Olten

Nach dem Aus des Ballsport-Centres: Vertreter der Stadt kontern Thommens Aussage

Stadtpräsident Martin Wey (Mitte) unterstützt das Projekt von Marc Thommen (l.) und Massimo Hauswirth (r.). (Archivbild)

Stadtpräsident Martin Wey (Mitte) unterstützt das Projekt von Marc Thommen (l.) und Massimo Hauswirth (r.). (Archivbild)

Nach dem Aus des Ballsport-Centers in Olten gehen die Wogen hoch: Die Bauverwaltung weist den Vorwurf von sich, dass es «nicht überwindbare Hürden» gab. Und Stadtpräsident Martin Wey betont, dass er das Projekt stets eng begleitet und vorangetrieben hat.

Das Projekt Ballsport-Center kommt in Olten nicht zum Fliegen. Vergangenen Freitag haben die Initianten um den Oltner Unternehmer Marc Thommen und Architekten Massimo Hauswirth mitgeteilt, dass das auf 20 Millionen Franken abgespeckte Vorhaben im Kleinholzquartier nicht weiterverfolgt wird. In der Medienmitteilung wurden «nicht überwindbaren Hürden» als Grund angegeben. In den Gesprächen «mit der Bauverwaltung sowie der zuständigen Kommission mussten wir feststellen, dass die Differenzen bezüglich des weiteren Projektverlaufs zu gross sind», hiess es in der von Thommen gezeichneten Mitteilung.

Stadtbaumeister Kurt Schneider zeigt sich «überrascht über diese Aussage» und verneint, dass es unüberwindbare Hürden gegeben habe. Stadtrat und Baukommission hätten das Konzept der Halle begrüsst. Die Baukommission hätte zudem «Lösungsmöglichkeiten zur Behebung der vorliegenden baurechtlichen Mängel aufgezeigt», schreibt er. Die Forderung nach einem «qualitätssichernden Verfahren» sei von der Baukommission zudem bereits vor einem Jahr erstmals geäussert worden.

Von welchen Mängeln ist die Rede? Vor allem die Gebäudehöhe der Ballsporthalle war der Knackpunkt. Geplant war ein 14 Meter hohes Gebäude, 2 Meter höher als in der dortigen Zone für öffentliche Bauten und Anlagen erlaubt sind. Um nicht gegen das Baurecht zu verstossen, hätten die Initianten ein Gestaltungsplanverfahren eingehen oder ein Studienauftrag an mehrere Architekturbüros in Auftrag geben müssen. Beides wollte Unternehmer Thommen nicht – aus zeitlichen und finanziellen Gründen. Er rechnete mit einer Verzögerung von bis zu einem Jahr. Um die Gebäudehöhe minieren zu können, hätte die Ballsporthalle, die er aus Gründen der Behindertenzugänglichkeit unbedingt ebenerdig realisieren wollte, entweder ohne darunterliegendes Parkhaus gebaut oder ein zweites Untergeschoss geplant werden müssen. Auf ein unterirdisches Parkhaus wollte Thommen nicht verzichten. In diesem Gebiet sei es nötig, weil erstens viele bisherige Parkplätze wegfielen und man so zweitens auch den Lärm besser kanalisieren könne. Und ein zweites Untergeschoss ist laut Thommen eine Kostenfrage. «Die Rampe etwa müsste doppelt so lang sein.» Auch die Höhe des vor der Ballsporthalle gelegenen Kopfgebäudes wäre mit 15 Metern 3 Meter über dem erlaubten Mass gewesen. Hier hätten die Initianten auf ein Stockwerk verzichtet.

Stadtpräsident Martin Wey war an der Medienkonferenz im Dezember 2018 anwesend und bedauert nun das Aus des Projekts in Olten. Vor eineinhalb Jahren bezeichnete er es als «weiteren Meilenstein für die Stadt». Er äusserte sich auch zur Umsetzung und sagte gemäss dieser Zeitung: «Das, was jetzt visualisiert ist, ist so auch realisierbar.» Wey hält heute dazu fest, dass er diese Einschätzung damals nicht aus baurechtlicher Sicht abgegeben habe, sondern fürs Projekt insgesamt «grosse Chancen» sah. Dies unter anderem wegen des geeigneten Standorts gleich neben dem Eishockeystadion, der guten Erreichbarkeit und den Vorteilen für die einheimischen Sportvereine, welche die Ballsporthalle auch genutzt hätten. Zudem habe er das Bauprojekt eng begleitet und immer wieder dafür gesorgt, dass die nötigen Sitzungen mit den Bauherren zustande kamen. Auch den Baurechtsvertrag – das Grundstück gehört der Stadt – habe er vorangetrieben. Dieser lag bereits im Entwurf vor. «Dem Stadtrat war immer klar, dass wir keinen Einfluss auf die baurechtlichen Fragen haben, das ist Sache der Baukommission», sagt Wey. Das sei auch richtig so. Er wolle an der Gewaltenteilung festhalten. Stadtbaumeister Schneider bestätigt, dass weder Bauherr noch Stadtrat Druck auf die Bauverwaltung respektive die Baukommission ausgeübt haben.

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