Immer wieder wurde kolportiert, mit der Überführung der Stadtpolizei Olten in die Kantonspolizei Solothurn würden sich Sicherheitslücken im Stadtleben öffnen. Nun haben die Verantwortlichen vor den Medien berichten können, die personellen, strukturellen und organisatorischen Fragen weitgehend bereinigt zu haben. Fazit: Was politische Parteien im Vorfeld der parlamentarischen Abstimmung vom 18. Dezember 2014 immer wieder angemahnt haben, nämlich den Erhalt der einstigen Stadtpolizeibasis im Erdgeschoss des Stadthauses, wird wahr.

Noch wichtiger aber: Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei Solothurn, Daniel Bürki, Kommandant der Stadtpolizei Olten sowie Harry Niggli, seit 1. August Regionenchef Olten, stellten nach der Überführung per 1. Januar 2016 gar einen «mindestens gehaltenen Sicherheitsstandard» in Aussicht, denn der Polizeiposten Olten City, mit einer Besetzung von rund zwölf Mitarbeitenden, garantiere Nähe zu Stadtbehörden und -verwaltung.

Mit der Überführung wurden auch neue Stellen geschaffen, welche schliesslich zur Polizeiregion Olten führten; ein Distrikt, der vormals Region Ost hiess und mit rund 65 Mitarbeitenden die grösste Polizeiregion im Kanton darstellt. «Die Kapo wird stadtpolizeilicher», so Zuber vor den Medien. Wichtig auch, dass viele Polizisten des städtischen Korps künftig ihren Dienst in ihrer einstigen Stammregion leisten würden.

Das sorge für Kontinuität und Wissenserhalt, so das Polizisten-Trio. Selbst wer geglaubt hatte, der Gedanke der Quartierpolizei falle der Überführung zum Opfer, wurde angenehm überrascht: Die Quartierpolizei wird auch nach dem 1. Januar 2016 aktiv sein und den Kontakt zur Bevölkerung suchen. Selbst eine Bearbeitungsstelle «Brennpunkte», wurde geschaffen. Es ging einst die Befürchtung, diese könnten durch die Überführung in Vergessenheit geraten. Harry Niggli hatte das vor den Medien so beschrieben: «Die Bürgernähe suchen und für die Bevölkerung da sein.»

Unterbestand: vorübergehend

Die vom Kantonsrat befürwortete Überführung ging mit einer veranschlagten Personalaufstockung von 25 Stellen im Korps der Kantonspolizei einher. Allerdings kann das Projekt derzeit lediglich deren 21 Zugänge ausweisen. Von den total 30 Mitarbeitenden bei der Stadtpolizei wechseln 21 ins kantonale Korps, ihrer sechs bleiben in Diensten der Stadt, drei einstige Korpsangehörige der Stapo haben extern eine Anschlusslösung gefunden oder orientieren sich neu. «Uns war wichtig, dass nach der Überführung niemand ohne berufliche Perspektive dasteht», so Bürki. «Das haben wir erreicht.» Und zum bevorstehenden Unterbestand meinte Zuber: «Wir wissen noch von rund einem Dutzend Absolventen der Polizeischule in Hitzkirch.»

Noch sind nicht alle Fragen geklärt; aber in den verbleibendend vier Monaten bleibe genügend Zeit, um Infrastruktur- und Integrationsarbeiten festzulegen, Betriebsabläufe zu definieren oder räumliche Anpassungen vorzunehmen. «Wir sind auf Kurs», bilanzierte Zuber. Das Resultat von bislang mehr als 25 Sitzungen in Leitungsausschuss, Projektleitung oder Projektteams.

Die Stadtpolizei Olten verschwindet

Die Stadtpolizei Olten verschwindet