Nach den guten Abschlüssen der drei vergangenen Jahresrechnungen schliesst auch die Rechnung 2017 in Wangen bei Olten wieder mit einem erfreulichen Ertragsüberschuss von rund 4,6 Millionen Franken vor Gewinnverteilung ab. Es war ein Ertragsüberschuss von 750'000 Franken budgetiert. Für 2017 waren Investitionen von netto 2,68 Millionen geplant, effektiv wurden über die Investitionsrechnung deren 1,904 Millionen verbucht. Das erfreuliche Ergebnis ermöglicht es, 4 Millionen für eine Vorfinanzierung des Schulhauses Alp II zu bilden und 580'975 Franken zusätzliche Abschreibungen zu tätigen, was die Rechnungen der nächsten 33 Jahre um mindestens 121'000 Franken entlasten wird.

Erfolgsrechnung 2017

Der gute Abschluss der Erfolgsrechnung hat dazu geführt, dass ein Selbstfinanzierungsgrad von 276 Prozent realisiert werden konnte und die Rechnung 2017 einen Finanzierungsüberschuss von 3,348 Millionen ausweist. Die Belastung der Bilanz der Gemeinde Wangen per 31. Dezember 2017 mit verzinslichen Schulden (Darlehen) konnte auf 4 Millionen gesenkt werden. Erstmals seit über 30 Jahren kann die Einwohnergemeinde ein Nettovermögen ausweisen.

Man darf feststellen, dass die finanzielle Situation der Einwohnergemeinde als gesund und solide bezeichnet werden kann. Die Entwicklung der Steuereinnahmen darf als nachhaltig angesehen werden auch im Hinblick auf die bevorstehende, sich abzeichnende Gemeindeentwicklung. Im Investitionsprogramm 2018 bis 2023 sind Nettoinvestitionen von rund 22,7 Millionen vorgesehen. Für die Einwohnergemeinde ist es wichtig, die Infrastruktur zu erhalten und – wo notwendig – auch auszubauen. Als Beispiel zu erwähnen ist an dieser Stelle die Erweiterung des Schulstandortes Alp II, welche sich bereits in Umsetzung befindet.

Dadurch wird es nötig werden, wie bereits im Budget 2018 angemerkt, dass wieder Fremdkapital aufgenommen werden muss. Mit dem nachhaltigen Fiskalertrag und weiterhin kostenbewusstem Handeln lassen sich die künftigen Investitionsvorhaben finanzieren und gleichzeitig die Verschuldung auf einem vertretbaren Niveau halten.

Hinterbüel im Brennpunkt

Bei einer periodischen Kontrolle im Schulhaus Hinterbüel II hat der Brandschutzexperte der Solothurnischen Gebäudeversicherung festgestellt, dass die Personensicherheit im Schulhaus nicht gewährleistet ist, weil keine Brandabschnitte und keine sicheren Fluchtwege vorhanden sind. Bei den letzten beiden Kontrollen im 2005 und 2007 wurde jeweils empfohlen, die bestehenden Verglasungen zwischen der Pausenhalle/Atrium (Fluchtweg) und den Unterrichtszimmern durch Abschlüsse zu ersetzen. Die Massnahme war nur eine Empfehlung und wurde nie umgesetzt. Die Brandschutzvorschriften wurden seit 2007 kontinuierlich verschärft, was dazu führte, dass die Personensicherheit nach der aktuellsten Beurteilung als nicht gewährleistet angesehen wird.

Um die Sicherheit zu gewährleisten sind im abgefassten Protokoll 14 Punkte aufgelistet, die mit unterschiedlichen Fristen umzusetzen sind. Die im Protokoll erwähnten Massnahmen, die bis zum 30. März 2018 umgesetzt sein mussten, sind bereits ausgeführt. Für die Umsetzung der restlichen Massnahmen sind grössere bauliche Installationen notwendig. Die Ausführungsfrist ist auf den Dezember 2018 festgelegt.

Die Installation der Brandmeldeanlage ist zwingend in den Sommerferien durchzuführen. Für die Anlage in sämtlichen Zimmern sollen Melder installiert werden, die miteinander verbunden werden. Der zeitliche Aufwand für die Verkabelung aller Elemente ist sehr gross. Aus diesem Grund wird von einer ordentlichen Budgetierung der Kosten im Budget 2019 und dem damit verbundenen Fristerstreckungsgesuch bei der Solothurnischen Gebäudeversicherung abgesehen.

Die Installation der Brandmeldeanlage wird von der Solothurnischen Gebäudeversicherung mit einem Beitrag von 20 Prozent (ca. 10'000 Franken) unterstützt. Der Rat hat die Dringlichkeiten der Massnahmen eingesehen und den beantragten Nachtragskredit von 62'000 Franken einhellig bewilligt.

Maximum 50 Personen

Bei einer periodischen Brandschutz-Kontrolle der Solothurnischen Gebäudeversicherung im 2005 wurde festgestellt, dass die maximale Personenbelegung der Turnhalle Hinterbüel bei 50 Personen liegt. Grund dafür ist die unzureichende Fluchtwegsituation. Für eine Personenbelegung bis zu 200 Personen muss ein weiterer Fluchtweg erstellt werden. Die Tatsache, dass die Turnhalle mit Maximum 50 Personen belegt werden darf, war somit seit 2005 bekannt. Es wurden aber keine Massnahmen ergriffen.

Im Brandfall haftet der Grundeigentümer für den Schaden. In der Turnhalle finden, gemäss Abklärungen mit der Schulleitung, jährlich ca. 5 Events statt, bei denen sich mehr als 50 Personen in der Turnhalle aufhalten. Unter anderem finden Schulanlässe, wie der erste Schultag der Unterstufe und der Sporttag in der Turnhalle statt. Zudem werden Anlässe von Sportvereinen von der Verwaltung bewilligt, bei denen mehr als 50 Personen anwesend sind.

Das Ingenieurbüro Frey und Gnehm hat in Abklärung mit der Solothurnischen Gebäudeversicherung ein entsprechendes Projekt erarbeitet. Ein zusätzlicher Fluchtweg kann nur auf der Nordseite des Gebäudes erstellt werden. Die Kosten für die Erstellung belaufen sich auf 45'000 Franken. Der Rat hat aus sicherheitstechnischen Gründen und vor allem um die Schulanlässe und die wichtigen sportlichen Anlässe in der Turnhalle weiterhin garantieren zu können, dem Nachtragskredit einhellig zugestimmt.

In Kürze

Der Gemeinderat hat ferner

  • das Schulprogramm 2018 bis 2022 genehmigt, einen Nachtragskredit für die neuen Mathematiklehrmittel in der Höhe von Fr. 9’600.00 gesprochen und das Reporting der Leistungsvereinbarung 2015 – 2018 genehmigt;
  • die Mitglieder der AG familienergänzende Tagesstrukturen mit Christine Bieli-Müller, Pascal Erlachner, Nathalie Marquart und Bettina Widmer gewählt;
  • Andreas Stettler (SP), Kommunikationsberater, Allmendstrasse 43, als neues Mitglied in die Bau- und Planungskommission gewählt;
  • die Rechnungs-Gemeindeversammlung auf Montag, 18. Juni 2018, 19. Uhr, in der Turn- und Festhalle Alp, festgelegt.