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Nach knapp zwei Monaten trennt sich der FC Olten von Roger Grimm

Der Präsident des FC Olten nimmt nach kaum zweimonatiger Amtszeit per sofort seinen Hut.

Urs Huber
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Roger Grimm.

Roger Grimm.

Ungewöhnliches dringt aus dem Umfeld des FC Olten (FCO) an die Oberfläche. Der Verein, der mit seinem Fanionteam in der 2. Liga interregional aufläuft, hat sich von seinem seit noch nicht einmal zwei Monate wirkenden Präsidenten Roger Grimm (45) per sofort getrennt. Das Ganze erinnert Aussenstehende an einen Coup. Grimm will zu seinem überraschenden Rücktritt keine Stellung nehmen, wie er dieser Zeitung elektronisch ausrichten lässt. Und im Vereinsvorstand will sich auch niemand konkret zu den Gerüchten äussern, die in letzter Zeit kursierten und die auf eine stete Unruhe im Verein hindeuteten.

Auf informeller Ebene nämlich war zu erfahren, Roger Grimm habe als Präsident eigenmächtig Verträge abgeschlossen, ohne mit dem Vorstand Rücksprache genommen zu haben. Dazu wäre er, wie einer aus dem Kreis des Vereinsvorstandes zu verstehen gibt, eigentlich gar nicht berechtigt gewesen. Zumal der Präsident offenbar auch nicht für die notwendigen finanziellen Mittel gesorgt hatte, welche die Einhaltung der Verträge überhaupt erst möglicht gemacht hätten.

In der Folge wurden auch Unmutbezeugungen aus Spielerkreisen laut. Und Grimm soll auch kein guter Kommunikator gewesen sein. Er habe seine Gedanken und Ideen eher elektronisch verbreitete als Aug’ in Aug’ am Vorstandstisch. «Er handelte ohne Struktur und Plan», fasst ein Insider, der namentlich nicht genannt sein will, die Situation zusammen. Wie es im Verein jetzt konkret weitergeht, ist offen. Vizepräsident Jean-Robert Decaillet, der per Funktion interimistisch den Verein führen müsste, war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

Immer für eine Schlagzeile gut

In den letzten Monaten war der FC Olten stets für eine Schlagzeile gut: Im Juni 2018 stand der Verein ohne Präsident und Trainer da. Claudio Richard hatte dem Verein die letzten drei Jahre vorgestanden, Trainer Flavio Catricalà hatte zur gleichen Zeit nach nur einem Jahr die Reissleine gezogen.

Auf Richard folgte Roger Grimm, der im Juli 2017 seinerseits als Co-Präsident des FC Wangen bei Olten zurückgetreten war. Ryszard Komornicki übernahm den Posten von Catricalà als Cheftrainer und Petar Aleksandrov wurde Assistent der 1. Mannschaft und Sportchef; beide medial recht prominent angekündigt. Auf die Frage, wieso es ihn aufs Kleinholz verschlage, hatte Komornicki damals scherzhaft geantwortet: «Der FC Olten war schon immer mein Traumverein.»

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