Nun wird der Strategiewechsel des Stadtrates bei der Museumsplanung, welche diese Zeitung bereits Ende Januar beschrieben hat, offizialisiert: An der Sitzung von letztem Montag hat die Oltner Regierung entschieden, dass das Kunstmuseum ins Hübeli zügelt, wie die Stadtkanzlei am Dienstagnachmittag mitteilt.

Der Beschluss fällt damit nur dreieinhalb Wochen, nachdem das Parlament grünes Licht gegeben hat, den Schulstandort Hübeli aufzulösen. Ab voraussichtlich Sommer 2021 wird die städtische Liegenschaft für die neue Nutzung frei, wenn die Schülerinnen und Schüler ins neue Primarschulhaus im Kleinholzquartier umgezogen sind.

Museums-Direktorin erfreut

Für die Kunstmuseums-Direktorin Dorothee Messmer ist die Nachricht «eine frohe Botschaft», wie sie auf Anfrage sagt: Es sei schön, in ein Schulhaus umziehen zu können, «weil wir uns wie Lehrer auch als Vermittlungspersonen verstehen». Zudem gäbe es immer mehr Schulklassen, welche das Kunstmuseum besuchten. Letztes Jahr konnte das Haus mit 11'813 Personen einen neuen Besucherrekord vermelden.

Messmer ist zudem froh, «dass wir jetzt endlich planen können». Ein Konzept für den Raumbedarf hat die Museumsleitung nämlich schon mal zusammengestellt. Expansionsgelüste gibt es aber keine: «Wir wollen nicht mit anderen Häusern wie Solothurn oder Aarau konkurrenzieren, die mehr Gelder zur Verfügung haben», sagt Messmer.

Bereits vor einigen Jahren war ein Umzug des Kunstmuseums ins Hübeli ein Thema, rückte aber wegen der stockenden Schulraumplanung in den Hintergrund. Stattdessen hatte der Stadtrat bis vor kurzem die Idee verfolgt, das Kunstmuseum ins Naturmuseum zu verlegen. Letztes schliesst diesen September seine Tore und wird im derzeit umgebauten Haus der Museen an der Konradstrasse 7 voraussichtlich im Herbst 2019 wiedereröffnet.

Das bisherige Gebäude an der Kirchgasse 8, wo das Kunstmuseum untergebracht ist, hat aus Sicht Messmers mehrere Nachteile: Unzureichende Klimatisierung, sodass die Institution gewisse Leihgaben gar nicht erhält; zu wenig Platz für Bilder im Kellerdepot, sodass diese auch in einzelnen Zimmern in den oberen Stockwerken eingelagert werden müssen; oder kein Lift, was das Verschieben von Kunstwerken zeitintensiver macht und für Besucher nicht behindertengerecht ist. Zudem bleibt das Museum zwischen zwei Ausstellungen jeweils rund drei Wochen geschlossen, weil der Haupteingang über eine Ausstellungsfläche führt.

Aus der Sicht des Stadtrats eignet sich das Hübeli aus mehreren Gründen für das Kunstmuseum: Zum einen handelt es sich «um ein repräsentatives Gebäude mit grossen, hellen Räumen an zentrale Lage in unmittelbarer Nähe des Hauses der Museen mit Bushaltestelle», wie es in der Mitteilung heisst. Zum anderen gibt es genügend Platz für einen Anbau mit Depot hinter dem Haus auf städtischem Grund. Dies würde im Gegensatz zur Nordseite des heutigen Naturmuseums zu keinen Nutzungskonflikten mit Parkplätzen, Baumbestand und Spielplatz führen, heisst es in der Mitteilung weiter. Ferner gibt es vor dem Hübeli einen Vorplatz, auf dem sich das Kunstmuseum präsentieren kann.

Aussicht auf Fremdfinanzierung

Als nächste Schritte sollen nun das Raumprogramm erarbeitet und ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden. Dafür hat das Parlament bereits entsprechende Gelder in Höhe von insgesamt 500'000 Franken gesprochen. Wie teuer der Umbau inklusive Anbau kommen wird, ist noch nicht klar. Überschreitet ein Projekt die Grenze von vier Millionen Franken Nettoaufwand für die Stadt, wird es eine Volksabstimmung geben.

Für den Umbau steht bereits eine private Fremdfinanzierung in Aussicht. Direktorin Messmer ist zuversichtlich, dass weitere Gelder aufgetrieben werden können. Laut Stadtentwickler Markus Dietler soll auch der kantonale Lotteriefonds erneut angefragt werden, welcher bereits für das Haus der Museen 2,3 Millionen Franken an die Gesamtkosten von 8,2 Millionen zahlte. Für die Stadt blieb so netto noch ein Betrag von 5,9 Millionen übrig.

Nach dem Auszug des Kunstmuseums und des Naturmuseums aus der Kirchgasse 8 und 10 werden in der Innenstadt an bester Lage zwei Gebäude frei, die dem Gewerbe zur Verfügung stehen. Wie Stadtentwickler Dietler bereits früher gegenüber dieser Zeitung erklärte, stünde eine städtische Nutzung für die beiden Liegenschaften nicht im Vordergrund. Derzeit gebe es aber keine Verhandlungen mit Interessenten, sagt Dietler am Dienstag auf Anfrage.