Amtsgericht Olten-Gösgen
Nach Raubüberfall auf Rentner: Zwei Cousins müssen hinter Gitter

Zwei Türken mussten sich vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen wegen versuchtem Raub, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verantworten. Nun hat das Gericht entschieden, dass beide hinter Gitter müssen — der eine jedoch länger als der andere.

Sarah Kunz
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Keystone/MARTIAL TREZZINI

Versuchter qualifizierter Raub mit einfacher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. So lauteten die Anklagepunkte fürdie zwei Türken, die sich letzte Woche vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten mussten. Cem K.* und Yasin T.* drangen im September 2015 gewaltsam in die Wohnung von Rentner Markus E.* ein und rissen diesen zu Boden.

Während Yasin T. das Opfer festhielt, machte sich sein Cousin auf die Suche nach Diebesgut. Diese blieb jedoch erfolglos, weshalb Cem K. mehrmals auf den Rentner einschlug. Markus E. leidet seit der Tat unter starken Schmerzen.

Diesem Raubüberfall ging ausserdem ein Diebstahl voraus. Weil ein Teil des im Sommer 2015 entwendeten Diebesguts bei der Verhaftung bei Cem K. sichergestellt werden konnte, war der Türke in diesem Punkt zusätzlichen angeklagt. Er stritt die Tat jedoch ab. Folglich gab es keine eindeutigen Beweise für den Diebstahl weshalb Amtsgerichtspräsident Pierino Orfei den Fall als «Kraut- und Rüben-Geschichte» bezeichnete.

Für den aktiveren Cem K. forderte die Staatsanwaltschaft eine unbedingte Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten. Für Yasin T., welcher Reue zeigte und unmittelbar nach der Tat ein Geständnis ablegte, forderte die Staatsanwaltschaft eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten unbedingt und 2 Jahren und 2 Monaten bedingt.

Beide erhalten Freiheitsentzug

Trotz der fehlenden eindeutigen Beweise verkündete das Amtsgericht am Freitagmorgen, dass Cem K. für den im Sommer verübten Diebstahl verantwortlich ist. Die Ausrede, er habe einen Teil des Diebesguts im Gebüsch gefunden, liess Amtsgerichtspräsident Orfei nicht durchgehen: «Wir sind doch nicht blöd«, so Orfei. Schuldig gesprochen wurden die beiden Türken auch in allen anderen Anklagepunkten.

Cem K. als treibende Kraft hinter dem Raub wurde vom Amtsgericht zu einem unbedingten Freiheitsentzug von 3 Jahren und 91⁄2 Monaten verurteilt. Yasin T., welcher durch sein Geständnis die Ermittlungen vereinfacht habe, erhält eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten. Ein Jahr muss er absitzen, die restlichen 22 Monate sind bedingt während einer Probezeit von 2 Jahren. Opfer Markus E. erhält zudem eine Genugtuung von 5000 Franken.

* Namen von der Redaktion geändert

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