Die beiden Diplomfeiern der Kaufmännischen Berufsfachschule (KBS) Olten fanden am vergangenen Freitag vor restlos gefüllten Rängen im Stadttheater Olten statt. Dabei konnten sowohl 127 Kaufleute als auch 82 Detailhändlerinnen und Detailhändler diplomiert werden.
Nach einem dynamischen Auftakt, der vom Tanzatelier Schönenwerd dargeboten wurde, begrüsste KBS-Rektorin Ursula Wildi zur Diplomfeier der Kaufleute.

Zum dritten Mal könne das Berufsbildungszentrum Olten die beiden Feiern des Nachmittags gemeinsame mit der Trägerschaft von Industrie- und Handelsverein Olten (IHVO) und dem Gewerbe Olten durchführen. Die Seilbahnfahrt sei nach drei Jahren beendet, begann Wildi die Feier, auf dem ersten grossen Gipfel seien die Diplomierten heute angekommen und damit bestens vorbereitet für die dünne Luft in der Höhe. Nun gelte es, mobil und agil zu bleiben, offen für Neues zu sein und ein eigenes neues Seilbähnchen zu finden, das einen wieder weiterbringe.

Den Rucksack gepackt

Das Traditionsunternehmen, das 1939 gegründet wurde und heute Gondeln in die ganze Welt verkauft, bringt es fertig, dass Olten dank ihnen an den schönsten Plätzen der Welt vertreten ist. Denn 90 Prozent der Produktion gingen in den Export, leitete Ursula Wildi die Festrede von Raimund Baumgartner ein, CEO der CWA Constructions SA und Vorstandsmitglied des IHVO. Baumgartner machte zuerst ein Foto des Publikums, denn wer hätte ihm bei seinem Abschluss vor gut 30 Jahren geglaubt, dass das mit einem so kleinen Gerät einmal möglich sei.

Larina Lauber (1.Rang Detailhandelsfachleute) und Lejla Memic (1. Rang Detailhandelsassistenten)

Larina Lauber (1.Rang Detailhandelsfachleute) und Lejla Memic (1. Rang Detailhandelsassistenten)

Welchen Rat könne er nun den jungen Berufsleuten mitgeben, fragte er. Wie sieht die Welt wohl in weiteren 30 Jahren aus? Dass die Veränderungen weitergingen, sei klar und der Reiserucksack der Diplomierten sei mit einem wichtigen Gepäckstück, der Grundausbildung, bestückt. Doch wie der Proviant auf einer Reise müsse auch diese Ausrüstung immer wieder aufgefrischt werden: Das Thema Weiterbildung solle schon bald mit Freude und Neugier angegangen werden, den Wandel in der Welt wahrnehmen, flexibel bleiben und sich selber, besonders auf kommunikativer Ebene, weiterentwickeln. Die technischen Geräte wie das Smartphone in unserem Alltag seien nur Werkzeuge, die Softskills aber noch immer ausschlaggeben für den Erfolg.

Die Übergabe der Diplome und Einzelpreise sowohl im KVB- wie auch im KVE-Profil wurde mit Musik von Samantha Perri, Klavier, und Lena Gardi, Gesang, eingerahmt: «Ensemble», mit welchem die beiden schon den «Concours de Chansons» in Bern gewinnen konnten, zeigte allen, welch wichtigen Stellenwert das Beherrschen von Fremdsprachen hat und welche Verbindungen so möglich werden.

Sich unentbehrlich machen

Die zweite Feier des Nachmittags war den Detailhändlerinnen und Detailhändler vorbehalten. Die Diplomandin Cynthia Nkoy und ihr Geschwister begleiteten die Übergabe der Diplome und Auszeichnungen mit zwei Liedern und der gefühlvolle Gospel liess alle im Stadttheater mitschwingen.

Den ersten Teil gestaltete Dieter Amann, den zweiten Teil durfte Christoph Henzmann, der nach den Sommerferien die Abteilungsleitung DH übernimmt, gestalten. Die 82 Lernenden Detailhandelsfachleute und Detailhandelsassistentinnen und -assistenten, davon neun in der Erwachsenenbildung, hätten Durchhaltevermögen bewiesen, sagte Amann.

Ab heute gelte es auch für sie, den Weiterbildungsmarkt im Auge zu behalten und flexibel zu sein. Denn gut ausgebildete Arbeitskräfte seien gefragt und sie alle hätten nun eine sehr gute Grundlage geschaffen. Hans Rudolf Kern, Geschäftsführer Coop City Olten und Vorstandsmitglied Gewerbe Olten, der die Gastrede hielt, hat den Verkauf von der Pike auf gelernt. Einen praktischen Lift gebe es leider nicht, betonte er, die anstrengenden Treppen seien es, die einen weiterbringen. Hörten die jungen Berufsleute auf zu rudern, würden sie schnell wieder abgetrieben, das solle verhindert werden.

Dieses Motto habe auch ihn erfolgreich durch seine Karriere geführt. Er gab den Diplomierten zwei Gedanken mit auf den Weg. Was sie wirklich wollten in ihrem Leben, das müssten sie zuerst herausfinden. Und: Sie sollten lieben, was sie machen. Einfach einmal schauen, was komme, das gehe nicht. Es brauche etwas mehr Einsatz, um sich unentbehrlich zu machen. So folgen wohl viele weitere Treppen und Pfade im Leben, die sie alle zur persönlichen Zufriedenheit führten.

Beide Feiern unter der Trägerschaft von Gewerbe Olten und dem IHVO wären niemals in diesem schönen Rahmen möglich, könnte die KBS Olten nicht auf so viele Sponsoren und Gönner aus dem Einzugsgebiet der Schule zählen. Vielen Dank vonseiten der Schule für die grosszügige Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen.