Seit über 25 Jahren bietet das Tagesheim Sonnegg betagten und dementen Menschen eine Tagesbetreuung an. Je nach Pflegebedarf können sich dort pro Tag (Montag bis Freitag) bis zu 15 Personen aus Olten und den umliegenden Gemeinden aufhalten; zum Mittagstisch können es bis zu 20 Personen sein.

Betreiberin des Tagesheims ist der Gemeinnützige Frauenverein Olten (GFVO). Es war bei seiner Gründung 1988 das erste Tagesheim seiner Art. Das Konzept hat bereits an vielen Orten in der ganzen Schweiz Nachahmung gefunden. Nun muss die Institution per Ende Dezember 2014 den Betrieb einstellen, weil die Stadt keine Subventionen mehr bezahlt. Letztmals waren es 94 000 Franken.

Die Stadt begründet ihren Entscheid damit, dass zu wenig Gäste aus Olten das Angebot nutzen. Kommt hinzu, dass der Kanton die tiefen Tagestarife bemängelt.

Warum es besonders schmerzt

Die Verantwortlichen des Verein sind über das Vorgehen des Stadtrats erschüttert, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist: Mitte 2013 hatte der Stadtrat den Vorstand des GFVO informiert, dass die Finanzierung des Tagesheims auf neue Grundlagen gestellt werden muss.

Statt einer Objektfinanzierung wollte die Stadt auf Subjektfinanzierung umstellen mit dem Ziel, dass auch die umliegenden Gemeinden den Aufenthalt ihrer Leute im Tagesheim mitfinanzieren würden.

Der GFVO nahm darauf hin eine Neustrukturierung in Angriff, liess eine Betriebsanalyse erstellen und suchte nach vermehrter privater finanzieller Unterstützung. Anfangs Dezember 2013 wurden die Massnahmen mit dem Stadtrat diskutiert. Dem GFVO wurde vom Stadtrat bis Ende Mai 2014 Frist gesetzt, um den künftigen Finanzierungsbedarf des Tagesheims Sonnegg darzulegen.

«Mitte April 2014, kurz vor Ablauf dieser Frist, musste der Vorstand aus der Presse entnehmen, dass der Stadtrat den Beitrag als Massnahme im Rahmen des Entlastungspakets 2015, vollständig streichen wird.»

Keine Diskussion mehr

Das Gesuch, wenigstens die finanzielle Unterstützung für die Phase der Umstrukturierung, das heisst für das Jahr 2015 zu gewähren, sei vom Stadtrat ohne weitere Diskussion und ohne je das Gespräch mit dem Verein gesucht zu haben, abgelehnt worden.

Dieser Tage informierte die Präsidentin des Gemeinnützigen Frauenvereins die neun Mitarbeiterinnen über die bevorstehenden Entlassungen. Der Entzug der finanziellen Unterstützung ab 2015 nehme dem Verein jegliche Möglichkeit, das Tagesheim auf einer neuen Basis weiterzuführen. Dies, obwohl in den letzten Monaten durch Einsatz des Vorstands Spender gewonnen werden konnten. (mgt/szr)