Mit dem Naarenstopf beginnen am Mittwochabend für die Oltner Fasnächtler die «schönsten Tage» des Jahres. Ich werde immer wieder – auch von der Presse – gefragt, wann der Urknall und die Chesslete in Olten stattfinden? Beide sind in Olten keine Fasnachtstraditionen und konnten sich nicht etablieren. Dafür ist der stimmungsvolle Naarenstopf – der Obernaar soll die «Füdlibürger» aus der warmen Stube herausstopfen – für viele Fasnächtler wohl der schönste und stimmungsvollste Anlass. Fertig mit Üben und Wagenbau oder im Sportjargon: Nach der Pflicht folgt jetzt die Kür! Übrigens: Obernaar schreibt man in Olten tatsächlich mit zwei A – bei der Aare tun wir es ja auch.

Auch für den Fuko-Rat ist nun eine rund halbjährige Planungsphase vorbei. Noch vor den Sommerferien wird der Plakettenwettbewerb ausgeschrieben. Die Wahl der Fasnachtplakette Ende August ist ein erster organisatorischer Höhepunkt. Es folgen intensive Absprachen mit dem neuen Obernaar und seiner Zunft oder Gugge. Der Obernaar soll und darf seinen Spielraum in der Gestaltung der Oltner Fasnacht nutzen. Dieser ist wesentlich grösser, als man meint!

Unmittelbar nach den Herbstferien steht die Koordinationssitzung mit Werkhof, Gewerbepolizei, Feuerwehr, Verkehrsdienst, Kantonspolizei und Busbetrieben an. Eine Sitzung mit sämtlichen involvierten Stellen von Stadt und Kanton. Das Sicherheitskonzept für den Umzug und die anderen Fasnachtsanlässe muss aktualisiert und auf den neusten Stand gebracht werden. Ohne dieses Konzept erfolgt keine Bewilligung der Kantonspolizei für den Umzug und der damit verbundenen Benützung von Kantonsstrassen. Aber auch das Fasnachtprogramm und die anderen Publikationen müssen für den Druck Anfang Dezember fertiggestellt werden. Auch in diesem Bereich ist der Obernaar mit eigenen Texten gefordert. So gesehen, ist die Fasnacht im wesentlichen Anfang Dezember organisiert und das «grosse Warten» auf Hilari und Naarenstopf fängt an. Klar müssen die Abläufe der Plakettenprämierung, Hilari und der übrigen Anlässe noch im Detail abgesprochen werden; der Rahmen steht jedoch.

Die Fasnachtstage selber sind für den Fuko-Rat eine Mischung aus Arbeit und Präsenz. Aber auch das Geniessen darf nicht zu kurz kommen. Neben dem Naaren-stopf ist sicher auch der Schnitzelbankabend für den einzelnen Fuko-Rat einer der «Genusshöhepunkte» der Oltner Fasnacht. Rund 2500 Plätze werden in Restaurants und Sälen an diesem Abend angeboten und belegt. Aus organisatorischer Sicht ist der Umzug der anspruchsvollste Anlass. Je nach Witterung dürfen wir mit 20'000 bis 30'000 Besuchern rechnen.

Zur Freude der aktiven Fasnächtler hat sich in den letzten Jahren die Gassenfasnacht wieder stark entwickelt. Gerade am Samstag bebt die Altstadt vor Guggenklängen vom Nachmittag bis tief in die Nacht. Darbietungen und Aktionen rund um die einzelnen Sujets der Zünfte und Guggen beleben Altstadt und Kirchgasse. Gerade das Sujet «Spettacolo Confetti» der Rätschwyber und vom Obernaar Rahel verspricht eine bunte Fasnacht mit Musik, Gesang und Poesie.

Bis bald an der Oltner Fasnacht!