Haben Sie damit gerechnet, dass der Vorschlag zum Klimanotstand der 30 Jugendlichen angenommen wird?
Aline Temperli: Ich habe gehofft, dass der Vorstoss angenommen, damit gerechnet nicht.

Was erwarten Sie nun vom Stadtrat?
Der Stadtrat soll sich intensiv damit beschäftigen und überlegen, was er mit einfachen Massnahmen gegen den Klimawandel tun kann. Zum Beispiel hier im Parlamentssaal haben ganz viele Mitglieder Plastikbecher und PET-Flaschen auf den Pulten stehen. Das ist nicht nötig und ist erst noch mit Kosten verbunden.

Haben Sie weitere konkrete Vorschläge?
Es wäre zum Beispiel wichtig, dass die Stadtverwaltung Geschäfte darauf hinweist, dass sie gratis keine Plastiksäckli mehr abgeben, so wie dies bei den grossen Detailhändlern auch der Fall ist. Das funktioniert und ist eine einfache Massnahme. Zudem gibt es das Littering-Gesetz, das aber kaum kontrolliert wird.

Der Begriff Notstand wurde im Parlament kontrovers diskutiert. Warum hat das Klimastreik-Komitee das Wort gebraucht?
Wir haben den Begriff nicht im rechtlichen Sinn gemeint, sondern so, dass ein Ereignis wie die globale Erwärmung radikale Massnahmen erfordert. Das ist für uns eine Notsituation. Wir müssen schnell handeln. Daher der Begriff Notstand.

Was unternehmen Sie selbst für den Klimaschutz?
Dass ich mich gegen den Klimawandel engagiere, ist ein Beitrag. Ich esse auch seit einem Jahr kein Fleisch mehr. Zudem möchte ich auf meinen Konsum achten und etwa nur, wenn es wirklich nötig ist, neue Kleider kaufen. Normalerweise greife ich auf Secondhand-Ware zurück. In diesem Mai reise ich beispielsweise nach Berlin und nehme den Zug statt einen Flug, obwohl letzteres günstiger wäre.