudem hat sich der Stadtpräsident, der vorgängig über den Wegzug informiert wurde, dafür eingesetzt, dass der Lauf direkt durch die Stadt über die Kirchgasse und über die Umfahrung ERO führte.

Auch Olten-Tourismus-Geschäftsführer Stefan Ulrich findet es «sehr schade», dass der Charity-Lauf künftig nicht mehr in der Stadt und der näheren Umgebung durchgeführt wird. «Er hatte eine schöne Stahlkraft und war für das Image sowie die Bekanntheit unbezahlbar.»

Die Wertschöpfung für die Region hielt sich allerdings in Grenzen. Zwar waren in den vier Jahren insgesamt 12 600 Läufer in Olten am Start, das heisst pro Jahr durchschnittlich 3150 Personen. Dies nicht nur aus der Schweiz, sondern auch aus dem benachbarten Ausland.

Doch laut Red Bull sei die «überwiegende Mehrheit der Teilnehmer an Laufevents am gleichen Tag wieder abgereist». Auch Ulrich schätzt die Sache ähnlich ein, obwohl er vermutet, dass es «die eine oder andere Übernachtung» trotzdem gegeben hat. Mit Zahlen belegeben kann er dies allerdings nicht.