Diebstähle

Nach Verhaftung des Veloklau-Trios machen sich Erleichterung und Skepsis in der Szene breit

Nicht nur abschliessen, sondern auch anschliessen: Das empfehlen Präventionsstellen gegen den Veloklau.

Nicht nur abschliessen, sondern auch anschliessen: Das empfehlen Präventionsstellen gegen den Veloklau.

Nach Verhaftung der mutmasslichen Velodiebe in der Region Olten ist Wunsch nach Sicherheit vor weiteren unliebsamen Überraschungen gross.

Es ist doch eine gewisse Erleichterung zu spüren in der Szene der Velofahrenden in Olten. Auch wenn diese von Skepsis begleitet wird. Im Frühling nämlich herrschte helle Aufregung, weil regelmässig Fahrräder, auch massiv gesicherte, entwendet wurden. Und zwar teilweise in dreister Weise: aus Garagen, Innenhöfen und eigentlich auch direkt weg von gut einsehbaren Plätzen und Strassen. Die Vermutung, wonach eine gewerbsmässig agierende Bande die Räder stehlen würde, machte die Runde. Die Polizei allerdings konnte keine Hinweise eruieren, die auf solche Praktiken hingedeutet hätten. Zwar seien die Oltner Diskussionen in den sozialen Medien bekannt, aber «eine Steigerung von Zweirad-Diebstählen können wir im Vergleich zum Vorjahr nicht feststellen», so die Polizeisprecherin im April dieses Jahres.

Polizei ist gezielt aktiv geworden

Jetzt hat der Wind gedreht: Am vergangenen Montag hat die Polizei bekannt gegeben, ein Männertrio verhaftet zu haben, welches sich vermutlich mit dem Diebstahl von E-Bikes, Velos und Zubehörteilen beschäftigte. Jedenfalls kamen solcherlei Güter bei mehreren gezielten Hausdurchsuchungen bei den Verdächtigen ans Tageslicht.

In der Facebook-Gruppe Olten reagiert man auf die Meldung durchzogen, was erkennen lässt: Die Diebstahlserie hat Spuren hinterlassen, nachdem im ersten Halbjahr 2020 bereits 70 Räder in der Region Olten entwendet worden sind. «… und nun ist der Schweizer beruhigt, wenn er liest, sie seien in U-Haft .... und weiss gar nicht, dass diese Gangster meist innert Stunden- gar Tagesfrist wieder auf freiem Fuss sind und genau so weitermachen und lachen, weil ihnen meist nix passiert!», meint eine Stimme. Und eine andere erklärt unumwunden: «Alle drei nicht mit Zucker-Handschuhen anfassen.» Ob der folgende Post allenfalls ironisierend gemeint ist, bleibt offen: «Die können doch auch nichts für ihre kriminelle Ader. Wurden zu wenig integriert von uns...» Daneben erfährt die Polizei für ihre Aktivitäten ein Lob: «So; die Polizei war nicht untätig, so wie es einige meinten und angeprangert hatten.»

Dass sich in der ganzen Diskussion auch die Frage nach der Rückgabe des Diebesguts an den rechtmässigen Besitzer stellt, versteht sich ebenfalls. Dabei ist allerdings der Umstand zu berücksichtigen, ob die Versicherungen den gemeldeten Verlust bereits vergütet hat. Ist dem so, fällt das sichergestellte Diebesgut nämlich an die Versicherung zurück, wie Roman Graf, Leiter Schadendienst der Mobiliar in Olten auf Anfrage erklärt. Es komme allerdings sehr selten vor, dass ein Kunde oder eine Kundin ihr Interesse an einer Rückgabe anmelde, denn «die allermeisten sind zwischenzeitlich mit einem neuen Rad ausgestattet», so Graf. Im Grundsatz aber, auch wenn es sich bei dem fraglichen Velo um ein Liebhaberobjekt handle, muss der ursprüngliche Besitzer das Velo gegebenenfalls von der Versicherung zurückkaufen.

Hauptdarstellerin war nicht erreichbar

Und was sagt Mara Gomm zu dem ganzen Fall? Sie hatte mit ihrem seinerzeitigen Post die ganze Sache ins Rollen gebracht. «Liebe Oltner, nämet üchi Velos ine», hatte sie im April auf Facebook gewarnt. Sie war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar. Dafür hatte der Administrator der Gruppe Olten, Christian Ginsig, doch passende Worte bereit: «Ich hoffe, es wird nun wieder ruhiger.»

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