EHC Olten
Nach einer offensiv schwachen Leistung verliert der EHC Olten gegen den HC Ajoie mit 1:2

Matthias Mischler hielt seine Farben lange im Spiel. Trotzdem reichte es in der Patinoire du Voyeboeuf nicht zu einem Sieg, was vor allem an der harmlosen Offensive lag. Der HC Ajoie gleicht die Serie somit aus.

Michael Forster (Text) und Tobias Schalk (Liveticker)
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HC Ajoie - EHC Olten
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Der EHC Olten verliert in Pruntrut gegen den HC Ajoie mit 1:2.
Der EHC Olten verliert in Pruntrut gegen den HC Ajoie mit 1:2.
Der EHC Olten verliert in Pruntrut gegen den HC Ajoie mit 1:2.
Der EHC Olten verliert in Pruntrut gegen den HC Ajoie mit 1:2.

HC Ajoie - EHC Olten

Hansruedi Aeschbacher

Dass sowohl Olten als auch Ajoie schnelles und attraktives Hockey spielen können, das haben sie in der Qualifikation mehrfach bewiesen. Dass die Duelle zwischen den beiden Mannschaften in den Playoffs aber nach einem anderen Muster ablaufen, das bewies auch der zweite Vergleich in der umkämpften Halbfinalserie. Im Vordergrund steht nicht mehr das Tempo und mit ihm viele Chancen auf beiden Seiten, sondern der Kampf. Zwar erarbeiteten sich beide Teams Möglichkeiten für deutlich mehr als nur drei Tore, doch es fehlte vorab an der Effizienz, wie EHCO-Stürmer Philipp Wüst nach der 1:2-Niederlage meinte. «In den Playoffs kriegt man nicht allzu viele Chancen, deshalb ist es umso wichtiger, dass man sie auch nutzt.» Hätte es eines Beispiels für die mangelnde Effizienz bedurft, Wüst hätte zum Beispiel die 30. Minute wählen können. In einem schnellen Gegenstoss trieb Shayne Wiebe die Scheibe in einer 3:1-Situation vors Tor, verpasste dann aber den Pass zum völlig freistehenden Mitspieler in der Mitte. Nicht nur in dieser Szene hätte man auch von einer mangelnden Coolness sprechen können.

Enthusiastische Ajoie-Fans

Der Grund dafür, weshalb Olten nach 60 Minuten als Verlierer vom Eis gehen musste, lag aber auch darin, dass die Gastgeber vor einer enthusiastischen Heimkulisse ganz einfach noch ein bisschen weniger zuliessen, als der EHCO. Sie spielten ungemein diszipliniert, kassierten keine einzige Strafe und machten es den Gästen sehr schwierig, zu ihrem Kombinationsspiel zu finden. Ihrerseits brillierten die Jurassier vor allem dann, wenn sie ihre Paradelinie mit den beiden Ausländern aufs Eis schickten. Bereits nach knapp vier Minuten wirbelten Devos und Hazen links und rechts von EHCO-Schlussmann Mischler, doch dieser behielt auf beiden Seiten die Übersicht. «Er hat mehrfach Fehler von uns ausgebügelt und uns im Spiel gehalten», richtete Wüst ein berechtigtes Lob in Richtung seines Schlussmanns.

Zu dieser doppelten Grosschance kam es nur, weil die Oltner die Scheibe in der eigenen Zone vertändelten. War dieser Puckverlust zumindest dem grossen Druck der Ajoulots zuzuschreiben, geschah jener in der 14. Minute völlig unbedrängt. Hazen liess sich nicht zweimal bitten und erhöhte mit seinem satten Schuss aus zentraler Position auf 2:0. Eine Minute zuvor hatte Mischler seine einzige Unsicherheit gezeigt – und prompt traf Rouiller von der blauen Linie zum 1:0.

Es fehlte an der letzten Konsequenz

Die Gäste waren nach dem ersten Abschnitt, welcher, wie schon jener am Freitag, klar an den Gegner ging, also in allen Belangen gefordert. Allerdings mussten sie den mittleren Abschnitt zumindest nur mit einer Länge Rückstand in Angriff nehmen, dank Ulmers platziertem Weitschuss, welcher in der 19. Minute am verdutzten Descloux vorbei zum 2:1 ins Netz zischte. Mit der relativ unverhofft verbesserten Ausgangslage im Rücken gelang es den Oltnern, die Fehlerquote deutlich zu senken und damit die Voraussetzung für ein sauberes Spiel nach vorne zu schaffen.

Doch immer wieder blieb man im Vorwärtsgang an einem langen Stock oder einem kernigen Check des Gegners hängen, oder dann fehlte es in den Ecken an der nötigen letzten Konsequenz. Er glaube nicht, dass man vielleicht doch einen Tick zu wenig riskiert habe, meinte Wüst nach der ärgerlich knappen Niederlage. «Wir wissen vielmehr, dass wir unser Spiel durchziehen können – und dass es auch funktioniert.»

Ajoie - Olten 2:1 (2:1, 0:0, 0:0)

Voyeboeuf. – 2645 Zuschauer. – SR: Müller/Wirth, Huggenberger/Obwegeser. – Tore: 13. (12:04) Rouiller (Kummer, S. Barbero) 1:0. 14. (13:24) Hazen 2:0. 19. Ulmer (Romanenghi, Hürlimann)2:1. – Strafen: keine gegen Ajoie, 3-mal 2 Minuten gegen Olten.

Ajoie: Descloux; Hauert, S. Barbero; Büsser, Rouiller; Orlando, Ryser; Casserini; Tuffet, Frossard, V. Barbero; Staiger, Mäder, Mosimann; Barras, Devos, Hazen; Horansky, Kummer, Diem; Lüthi.

Olten: Mischler; Pargätzi, Ganz; Meister, El Assaoui; Bagnoud, Schnyder; Kobach; Schwarzenbach, Feser, Wiebe; Hürlimann, Romanenghi, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Wüthrich, Aeschlimann; Homberger.

Bemerkungen: Ajoie ohne Paupe (verletzt), Leonelli (krank) und Dupertuis (überzählig); Olten ohne Burki, Truttmann (beide verletzt), Beaudoin, U. Huber, Morini, Schmuckli und Ast (alle überzählig). Rouiller und Hürlimann als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 57:47 Timeout Olten. Olten ab diesem Zeitpunkt ohne Torhüter.

Lesen Sie hier den Liveticker zum Spiel nach: