Fall Boningen
Nach Tierdrama in Boningen: Bauer darf keine Tiere mehr halten

Der Veterinärdienst des Kantons Solothurn hat seine Untersuchungen im Fall Boningen abgeschlossen und gegen den Landwirt ein Tierhalteverbot auf unbestimmte Zeit ausgesprochen.

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Der Bauernhof in Boningen, auf dem 16 Tiere qualvoll verendeten.

Der Bauernhof in Boningen, auf dem 16 Tiere qualvoll verendeten.

Bruno Kissling

Ende Mai 2016 haben die Polizei Kanton Solothurn und der Veterinärdienst auf einem Bauernbetrieb in Boningen 15 tote Rinder vorgefunden. Ein weiteres Tier musste wegen seines kritischen Zustandes von seinem Leiden erlöst werden. Dieses wurde in der Pathologie des Tierspitals Bern untersucht.

Der Veterinärdienst hat die Untersuchungen nun abgeschlossen, wie es am Dienstag in einer Medienmitteilung heisst. Umfangreiche und sorgfältige Analysen und Untersuchungen würden die ersten Einschätzungen des Veterinärdienstes bestätigen: «In der betroffenen Tierhaltung in Boningen bestanden sehr grosse Mängel in der Versorgung der Tiere insbesondere bei der Futterqualität, zudem wurden Meldepflichten nach der Tierseuchengesetzgebung missachtet.»

So sahen die Kühe auf dem Boninger Bauernhof aus.
12 Bilder
... alles andere als gesund.
Teilweise fehlt das Fell.
Der betroffene Bauernhof in Boningen
Die Beine sind verdreckt.

So sahen die Kühe auf dem Boninger Bauernhof aus.

zvg

Die Situation auf dem betroffenen Betrieb habe jedoch nie eine akute Gefahr für die Umwelt oder andere Tierbestände dargestellt, heisst es weiter.

Eine hochansteckende Tierseuche konnte vom Veterinärdienst sehr rasch ausgeschlossen werden. Auch diese Einschätzung sei durch die nun abgeschlossenen Untersuchungen bestätigt worden.

Der betroffene Tierhalter halte aktuell keine Nutztiere mehr. Der Veterinärdienst habe im Rahmen seiner Kompetenzen, im Sinne einer verwaltungsrechtlichen Massnahme, ein Tierhalteverbot auf unbestimmte Zeit gegen ihn verfügt. Ihm werde die Haltung von sämtlichen Nutztierarten, namentlich von Klauen- und Huftieren sowie Geflügel, verboten.

Auch wird in der Medienmitteilung über jene Rinder, die Ende Mai auf dem Hof beschlagnahmt wurden, informiert. Sie befinden sich auf einem anderen Hof und sind in der Zwischenzeit in einem befriedigenden Allgemeinzustand.

Die Untersuchungen des Veterinärdienstes seien somit abgeschlossen. Das Dossier wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.

Gegen das Veterinäramt, das in der Öffentlichkeit in der Kritik stand, nicht frühzeitig genug reagiert zu haben, wurde seitens der Staatsanwaltschaft bislang kein Verfahren eröffnet. (jak)